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25.05.1990 - 

Auf der Flucht vor Flaschenhals und Warteschlange:

Abteilungs- oder Arbeitsplatz-Drucker? Das ist die Frage

Der Autofahrer fürchtet den innerstädtischen Stau, der Fluggast die Warteschleife über München-Riem oder Frankfurt. Zeitsparende Gefährte verwandeln sich im Gedränge zu schleichenden Vehikeln. Als Abteilungsdrucker sind ebenfalls nur schnelle Geräte sinnvoll, doch Staus gibt es auch bei ihnen. Abhilfe können hier Arbeitsplatz. Drucker schaffen.

Aus dem Netzwerk oder über mehrere Schnittstellen gespeist, gibt der Zentralprinter acht, zehn, zwölf oder 20 Seiten je Minute aus, wenn er im Kopiermodus arbeitet. Die Angaben über die maximale Geschwindigkeit täuschen allerdings. Je nach Leistungsfähigkeit des Controllers sinkt das Arbeitstempo bis auf 50 Prozent des versprochenen Durchsatzes, sobald der Drucker den Text nur einmal aufbereitet. Enthält das Werbeschreiben eine integrierte Geschäftsgrafik oder schickt ein Techniker eine Plot-Datei auf den HPGL-fähigen Seitendrucker, so zieht sich die Aufbereitungszeit vor dem Ausdruck schier endlos hin. Wer in der Warteschlange hinten rangiert, darf nicht zu den ungeduldigen oder nervösen Zeitgenossen zählen. Mitarbeiter, die den Zentraldrucker häufig blockieren, sollten darum ein eigenes Ausgabegerät erhalten, auf dem sie zum Beispiel ihre Lagerlisten ausdrucken können. Zu leicht entwickelt sich der zentrale Printer sonst zum Flaschenhals für die ganze Abteilung.

Warteschlangen verdeckten Kosten schuld

Es kalkuliert sich so schön niedrig bei der Anschaffung nur eines "schnellen" Druckers je Abteilung oder Etage. Allerdings schlagen zukünftig die versteckten Kosten für Wege, das Sortieren des Gedruckten und andere Ausfallzeiten um so kräftiger zu Buche. Sachbearbeiter oder Sekretärinnen wandern regelmäßig zum zentral aufgeten Printer, um sich jeweils den Output abzuholen. Wer die Lauferei minimiert, sorgt in der Auffangschale für Papierberge, die sortiert und verteilt werden müssen. Wehe, wenn die Ablage des Druckers nicht ausreicht und die losen Blätter sich auf dem Fußboden verteilen. Verluste und Fehlgeleitetes sind stets einzukalkulieren. Und noch eins: Die Geheimhaltung von Daten oder Texten läßt sich ,ebenfalls nicht praktizieren. Am Drucker liest jeder mit, der Zu. gang zu ihm hat.

Weiterhin ist dafür Sorge zu tragen, daß die Maschine stets über einen ausreichend großen Papiervorrat verfügt. Das Display meldet zwar Papiermangel, aber wenn niemand darauf reagiert, ändert sich nichts an der Situation. Das gleiche gilt für den häufigsten Papierstau oder fehlenden Toner.

Nur schwer ist ein Abteilungsdrucker auf die individuellen Ansprüche der Nutzer einrichtbar, insbesondere dann, wenn verschiedene Emulationen verwendet werden sollen. Von der Plotteremulation HPGL, die in technischen Abteilungen häufiger genutzt wird, war schon die Rede.

Grafiken auf Overhead-Folien, das Layout der Preisliste oder das schön' und vor allem übersichtlich gestaltete Angebot wird bevorzugt mit der HP-Laserjet-Emulation gefahren, wenn nicht gar mit Postscript. Die Buchhaltung schickt ihre Daten und Listen gerne im Diablo-Modus auf den Printer. Stellt der Techniker den Drucker manuell auf HPGL ein oder ändert die Buchhaltung den Modus des Datenstroms am Bedienfeld, so blockieren sie damit jeglichen Textdruck.

Bequemer läßt sich der in s Netzwerk eingebundene Printer vom Bildschirm-Arbeitsplatz aus einstellen, und zwar per Befehl mit einem kleine Programm. Leider vermag der Anwender den Drucker nicht von seinem Arbeitsplatz aus zu befragen, in welchem Modus der gerade arbeitet. Der Printer versteht nur Befehle, Dialog ist nicht möglich. Dennoch genügt es, wenn der Abteilungsdrucker via Software auf die gewünschten Vorgaben ein- und umgestellt wird. Vom Mitarbeiter verlangt dies allerdings in der Konsequenz, jedesmal vorab den Drucker neu zu konfigurieren.

Eine allgemeingültige Druckeremulation erscheint in diesem Zusammenhang ideal. Im speziellen Fall mag der neue HP-Laserjet II die Lösung sein. Seine neue erweiterte Emulation PCL 5 integriert beispielsweise bereits HPGL/2. Und neben den üblichen Bitmuster-Schriften gehören auch zwei skalierbare, also beliebig in der Größe veränderbare Schriften, zur Standardausrüstung. Eine eigene Druckersprache vermag in Einzelfällen sogar Postscript zu ersetzen.

Trotz der genannten Nachteile sprechen für den Abteilungsdrucker im Netz die im Verhältnis niedrigen Anschaffungskosten, der geringe Platzbedarf und gegebenenfalls die zentrale Wartung.

Arbeitsplatzdrucker bedeuten Unabhängigkeit

Gut ausgerüstete Druckzentren mit speziellen Ergänzungen eignen sich dazu. So bietet sich eine Einheit an, die sowohl auf sieben Papierkassetten zugreift als auch die Blätter bei der Ausgabe in einem Zehnfach-Sorter ablegt. Zusammen mit dem Zehn-Seiten-Laserdrucker kostet die Einheit über 32000 Mark. Für das gleiche Geld kann man zum Beispiel etliche "Laserjets" im Büro installieren. Die Abhängigkeit von nur einem Ausgabegerät erledigt sich damit von selbst.

Wer den Arbeitsplatz-Drucker favorisiert, gewinnt Unabhängigkeit. Sofort, ohne lange Wartezeit, erhält die Sekretärin den Brief und kann ihn dann weiterleiten. Wenn erwünscht, steht ein Laserdrucker-Modell kleinster Bauart an dem einem Arbeitsplatz, am anderen einer mit der HPGL-Emulation, am dritten ein Drucker mit der Postscript-Erweiterung. Wege und Sortiererei entfallen. Insgesamt ist allerdings der Platzbedarf größer und in manchen Fällen werden Beistelltische nötig. Vor allem spricht der erhöhte Anschaffungspreis gegen die Individuallösung. Ein Acht-Seiten-Drucker in der Grundausrüstung kostet selten mehr als das Doppelte eines Vier-Seiten-Printers. Und in einigen Fällen sinken bereits die Preise für Zehn-Seiten-Maschinen unter die 5000-Mark-Grenze.

Die Investitionen sind besonders beim Laserdrucker und seinen LED- und LCS-Abwandlungen nicht schon mit der Anschaffung der Maschine abgeschlossen. Ganz im Gegenteil: Laserdrucker kosten dann erst richtig Geld. Häufig rechnet es sich etwa so: Für den Seitendrucker sind 5000 Mark zu zahlen. Während seiner fünfjährigen Betriebszeit verbraucht er etwa hundert Tonerkassetten und zehn organisch beschichtete lichtempfindliche Trommeln. In einigen Fällen muß gelegentlich der Entwickler erneuert werden.

Bequemer wechselt der Anwender bei den verbreiteten Druckern jedesmal die komplette Toner-Trommel-Kassette aus. Die Summe für die Verbrauchsmaterialien addiert sich auf etwa 30 000 Mark - über fünf Jahre verteilt. Je Monat betragen die Ausgaben dann etwa 580 Mark. Das scheint ein sehr hoher Betrag zu sein, sollte aber im Zusammenhang mit der angenommenen monatlichen Leistung von 5000 Seiten gesehen werden.

Wer die Anschaffungs- und Verbrauchskosten auf den Seitenpreis umlegt, der kommt in unserem Beispiel auf 11,7 Pfennige je Druck. Das ist ein durchaus üblicher Wert bei Seitendruckern. Dabei reicht die Spannweite bei den verschiedenen Fabrikaten und Modellen - gleiche Berechnungsart vorausgesetzt - von sechs bis 15 Pfennigen je Textseite. Papier und Energiekosten bleiben in dieser Berechnung unberücksichtigt. Wer im Handel andere Werte präsentiert bekommt, sollte vorsichtshalber nachrechnen, weil in solchen Kalkulationen häufig die Mehrwertsteuer fehlt oder die Rechnung bereits die Abschreibung des Druckers enthält.

Bis vor kurzem galt die Faustregel: Die schnellen und teuren Maschinen - meist auch mit einer Standzeit von mehr als 300 000 Blatt - liegen in den Verbrauchskosten niedriger. Das hat sich inzwischen geändert. Auch die Vier-Seiten-Drucker arbeiten bereits für unter zehn Pfennige bei einer Lebensdauer von 150 000 Seiten. Und eine Sechs-Seiten-Maschine neuester Bauart unterschreitet gar die Sieben-Pfennig-Marke pro Seite. Wer den Toner in größeren Mengen zum Staffelpreis erwirbt, drückt die Preise nochmals.

Bei Typenrad- oder Kugelkopf-Schreibmaschinen mit korrekturfähigem Filmband haben sich Seitenpreise von 22 bis 30 Pfennigen eingebürgert. Darin enthalten ist nur das Farbband. Die genannten Vergleichszahlen der Laserdrucker schließen auch die Anschaffungskosten der Maschine ein. In Relation zur Schreibmaschine arbeitet der Seitendrucker also für ein Drittel oder auch ein Sechstel des Geldes bei durchaus entsprechender Druckqualität. Außerdem verrichtet er seine Aufgabe schneller, leiser und spart beispielsweise das Wechseln der Typenräder, um in einem Angebot den Sonderpreis mit Kursivschrift hervorzuheben.

Ob viele Arbeitsplatz-Drucker oder ein einzelner zentraler Printer wirtschaftlich sinnvoller sind, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Nur die genaue Bedarfsanalyse vermag Aufschluß über die zweckmäßige Anschaffung und Ausrüstung zu geben. Eine gemischte Form mit mehreren Ausgabegeräten im Netz kann gegebenenfalls die sinnvollste Lösung sein. Ebenso ist es angebrachte Mitarbeiter, die sehr häufig lange Texte und Listen ausdrucken, mit einem separaten, auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Ausgabegerät auszustatten, um damit das Netz zu entlasten.

Ein einfacher Nadeldrucker kann als Zweitgerät den Zentral. drucken entlasten. Nur die endgültige Fassung eines Textes wird dann auf dem Seitendrucker ausgegeben.

Gleichfalls sollte ein Spezial. drucken" beispielsweise ein Farbdrucker, nur am Einzelplatzt eingesetzt werden. Dem Mißbrauch für private Zwecke öffen sich sonst Tür und Tor.

Mitarbeiter, die nur zwei Seiten pro Tag auszudrucken haben, können sicherlich auf das zentrale Ausgabegerät zurückgreifen. Ein eigener Drucker mit einer Lebensdauer von 300 000 Seiten überdauert mehr als 600 Jahre. Das dürfte im Laufe der Zeit einige Probleme beim Beschaffen des Toners nach sich ziehen.

*Udo Fußbroich ist Mitarbeiter von Computer 2000, München