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29.09.2006

Accenture flieht aus schwierigem Outsourcing-Vertrag

Der Dienstleister übergibt Großprojekt mit britischer Gesundheitsbehörde an CSC.

Accenture hat die Konsequenz aus dem problembeladenen Großprojekt mit der britischen Gesundheitsbehörde NHS (National Health System) gezogen: Gestern kündigte der IT-Dienstleister an, die ihm anvertrauten Bereiche Ost und Nordost am 8. Januar 2007 komplett an CSC zu übergeben. Von den 500 Mitarbeitern, die für das CfH-Programm ("Connecting for Health") tätig sind, werden laut Steve Rohleder, COO (Chief Operating Officer) bei Accenture, etwa 300 zu CSC wechseln. Die restlichen 200 Mitarbeiter würden auf andere, in Großbritannien laufende Projekte verteilt.

Finanzielle Details geklärt

Um Vertragsstrafen zu vermeiden, zahlt Accenture über die nächsten neun Jahre hinweg 1,9 Milliarden Pfund an CSC. Die NHS hatte Bußgelder in Höhe von einer Milliarde Pfund angedroht, sollte Accenture aus dem Deal aussteigen. So wie es jetzt aussieht, wird der auf den Bermudas ansässige IT-Beratungs- und Outsourcing-Anbieter nur 63 Millionen Pfund an die NHS zurückzahlen. Insgesamt hatte er für seine bisherige Arbeit an dem Projekt 173 Millionen Pfund erhalten.

Das NHS-Accenture-Deal hat einen Vertragswert von insgesamt zwei Milliarden Pfund. Damit gehört Accenture zusammen mit CSC, der BT Group und Fujitsu zu den Hauptakteuren des Großprojekts, in dessen Rahmen die gesamte IT des britischen Gesundheitswesens erneuert werden soll. Angesichts der rigiden Vertragsbedingungen war es dem Unternehmen jedoch von Anfang an schwer gefallen, nennenswerte Umsätze zu erzielen.

NHS-Deal drück Umsatz

Auch im Ende August abgelaufenen vierten Quartal stiegen Accentures Einnahmen wegen der Probleme mit dem NHS-Projekt nur um ein Prozent auf 3,97 Milliarden Dollar. Dafür kletterte der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 51 Prozent auf 346,4 Millionen Dollar. Im Gesamtjahr erwirtschaftete Accenture einen Nettoprofit in Höhe von 16,65 Milliarden Euro. Davon entfielen fast zehn Milliarden auf das Beratungsgeschäft. Angesichts der derzeit hohen Auftragsbestände im Outsourcing-Bereich rechnet CEO William Green aber damit, dass sich die beiden Geschäftsfelder den Umsatz künftig gerechter aufteilen. Bereits im vierten Quartal habe sein Unternehmen mit Auslagerungsaufträgen fast so viel umgesetzt wie im Consulting-Geschäft.

Dem Firmenchef zufolge wird sich der Rückzug aus dem NHS-Projekt positiv auf die künftige Geschäftsentwicklung auswirken. So erwartet Accenture für das Geschäftsjahr 2007 ein Umsatzplus von neun bis zwölf Prozent und einen Gewinn pro Aktie zwischen 1,77 und 1,82 Dollar.

Anders als Accenture ist CSC mit dem Deal bis dato gut gefahren. Der IT-Dienstleister nennt zwar keine Zahlen darüber, wie viel Umsatz er konkret erzielt hat. Europa-Chef Guy Hains erklärte aber, dass sich das Projekt für sein Unternehmen schon jetzt "finanziell gelohnt" habe. (sp)