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21.06.2002 - 

Schwaches Geschäft mit Finanzportalen

Abaxx setzt auf den E-Government-Sektor

MÜNCHEN (sp) - Die Krise der Finanzdienstleister macht der Abaxx Technology AG schwer zu schaffen. Der Anbieter von modular aufgebauter Portalsoftware mit CRM-Funktionalität versucht jetzt, weitere Branchen für sich zu gewinnen.

Nachdem Abaxx die Einnahmen 2001 gegenüber dem Vorjahr von 15,9 Millionen auf 28,6 Millionen Euro steigern konnte, leidet die Stuttgarter Softwareschmiede seit Jahresbeginn unter drastischen Umsatzeinbußen. "Wenn es schlecht läuft, werden sich unsere Einnahmen 2002 halbieren", gibt Abaxx-Mitbegründer und Chief Executive Officer (CEO) Jürgen Enders unumwunden zu. Als Fehler habe sich die bisherige Fokussierung auf den traditionell spendablen und neuen Technologien gegenüber aufgeschlossenen Finanzsektor erwiesen. Da den Banken das Geld ausgehe, investierten sie seit Monaten kaum noch in IT.

Abaxx ist es jedoch gelungen, rechtzeitig mit einem rigiden Sparkurs gegenzusteuern und seine finanzielle Situation stabil zu halten. 2001 konnten die Stuttgarter den Verlust auf 2,9 Millionen Euro reduzieren, zum Jahresende verfügten sie über liquide Mittel in Höhe von 20 Millionen Euro. In diesem Jahr strebt das Unternehmen trotz des massiven Umsatzrückgangs sogar eine schwarze Null an. Ein weiterer Stellenabbau ist laut Enders nicht geplant - abgesehen von Jobs in bestimmten Bereichen, die im Rahmen der Fluktuation frei würden.

Zuversicht bereitet Abaxx der allgemeine Trend zur Konsolidierung, von dem sich der Integrationsspezialist Folgeaufträge erhofft, sowie die Erschließung neuer Kundenkreise. Speziell das Geschäft mit Behörden und Krankenkassen bietet laut Enders enormes Potenzial. Nicht zu unterschätzen sei hier zudem der Heimvorteil gegenüber US-Konkurrenten wie Bea Systems, ATG oder Blug Martini, deren Engagement im deutschen Markt vor allem durch rechtliche Hürden behindert werde.

Der geplante Börsengang ist für Abaxx derzeit kein Thema. "Sollte der Kapitalmarkt nächstes Jahr wieder anspringen, dann sind erst einmal Neuemissionen von bekannteren Firmen an der Reihe", so Enders. Seiner Einschätzung nach wird es auch noch dauern, bis sich der IT-Markt von dem "katastrophalen ersten Quartal" erholt. Unternehmen, die im zweiten Halbjahr bereits mit einer Besserung der Lage rechnen, nehme er nicht ernst. "2002 ist gelaufen".