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08.04.1994

Absatz nahm 1993 um 15 Prozent zu Japan: Client-Server-Loesungen trugen kaum zum Mikro-Boom bei

TOKIO (CW) - Einer der wenigen sonnigen Abschnitte am ansonsten duesteren japanischen Konjunkturhimmel war der PC-Markt. Nach einem zweiprozentigen Rueckgang im Vorjahr wuchs er 1993 um 15,2 Prozent. Die Zahl der verkauften Geraete ueberschritte erstmals die 2,5- Millionen-Grenze. Allerdings trugen IDC Japan zufolge Client- Server-Loesungen kaum zum PC-Boom in Nippon bei.

Die hohen Stueckzahlsteigerungen fuehren die Auguren der International Data Corp. (IDC) Japan auf den herrschenden Preiskampf zurueck, der die Preise gegenueber 1992 fast um die Haelfte zusammenschmelzen liess. Die Verfuegbarkeit der japanischen Windows-Version 3.1 habe den PC-Markt ebenso angekurbelt wie die IT-Einkaufsstrategien japanischer Anwenderunternehmen, die offenbar mit Hilfe der Mikros versuchen, die Produktivitaet ihrer Bueroarbeitskraefte zu erhoehen. Ausserdem sehen die Marktforscher in Nippons Geschaeftswelt einen Trend zum Rightsizing, der zu verstaerktem PC-Einkauf gefuehrt habe.

Noch kaum Einfluss auf den PC-Markt des suedostasiatischen Landes uebe der in der westlichen Hemisphaere starke Trend zu Client- Server-Loesungen aus. Messen und Ausstellungen zu diesem Thema stiessen 1993 zwar auf lebhaftes Interesse, aber nur sehr wenige Unternehmen haetten fuer dieses IT-Konzept Geld ausge- geben, heisst es im "IDC Japan Report".

Die Ursache fuer dieses Verhalten wird in der "Unreife" der Anbieter- und Nachfrageseite gesehen. Die Angebote der grossen Hersteller seien "schwach", keine anwenderbezogene Software verfuegbar, Tools fuer die Portierung von Software auf die relativ neuen japanischen DOS/V- und Windows-Umgebungen seien ebenfalls nicht vorhanden. Die Zahl der Value Added Resellers und Haendler, die Client-Server-Loesungen anbieten wollten oder koennten, tendiere ausserdem gegen Null.

Darueber hinaus schaetzt IDC das Koennen und die Erfahrungen japanischer Endanwender im Umgang mit PCs sehr viel niedriger ein als in der westlichen Welt: "Bevor Unternehmen Client-Server- Loesungen ueberhaupt als Alternative zu bestehenden IT-Umgebungen in Betracht ziehen koennen, muessen viele Firmen die Verfuegbarkeit von PCs erhoehen und entsprechende Trainingsprogramme anbieten", berichten die Auguren im "Japan Report".

Aehnliche Hemmnisse gelten fuer den Gebrauch PC-basierter LANs. Um vernetzte Bueros auf breiter Front Wirklichkeit werden zu lassen, seien zunaechst kulturelle und mentale Barrieren zu ueberwinden. Einerseits, so IDC, ziehen japanische Anwender besonders auf der Management-Ebene die direkte oder telefonische Kommunikation E- Mail-Verbindungen vor. Andererseits machten weitere elektronische Kommunikationsmoeglichkeiten in den kleinen und offenen Bueros wenig Sinn.

"In japanischen Unternehmen begreift man PCs noch nicht als Voraussetzung, um die Effizienz der Kommunikation und Arbeitsgruppen zu steigern", meint der "Japan Report".

Trotz der konservativen Haltung der Anwender sehen die Marktforscher Wachstumschancen fuer Client-Server-Loesungen. Schliesslich seien Nippons Unternehmen aufgrund der Wirtschaftskrise gezwungen, Wege zur Produktivitaetssteigerung zu finden. Steigende PC-Verkaufszahlen und die Anstrengungen der grossen Spieler, PC-basierte Netzloesungen zu entwickeln und zu vermarkten, betrachtet IDC als weiteres Indiz dafuer, dass die Nachfrage nach dezentralen Systemen 1994 und 1995 zur bestimmenden Marktkraft werden kann.

In den naechsten zwei Jahren werde der PC-Absatz in Japan weiter in zweistelliger Prozenthoehe zunehmen. Neben dem Bedarf an Client- Server-Systemen tragen den Marktforschern zufolge haertere Konkurrenz und weiter fallende Preise zum Wachstum genauso bei wie die Einfuehrung von preiswerten und leistungsstarken Maschinen auf Pentium- und RISC-Basis.