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25.07.1975 - 

Hilti führt dezentrale Fertigungssteuerung ein

"Aber Übergabe noch von Hand"

SCHAAN/Liechtenstein - Nicht allein die Juli-Hitze bringt die Datenverarbeiter der Hilti AG, Schaan in Liechtenstein, dieser Tage ins Schwitzen. Die Einführung des neuen Systems zur Fertigungssteuerung steht ins Haus.

Hilti - vom Dübel bis zum Hochregal im Bereich Befestigungstechnik weltbekannt - kam mit der bisherigen Lösung nicht zurecht. Zwischen den Zweigwerken in der Bundesrepublik Deutschland und Österreich und der Zentrale in Schaan wanderten Lochkartenstöße hin und her, die im Batch-Verfahren von der Rechenanlage (IBM /370-135) abgearbeitet wurden. Hans-Ruedi Widmer, Projektleiter des neuen Systems, zur CW: "Das war zu umständlich und dadurch zu langsam." Ein integriertes Erfassungs- und Steuerungssystem soll jetzt Beschleunigung bringen.

Die Alpenländler entschieden sich für Hardware und Basissoftware von Krantz. Programmiert wurde in Zusammenarbeit mit einer Beratungsfirma.

Datenerfassung am Arbeitsplatz

In den Hilti-Fabriken werden direkt an den Arbeitsplätzen der Maschinenbediener werden insgesamt rund 750 "Statuserfassungsgeräte" von Krantz installiert. Widmer: "Einfache Eingabetastaturen, die jeder Arbeiter bedienen kann." Maschinen und Operationsstatus gehen per Ringleitung an den PTR (Produktions-Terminal-Rechner) jeden Zweigwerks: ein Mulby 3/20 mit 32 K-Bytes und Bildschirm und Drucker. Der PTR speichert auf Platte.

Zudem arbeitet er im Dialog mit dem in Schaan stehenden zentralen KP (Kommunikations-Prozessor): ein Mulby 3/30 mit 48 K-Bytes, Platte und einer Bandeinheit. In der Phase 1 werden die hier aufgezeichneten Fertigungsdaten dem Zentral-Rechner "übergeben" indem ein Operator das Band vom Mulby-Rechner nimmt und auf einer Bandeinheit des IBM-Systems montiert. Eine Rechner-Koppelung ist für Phase 2 vorgesehen.

Die Systemeinführung geschieht zeitgleich mit einer Umstrukturierung in der Hilti-Produktion. Widmer: "Wir haben mehrere Dispatcher-Bereiche eingeführt" Der neugeschaffene Dispatcher ist sozusagen ein "Über-Disponent": verantwortlich für jeweils eine Produktgruppe (zum Beispiel Bolzen, Nägel, Dübel, Geräte) und befugt, je nach Auftrags- und Kapazitätssituation Produktionsprioritäten zuzuweisen.

Problemlos ausbaufähig

Im Bereich des liechtensteinischen Hauptwerkes sind die PTR über eine polling/selecting Standleitung an den KP und den Zentralrechner angeschlossen.

Von den Hilti-Werken außerhalb Liechtensteins wird zuerst Thüringen in Vorarlberg online angeschlossen. Die Verbindung nach Schaan läuft über Wählleitungen. In einer späteren Phase (Widmer: "Termin steht noch nicht fest" ) wird auch das deutsche Werk Kaufering angeschlossen werden.

Besondere Mühe wird der Anschluß deshalb nicht bereiten, weil das System gerade wegen seiner problemlosen Ausbaufähigkeit gewählt wurde. Die Schnittstellen sind so eindeutig, daß spätere zusätzliche Anschlüsse stufenlos und ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs möglich sind.

Die Frage nach den Kosteneinsparungen kann noch nicht beantwortet werden. Widmer: "Wir warten täglich auf die neuen Planzahlen für die Produktion. Erst dann kann der künftige Nutzen präzise berechnet werden."