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23.08.1985 - 

Noch dominieren in Deutschland die elektronischen Schreibmaschinen:

Ab l987 überwiegen die computerisierten Systeme

LONDON (sch) - Des Deutschen liebstes Kind in der Familie der "Nur-Textverarbeitungssysteme" ist immer noch die elektronische Schreibmaschine. Dies belegt eine neue Studie der IDC Europe Ltd., London; auch im Gesamtmarkt der TV-Systeme liegt dieser Untersuchung zufolge die Bundesrepublik an der Spitze. Anders bei der computerunterstützten Textverarbeitung: Hier hat Großbritannien die Nase vorn.

Nach Stückzahlen ergibt sich bei den Auslieferungen 1984 folgendes Bild: Deutschland konnte insgesamt 356 925, Großbritannien 263 550, Frankreich 221 730, Italien 140 000 und die Schweiz 74 130 Systeme auf den Markt bringen. Wie die jetzt auch in der Bundesrepublik von der Eschborner Marktforschungsgesellschaft IDC Deutschland GmbH veröffentlichte Eurocast-Expertise "Text, Processing Marketplace" in diesem Zusammenhang betont, fallen neben elektronischen Schreibmaschinen und klassischen Textverarbeitungssystemen auch Mikrocomputer und Terminals in den untersuchten Bereich. Voraussetzung war allerdings, daß auf diesen ausschließlich TV-Anwendungen gefahren werden.

Beim Umsatz des sich im letzten Jahr auf insgesamt 1 868,9 Millionen Dollar belaufenden Marktvolumens in Europa mußte Deutschland mit Rang zwei vorliebnehmen. Großbritannien konnte knapp 417 Millionen Dollar, die Bundesrepublik 409,7 Millionen Dollar umsetzen. Auffallend stark ist laut IDC auf diesem Gebiet die Schweiz mit Platz fünf und Auslieferungen im Wert von 93 Millionen Dollar.

Im Hinblick auf ganz Westeuropa rangieren umsatzmäßig die Büroschreibmaschinen (869,7 Millionen Dollar) vor den tragbaren Kompaktschreibmaschinen, die Stand-alone-Anlagen (449,4) vor den TV-Maschinen mit Multiuser-Betrieb und die Mikros (89,0) vor den Terminals.

Als "untercomputerisiert" stuft die International Data Corporation Österreich ein. Sowohl wertmäßig als auch in Einheiten ausgedrückt liege das Land auf dem drittletzten Rang, nur noch gefolgt von Norwegen und dem völlig abgeschlagenen Irland.

Was die installierte Basis in Einheiten betrifft, so ist auch hier die Bundesrepublik führend vor Großbritannien. Der Reihe nach folgen Frankreich, Italien, die Schweiz, Schweden, die Niederlande, Spanien, Dänemark, Belgien, Finnland, Österreich und zu guter Letzt Irland. Die exakten Zahlen bei den beiden Marktführern zeigen auch hier, daß in allen technisch höheren Segmenten wie Textprozessoren,-Mikros und Terminals Großbritannien "Spitze" ist.

Auch für die kommenden Jahre warten die Marktauguren mit Zahlen auf. Insgesamt würde sich der Markt von 1394 775 Systemen 1984 auf 1 724 710 bis 1990 vergrößern. Wertmäßig würde ein Anstieg auf

2 547,5 Millionen Dollar verzeichnet, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von fünf Prozent entspricht. Weiteren Hochrechnungen bis 1990 zufolge werden die Schreibmaschinenauslieferungen bereits 1986 ihren Zenit überschreiten. Dabei blieben die Kompaktmodelle länger aktuell als die größeren Büromaschinen. Dies ist für IDC ein deutliches Anzeichen dafür, daß durch den Wertrückgang ab 1987 eine Umorientierung der Anwender in Richtung stärker computerisierter Textverarbeitungsalternativen verursacht wird. Es lasse sich ebenfalls feststellen, daß die mit Bildschirmen ausgestatteten Textprozessoren eine kontinuierliche Zunahme der Wertauslieferungen aufwiesen. Innerhalb dieser Gruppe könne man wiederum einen Trend von Standalone- zu Multiuser-Systemen konstatieren. Einen Boom prognostizieren die IDC-Marktkenner für TV-orientierte Terminals und Mikros. In Millionen Dollar ausgedrückt, werden die Auslieferungen bei elektronischen Schreibmaschinen laut IDC von 1073,9 anno 1984 auf nur 1119,5 im Jahre 1990 steigen. Bei den Textprozessoren sehen die exakten Angaben in der Eurocast-Studie wie folgt aus: 671,5 Millionen Dollar 1984, 914,6 Millionen Dollar 1990. Bezüglich der Mikros und Terminals schließlich sollen am Ende der Dekade einschlägige Geräte im Wert von insgesamt 518,4 Millionen Dollar plaziert werden. Für 1984 machte die IDC lediglich einen entsprechenden

Wert von 123 ,5 Millionen Dollar aus. Der Einsatz von Mikros werde sich nicht nur wertmäßig, sondern auch in Einheiten ausgedrückt vervierfachen.

Eine weitere Entwicklung, die IDC vorhersieht: Bei Kompaktschreibmaschinen ergibt sich entgegen dem für die Jahre 1987 und 1988 prognostizierten Umsatzknick stückzahlenmäßig ein bis 1989 kontinuierliches Wachstum des Marktes. Dies deutet der Marktforschungsgesellschaft zufolge auf einen Preisverfall auf diesem Sektor. Ähnlich sehe es bei den Büroschreibmaschinen aus.

Bei ihren Zahlenaufstellungen auch nicht vergessen hat die IDC-Studie natürlich die Marktanteile der einzelnen Hersteller im europäischen TV-Bereich. Zum einen wurden in diesem Zusammenhang die Auslieferungen und die installierte Basis nach Wert und Einheiten im

vergangenen Jahr untersucht. Dabei "sprang" das folgernde Ergebnis hinsichtlich von Stand-alone-Textprozessoren heraus: Auch in dem TV-Bereich ist IBM der Marktführer (installierte Einheiten 22 Prozent, Auslieferungen wertmäßig 25 Prozent, Auslieferungen nach Einheiten 27 Prozent)~ Platz zwei nimmt hier Olivetti mit 14 Prozent von den installierten Einheiten und Rang drei Philips mit einem Marktanteil von 13 Prozent der Geräte ein. Unter die "Top Ten" fallen der Reihe nach weiterhin CPT, DEC, Wordplex, AES, Wang, Compucorp und Xerox. Was schließlich und endlich die Herstelleranteile bei den Multiuser-Textprozessoren anbelangt, so liegt hier Wang mit 55 Prozent bei den installierten Einheiten und 44 Prozent bei den Auslieferungen nach Wert und Einheiten weitaus am besten im Rennen. Es folgen IBM, AES, CPT, Nixdorf Wordplex und Triumph-Adler. Der Paderborner Computerbauer bringt es in diesem Marktsegment immerhin auf einen sechsprozentigen Anteil bei den implementierten Maschinen mit Multiuser-Betrieb. Die "Bärenanteile" bei den in Europa ausgelieferten elektronischen Kompakt- und Büroschreibmaschinen konnten Brother, Triumph-Adler, Olivetti und Olympia "ergattern".

Die IDC-Eurocast-Expertise "...- Processing Marketplace" kann zu einem Preis von 4700 Mark bei der IDC Deutschland GmbH, Stuttgarter Straße 10, 6236 Eschborn, Telefon: 0 61 96/4 86 88, bezogen werden.