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06.09.2005

ABN Amro lagert IT aus

Der Outsourcing-Deal hat einen Wert von 1,8 Milliarden Euro.

Die jüngsten Outsourcing-Pläne der niederländischen Großbank ABN Amro nehmen Gestalt an: Nutznießer des auf einen Gesamtwert von 1,8 Milliarden Euro taxierten Vorhabens sind neben IBM und Accenture auch die indischen Dienstleister Infosys Technologies, Tata Consultancy Services (TCS) und Patni Computer Systems. Verlierer sind rund 1500 angestellte IT-Spezialisten, die sich neue Jobs suchen müssen.

Am 1. November wird IBM für fünf Jahre die IT-Infrastruktur der ABN Amro übernehmen - einschließlich aller Server, Speichersysteme und Desktop-Rechner. Ausgenommen sind lediglich die IT-Systeme für Großhandelskunden. Deren Betrieb hat die Bank schon 2003 an EDS vergeben.

Für Support und Verbesserung der Applikationen werden künftig Infosys und TCS verantwortlich zeichnen. Noch in diesem Monat sollen die beiden indischen Serviceriesen damit beginnen, die jeweils ausgewählten Anwendungssysteme stufenweise in ihre Rechenzentren zu übertragen. ABN Amro rechnet mit einer Übergangsphase von anderthalb Jahren.

Bei dem Auftrag handle es sich um den größten IT-Deal, den je ein indisches Softwarehaus gewonnen habe, erklärte Subramaniam Ramadorai, CEO von TCS, gegenüber der Computerwoche.

Offshore-Anbieter mit im Boot

Sein Unternehmen betreue künftig große Teile der Anwendungen in Europa und Brasilien sowie für das weltweite Privatkundengeschäft von ABN Amro. Damit verbunden sei ein Umsatzvolumen von mehr als 200 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren. Mehrere hundert Softwarespezialisten der Bank wechselten zu TCS. In den US-amerikanischen Niederlassungen von ABN Amro übernähmen die indischen IT-Dienstleister Patni und Infosys die Anwendungsbetreuung.

Auf dem Sektor Anwendungsentwicklung will die Bank mit fünf "bevorzugten" Anbietern zusammenarbeiten: Accenture, IBM, Infosys, TCS und Patni. Diesen Multivendor-Ansatz hat sie nach eigenem Bekunden gewählt, um Anwendungen billiger und schneller entwickeln zu können. Die auserwählten IT-Dienstleister dürften dabei insbesondere auf ihre kostengünstigen Offshore-Kapazitäten zurückgreifen. Wie schon im Vorfeld kolportiert, resultiert das Outsourcing-Programm in einer drastischen Umstrukturierung des gesamten IT-Bereichs: Von derzeit 5000 wird er auf allenfalls 1800 Vollzeitmitarbeiter schrumpfen. Rund 2000 IT-Experten sollen zu einem der frisch gebackenen Dienstleistungspartner wechseln - die meisten davon zu IBM. Für insgesamt 1500 Teil- und Vollzeitmitarbeiter hat die Bank keine Verwendung mehr; sie sollen in den kommenden 18 Monaten nach und nach das Unternehmen verlassen. Eigenen Angaben zufolge hofft ABN Amro, mit diesem Programm ab 2007 etwa 258 Millionen Euro jährlich einzusparen. (qua/wh)