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03.12.1998 - 

Nach dem Börsengang

AC-Service AG will ihre Präsenz in Deutschland ausbauen

MÜNCHEN (gh) - Mit der AC-Service AG, Stuttgart, ist diese Woche ein Unternehmen an die Börse gegangen, das über ein sehr differenziertes Produkt- und Dienstleistungsangebot verfügt. Dazu gehört IT-Outsourcing ebenso wie Services zur Lohn- und Gehaltsabrechnung. Zudem tummeln sich die Schwaben mit einer eigenen Lösung im Standardsoftware-Markt und verdingen sich als SAP-R/3-Partner.

"Wir mußten unseren Dornröschenschlaf beenden" gab CEO Herbert Werle gegenüber der COMPUTERWOCHE freimütig zu Protokoll, was sich seine Company (auch) durch das Going Public verspricht: mehr Publicity. Das in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Benelux-Ländern tätige Unternehmen galt bisher trotz seiner breiten Produkt- und Service-Palette eher als Nischenanbieter für spezifische Anwendungen und Märkte.

Mit einer Bookbuilding-Spanne von 27 bis 30 Mark wurden die AC-Service-Aktien vergangene Woche zur Zeichnung angeboten. Der genaue Emissionspreis war zum Redaktionsschluß noch nicht bekannt. Entscheidender dürfte jedoch eine andere Kennziffer sein: Im Zuge des Börsengangs wurde eine Kapitalerhöhung um neun Millionen auf 27 Millionen Mark vorgenommen. Geld, das zur Verbreiterung der Eigenkapitalbasis und für Akquisitionen verwendet werden soll. Wo genau Zukäufe getätigt werden sollen, dazu wollte sich AC-Service-Chef Werle noch nicht im Detail festlegen. Daß man vor allem die Präsenz in Deutschland (mit 54 Prozent Anteil am Gesamtumsatz der wichtigste Markt) ausbauen und die Position in den Bereichen IT-Outsourcing und Human Resources Services stärken müsse, gilt jedoch als ausgemacht.

Ob die Schwaben mangels kritischer Masse ihre ehrgeizigen Ziele umsetzen können, muß aber noch abgewartet werden. Mit 81,4 Millionen Mark Umsatz im Geschäftsjahr 1997 gehört(e) man im vor allem Dienstleistungsmarkt, in dem bekanntlich alles nach Größe schreit, nicht zu den Big Playern. Den Löwenanteil zu den Einnahmen steuert nach wie vor der Bereich Distribution Solutions bei, in dem das Unternehmen sein Geschäft mit betriebswirtschaftlicher Standardsoftware konzentriert hat (siehe Abbildung). Das Angebot umfaßt hier das vor allem auf die Belange des Großhandels abzielende Eigenprodukt "Famac" sowie seit Mitte des Jahres auch R/3, für das AC-Service einen, wie es heißt, "Systemhausvertrag mit SAP für den gehobenen Mittelstand" abgeschlossen hat. Hinzu kommen Dienstleistungen wie Beratung, Implementierung, Wartung, Training und Support.

Zweites Standbein ist das IT-Outsourcing, in dem AC-Service durch eine Konzentration auf das Thema R/3-Auslagerung seit längerem eine gefestigte Geschäftsbeziehung zu den Walldorfern vorweisen kann. Zielgruppe sind hier vor allem Unternehmen mit einer Größenordnung zwischen 50 und 500 Mitarbeitern - Anwender also, die nicht unbedingt mit Branchengrößen wie IBM und Debis zusammenarbeiten wollen. Aber auch im Bankenumfeld hat sich AC-Service, glaubt man der umfangreichen Kundenreferenzliste, mit Hilfe der Standardsoftware "Olympique" von Eri Bancaire bei der Komplettauslagerung von Front Office, Back Office, Devisen- und Derivatengeschäft etc. eine Namen gemacht.

Dritte Business Unit der AC-Service AG ist der Bereich Personal-Management. Hier vermarkten die Schwaben ihr Dienstleistungspaket "Accurat", das die Gehaltsabrechnung auf der Basis gängiger Systeme wie "Paisy", "SAP-R/3-HR" sowie "IBM-Lohn" und "Multipers" ermöglicht. Letztgenanntes System wurde erst Anfang November von der IBM Deutschland übernommen, was AC-Service weiter rund 60 000 Lohn- und Gehaltsabrechnungen einbrachte. Mit insgesamt mehr als 200000 Abrechnungen, die über das eigene Rechenzentrum in Stuttgart abgewickelt werden, sehen sich die Schwaben hier momentan hinter der Datev und ADP als Nummer drei in Deutschland.

Wachstum von mehr als zehn Prozent angestrebt

In allen drei Geschäftsbereichen will das Unternehmen CEO Werle zufolge in den kommenden Jahren deutlich zulegen, auch wenn sich das Produkt- und Servicegeschäft mit Standardsoftware wie schon in der Vergangenheit als größter Wachstumsträger (1997: plus 30 Prozent) entpuppen dürfte. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres konnte der Konzern, bei dem insgesamt acht Gesellschaften in Europa in der in Stuttgart ansässigen Holding gebündelt sind, den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 68,6 Millionen Mark steigern. Für das gesamte Geschäftsjahr 1998 geht man deshalb von Einnahmen von über 90 Millionen Mark aus. Für 2000 rechnen Analysten von Sal. Oppenheim bereits mit einem Umsatz von 123,5 Millionen Mark. Das Ergebnis vor Steuern soll 1998 4,4 Millionen Mark betragen - nach einem Verlust von 10,8 Millionen Mark im Jahr 1997, der jedoch hauptsächlich durch einen 1995 erfolgten Management-Buyout entstanden ist.