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25.06.1976 - 

Anwenderbericht: Bundesverband der Betriebskrankenkassen, Essen

"Ab dem fünften Jahr wird echt gespart"

ESSEN - "Leasingraten ergeben eine klare Kostengrundlage, weil sie während der Laufzeit nicht erhöht werden können", erklärt Hermann Dieter Schmollack, Leiter EDV/ Org. beim Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BdB) in Essen.

Die betrieblichen Krankenversicherung betreut als ein Zweig der sozialen Krankenversicherung mit 935 Betriebskrankenkassen und deren Regionalverbänden rund 8,9 Millionen Mitglieder im gesamten Bundesgebiet.

Der entscheidende Vorteil der Finanzierungsform "Leasing" liege - so Schmollack - darin, daß Investitionsentscheidungen schneller herbeigeführt werden können. Denn das etwa zur Beschaffung einer EDV-Anlage oder eines Datenerfassungssystems erforderliche Kapital werde durch einen 'Leasinggeber in der Regel unbüropraktisch bereitgestellt: "Das macht Leasing auch für die öffentliche Hand interessant. "

Die Betriebskrankenkassen setzen seit Jahren die Datenverarbeitung ein, "um die Kosten transparenter zu machen und den Service zu erhöhen", wie der Org.-Chef erklärt.

Riesenhafter BeIeganfall

Geradezu "riesenhafter" Beleganfall (allein rund 600 Millionen Rezepte jährlich, insgesamt über 1 Milliarde Belege) verlange besondere Verfahren auf der Erfassungsseite - wobei zu berücksichtigen sei, daß mehr als 90 Prozent aller Informationen Sekundärdaten sind, die zuerst bei Arbeitgebern, Ärzten, ferner in Apotheken und Krankenhäusern anfallen.

Zur Lösung dieser Aufgabe legte der Vorstand des BdB bereits 1911 die Konzeption eines "Informationssystems der Betriebskrankenkassen" (IS BKK) fest. Planung und Programierung erfolgten zentral in Essen, die technische Abwicklung liegt heute in den Händen regionaler Zentren und Datenerfassungsstellen, die von den Landesverbänden betrieben werden.

Einheitliche Software

Um auch hier einen sinnvollen Mitteleinsatz zu erreichen, beteiligen sich jeweils mehrere Verbände an gemeinsamen Rechenzentren, in München, Hannover, Essen und Emmendigen, die jeweils mit Datensammelsystemen vom Typ Nixdorf 620 ausgestattet sind.

Die mit 64 KB, Platteneinheiten, Magnetbandstation, lokalen Bildschirmen, Terminal Drucker und DFÜ Anschluß gleichartig konfigurierten Anlagen bilden einen dezentralen Rechnerverbund, der mit einer einheitlicher Software betrieben wird. Sie repräsentieren ein Investitionsvolumen von fast 2,7 Millionen Mark - was Monatsmiete von rund 60 000 entspricht. Bei der Finanzierung der Systeme ist der BdB den Weg über Leasing gegangene. Nach Verhandlungen mit mehreren, Firmen wurde die Deutsche Leasing AG, Frankfurt, als Leasinggeber gewählt. Für diese Unternehmen sprach der finanzielle Hintergrund: "Als Tochtergesellschaft der Landesbanken und Girozentralen steht die Deutsche Leasing überdies(...) den Kommunen und der öffentlicher Hand nahe", begründet Schmollack die Entscheidung.

Umtausch möglich

Gegenüber Kauf nennt er drei Vorteile:

- Eigenmittel werden nicht benötig (Liquidität),

- Die Monatsbelastung ist im 5-Jahresvertrag gering.

- Durch günstige Umtauschbedingungen ist genügend Flexibilität geben.

Zum letzten Punkt gibt Schmollack ein Beispiel: "Es ist absehbar, daß dafür das System 620 in nächster Zeit größere Platten anbieten wird die wir mit Sicherheit brauchen, wenn wir verstärkt Tabellenverarbeitung machen wollen." So wurde mit Vertragspartnern vereinbart, daß BdB die jetzigen Platten zurückgeben und gegen die neuen umtauschen kann. "Das Gesamtvolumen sollte je nach Möglichkeit, nicht unterschritten werden", schränkt Schmollack ein "wobei allerdings die Einzelkonfigurationen entsprechend variiert werden können."

Flexibler als Miete

Ein Austausch von Systemteilen ist unter Einhaltung der genannten Bedingung im Gegensatz zur Miete (Mindestdauer bei Nixdorf 24 Monate bereits nach dem ersten Monat möglich: "Das sehen wir als flexibel an."

Leasing-Vorteile gegenüber den Hersteller-Miete sieht der BdB-Organisator auch darin, daß die Geräte nach Ablauf der Mietezeit für den Benutzer verfügbar sind und bei Weiterbenutzung keine "Nachmieten" sondern lediglich die Wartungskosten entstehen Schmollack: "Ab dem fünften Jahr wird echt gespart."