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A&O-Töchter sind insolvent

26.07.2007
Dienstleister lässt 4tec und Itec pleite gehen.

Die beiden Tochterunternehmen des Field-Serviceanbieters A&O Itec und 4tec sind zahlungsunfähig. Am Mittwoch vergangener Woche teilte die Geschäftsleitung der Belegschaft mit, dass beide GmbHs wegen Überschuldung Insolvenz anmelden müssten. Einen Tag später stellte A&O die Insolvenzanträge beim Amtsgericht Düsseldorf.

Betroffen sind insgesamt 550 Mitarbeiter an den Standorten München, Neuss und Potsdam darunter 50 Angestellte der ehemaligen Siemens-Tochter Itec GmbH, die im Rahmen eines Betriebs-übergangs zur 4tec wechseln sollten. Sie hatten sich geweigert, weil dies einen Ausstieg aus dem für sie konzipierten Sanierungstarifvertrag bedeutet hätte. Der Vertrag sah zwar Gehaltseinbußen und Überstunden vor, sicherte den Mitarbeitern aber eine Beschäftigungsgarantie bis 2008 zu. Diese Garantie wollte A&O-Geschäftsführer Michael Müller mit dem Betriebsübergang loswerden angeblich um Arbeitsplätze zu retten.

Müller macht für die beiden Pleiten die IG Metall verantwortlich: Die Gewerkschaft hatte den Sanierungstarifvertrag aufgekündigt, nachdem A&O sich geweigert hatte Zahlen vorzulegen, die die wirtschaft-lichen Probleme des Konzerns hätten be-legen können. Die Gewerkschaft empfahl ihren Mitgliedern, Nachzahlungen für alle Leistungen einzufordern, auf die sie zuvor verzichtet hatten. Laut IG Metall dürften rund 350 Klagen auf A&O zukommen.

Vor diesem Hintergrund drängt sich der Verdacht auf, dass Müller die Insolvenz benutzt hat, um diese Zahlungen zu umgehen. Eine riskante Taktik nicht nur im Hinblick auf das Ansehen des Unternehmens bei seinen Kunden, sondern auch bei den eigenen Mitarbeitern. Andererseits lässt sich sonst nicht erklären, warum der Firmenchef immer wieder betont, die Gruppe an sich sei gesund und müsse sich um die Zukunft keine Sorgen machen. "Warum geht dann ausgerechnet die 4tec pleite, die bekanntermaßen wesentlich niedrigere Lohnkosten hat? Und warum unternimmt die Holding keine Anstrengung, der gefährdeten GmbH finanziell unter die Arme zu greifen?", fragt IG-Metall-Sprecher Jörg Köther.

Siemens hält sich raus

Wie Müller einräumte, bedeutet der Insolvenzantrag nicht zwangs-läufig das Ende. "Aber vielleicht wird nun auch dem Letzten bewusst, dass über marktgerechte Löhne nachgedacht werden muss, um das Unternehmen langfristig zu stabilisieren", so Müller. "Noch ist nichts entschieden, das Verfahren ist ja noch nicht eröffnet", bestätigt IG-Metall-Sprecher Köther. "Wichtig, um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, ist jetzt, dass die Kunden nicht abspringen."

Der langjährige A&O-Partner Siemens will zu den Vorgängen bei A&O offiziell keine Stellung beziehen. "Die frühere SBS hatte die Sinitec-Gesellschaften bereits vor rund zehn Jahren ausgegründet und vor fast zweieinhalb Jahren im Rahmen ihrer strategischen Neuausrichtung und Konzentration auf höherwertige IT-Services an A&O verkauft. Siemens IT Solutions and Services steht heute in keiner operativen Geschäftsbeziehung mehr zu A&O. Daher können wir die Vorgänge nicht weiter kommentieren", heißt es als Begründung. Es ist somit anzunehmen, dass die bestehenden Geschäftsbeziehungen zwischen Siemens und A&O mittlerweile über Drittanbieter abgewickelt werden. (sp)