Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

26.04.2002 - 

Nortel, Lucent und Siemens entlassen Mitarbeiter

Abschwung der TK-Ausrüster hält unvermindert an

MÜNCHEN (CW) - Die TK-Ausrüster haben die Talsohle noch nicht durchschritten. Sowohl Lucent als auch Nortel haben wegen schlechter Quartalsergebnisse angekündigt, Mitarbeiter zu entlassen. Ähnliches planen Ericsson und Berichten zufolge auch Siemens.

Ende des Jahres will Nortel wegen der Nachfrageschwäche im TK-Bereich nur noch rund 44000 Mitarbeiter auf der Lohnliste haben - rund 3000 weniger als ursprünglich geplant. Damit hat das Unternehmen seine Personaldecke innerhalb von zwei Jahren so gut wie halbiert. Von den Sparmaßnahmen ist auch die deutsche Niederlassung betroffen: Nach Angaben von Firmensprecherin Sabine Werb wurde vergangene Woche ein Sozialplan unterzeichnet. Von den rund 1200 Stellen hierzulande fallen in den nächsten Monaten 400 weg. Dies geschehe über weitere Outsourcing-Maßnahmen, aber auch durch Entlassungen, so Werb.

Grund für die Stellenstreichungen ist die anhaltend schlechte finanzielle Verfassung, in der sich Nortel befindet. Daran änderte sich auch im ersten Quartal des Geschäftsjahres nichts. Zwar wurden die Prognosen erfüllt, aber nur, weil das Unternehmen sie erst vor einigen Wochen reduziert hatte. Der Nettoverlust belief sich auf 841 Millionen Dollar, der Umsatz betrug 2,9 Milliarden Dollar. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte Nortel knapp doppelt so viel eingenommen, allerdings bei deutlich größerem Verlust.

Der Einbruch zog sich durch alle Regionen und alle Divisionen des Konzerns: Im Wireless-Bereich sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel, bei Metro- und Enterprise-Netzen um die Hälfte, und im Weitverkehrssegment reduzierten sich die Einnahmen um 77 Prozent. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Nach Angaben von Nortel-CEO Frank Dunn soll der Umsatz im laufenden Berichtszeitraum stagnieren. Wann es wieder aufwärts geht, sei gegenwärtig noch nicht abzuschätzen, hieß es.

Lucent verfehlt die PrognosenAuch Lucent Technologies ist noch lange nicht aus dem Gröbsten raus. Im zweiten Quartal (Ende: 31. März) des Geschäftsjahres wies der TK-Ausrüster einen Pro-forma-Verlust von 631 Millionen Dollar oder 20 Cent je Aktie aus. Analysten hatten durchschnittlich ein Minus von 17 Cent prognostiziert. Allerdings verbesserte sich das Ergebnis verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, in dem ein Verlust von 757 Millionen Dollar verzeichnet worden war. Damit hat das Unternehmen acht Quartale in Folge mit roten Zahlen abgeschlossen.

Der Umsatz schrumpfte von 5,9 Milliarden im Vorjahr auf 3,52 Milliarden Dollar und blieb ebenfalls knapp hinter den Wallstreet-Erwartungen zurück. Um die Kosten zu senken, will Lucent nun wieder Personal entlassen. Statt wie bisher geplant 56000 Beschäftigte sollen in dem Unternehmen Ende des Jahres nur noch rund 50000 Menschen arbeiten. Zu Beginn des Jahres 2001 waren noch 106000 Menschen in dem Konzern unter Vertrag. Die Stellen fielen weg, weil Lucent neben Entlassungen auch Unternehmensteile verkauft oder ausgegliedert hat. Eine Prognose für den laufenden Berichtszeitraum wollte die Company wegen der unsicheren Marktlage nicht abgeben.

Angesichts der Hiobsbotschaften verwundert es kaum, dass auch bei Siemens Information and Communication Networks (ICN) die Angst vor Entlassungen umgeht. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" plant der Münchner Konzern, weitere 5000 Mitarbeiter auf die Straße zu setzen. Erst im Oktober hatte Siemens ICN etwa 10000 seiner 53000 Stellen gestrichen. Ein Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. (ajf)