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07.05.1999 - 

Weil IT zum Kerngeschäft gehört

ABB kündigt Vertrag mit CSC Ploenzke

MÜNCHEN (ua) - Nach nur zehn Monaten Laufzeit kündigt Asea Brown Boveri (ABB) einen auf sieben Jahre angelegten Outsourcing-Vertrag mit CSC Ploenzke. Damit geht dem Systemhaus ein dreistelliger Millionenbetrag flöten. Doch Ploenzke macht gute Mine zum bösen Spiel und unterstützt ABB bei der Reintegration der IT ins Kerngeschäft.

Nur 16 Seiten umfaßt der Vertrag, der das Outsourcing rückgängig machen soll. Da können nicht alle Eventualitäten berücksichtigt sein. Statt dessen seien Flexibilität und Partnerschaft im Umgang miteinander gefordert, betonen die Vertragspartner. Auf der ABB-Seite ist Alfred Spill von der ABB Holding AG, Zürich, als Chefunterhändler in dieser Sache für den Vertrag verantwortlich. Auf der anderen Seite gehört Herbert Wettern, Geschäftsführer der CSC Ploenzke IT Services GmbH, zu den Architekten der Rückführungsvereinbarung.

Sein Unternehmen schloß im Mai 1998 das Outsourcing-Abkommen mit dem deutschen Zweig der Elsag Baily Gruppe, mit Hartmann & Braun. Mit der Akquisition von Elsag Baily im Januar dieses Jahres gelangte Hartmann & Braun in den Besitz von ABB. Kaum war die Tinte auf den Übernahmeverträgen trocken, bemühte sich der neue Hausherr, die ausgelagerte Informationstechnologie in den Konzern zurückzuholen. Seit etwa vier Jahren gehört für ABB IT-Know-how zur Kernkompetenz des Konzerns (siehe Interview, Seite 8).

Betroffen von den Wiedereingliederungsplänen nach dem Aufkauf von Elsag Baily ist neben CSC Ploenzke auch die italienische Fin Mechanica. Allerdings hatte das Outsourcing von Hartmann & Braun andere Dimensionen.

Beim damaligen Betriebsübergang wurden 100 Mitarbeiter von CSC Ploenzke übernommen, die gesamte Hardware, lokale und überregionale Netze sowie sämtliche Programme und Drittverträge. Das zugrundeliegende komplizierte Vertragswerk ist mehr als einen halben Meter dick. Nun will ABB bis zum 1. September dieses Jahres die gesamte ehemalige Hartmann-&-Braun-DV sukzessive eingegliedert haben.

Dabei sollen gleichzeitig die Systeme auf ABB-Standards umgestellt werden. Vertragspartner CSC Ploenzke ist bei der Anpassung an ABB-Prozesse und bei der Einführung neuer DV-Systeme behilflich, stellt eigene Mitarbeiter und schult diejenigen, die zu ABB gehen wollen.

Geschafft ist bereits die Übergabe des WAN-Betriebs zum 1. April dieses Jahres sowie die Umstellung von HDLC-Festverbindungen auf Frame-Relay-Technik. Die interne Kommunikation bei Hartmann & Braun basierte auf Microsofts "Exchange" sowie auf Novell-Netzen. ABB setzt auf NT-Netze und die Groupware "Lotus Notes". Für die komplette Ablösung der Altsysteme von Hartmann & Braun durch die SAP-Standard-software R/3, wie sie im ABB-Konzern genutzt wird, geben sich die Vertragspartner etwas mehr Zeit - bis zum 1. April 2000.

Der knappe Vertrag fordert nicht nur viel guten Willen von beiden Partnern, sondern auch kurze Entscheidungsprozesse, um die "tausend täglichen Probleme" zu lösen. Nur wenige Personen aus den Führungsriegen der Unternehmen halten den Kontakt.

Spill läßt keinen Zweifel daran, daß ABB den Vertrag auf jeden Fall gekündigt hätte. Ploenzke hätte in diesem Fall jedoch Vertragsstrafen verlangen können. Nun hofft die Firma, den Konzern als Beratungskunden zu gewinnen. Spill allerdings beeilt sich zu versichern, daß es keinerlei Abmachung diesbezüglich gebe, fügt aber hinzu, Gespräche mit der ABB-Führungsspitze seien anberaumt.