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22.01.1999 - 

Abschied aus dem Retail-Geschäft

Abschied aus dem Retail-Geschäft Geldspritze soll Baan den Rücken stärken

MÜNCHEN (bs) - Die Sanierung beim finanziell angeschlagenen Software-Anbieter Baan Comp. läuft auf Hochtouren. Mit Hilfe einer Finanzspritze und Konzentration auf Kernkompetenzen soll das Unternehmen in ruhigere Fahrwasser manövriert werden.

Ganz ungewöhnliche Töne vernimmt man dieser Tage aus dem Hauptquartier der Baan Comp. Sonst eher für Einkaufstouren bekannt und aus Sicht des eigenen Marketings immer auf dem Sprung, den Erzrivalen SAP zu überholen, backen die Niederländer nun kleinere Brötchen. Gesundschrumpfen und auf das Wesentliche konzentrieren, lautet die von Chief Executive Officer Tom Tinsley ausgegebene Marschroute.

Im Rahmen dieser Maßnahmen trennte sich die Baan Deutschland GmbH von seiner "Comet-Division". Auch die Bereiche Personalzeiterfassung und Utilities wurden eingestampft (siehe CW 2/99, Seite 12). Doch scheint der Ausverkauf nicht auszureichen. Vor wenigen Tagen wurde nun die Zusammenarbeit mit der JDA Software Group Inc., einem Anbieter von Software für den Handel, aufgekündigt: "Wir werden uns nicht weiter im Bereich Retail engagieren", teilte Mark Hamilton, Vice-President Marketing bei Baan mit.

Auch aus der Sicht von Jürgen Richter, Geschäftsführer bei Baan Deutschland, sei es nicht sinnvoll, sich auf eine Branche zu konzentrieren, für die man kein Produkt habe. Baan überläßt damit SAP, Peoplesoft und Oracle, die Lösungen oder zumindest Komponenten für Handelsunternehmen anbieten, kampflos das Feld.

Zur Stärkung der finanziellen Konstitution von Baan pumpt das US- Investment-Unternehmen Fletcher International Limited rund 75 Millionen Dollar in den Softwarekonzern, teilt Klaus Wagenaar, Finanzchef bei Baan mit. Beide Seiten hätten eine Option zur Aufstockung der Investitionen auf 225 Millionen Dollar bis zum 31. Dezember 2001 vereinbart. Wie Insider berichten ist Flechter als sogenannter "Bottom Fisher" bekannt. Das Unternehmen engagiere sich vornehmlich in sanierungsbedürftigen Betrieben, deren Aktienkurs auf einem Tiefstand ist. Dazu gehörten bisher auch Informix und Sybase. Anschließend hoffe Fletcher dann auf eine baldige Re-Vitalisierung.