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04.02.1994

Access 2.0 steht in den Startloechern Programmier-Tools loesen DBs aus starrem Front-end-Dasein

FRAMINGHAM (IDG) - Die Auslieferung von Version 2.0 der Microsoft- Datenbank "Access" soll in Amerika im April starten. Experten vermuten, dass der Kampf um Marktanteile damit neue Qualitaeten erhaelt: Im Vordergrund steht dabei der Wettlauf um Techniken, mit denen Borland, Lotus und Microsoft ihre Produkte aus dem bisherigen Stand-alone- oder Front-end-Dasein hinauswachsen und zu echten Client-Server-Tools avancieren lassen wollen.

Im vergangenen Jahr buhlten die drei Kontrahenten MS-Access, Lotus-Approach und Borland-Paradox mit Preisaktionen recht erfolgreich um die Gunst der Kaeufer. Zielgruppe waren die Endanwender, die mit den jeweiligen Produkten auch mehr oder weniger komfortable Front-end-Tools fuer die Abfrage von SQL- Server-Datenbanken erhielten. In diesem Jahr wird sich die Verkaufsargumentation wieder mehr auf die technischen Aspekte konzentrieren: Access 2.0 fuehrt dazu eine bessere Integration zu Microsofts Datenbank-Engine SQL Server ins Feld sowie eine Reihe neuer Software-Assistenten, die den Endanwender in seiner Arbeit effektiver unterstuetzen sollen. Bei der Abfragetechnik in Access verwendet Microsoft die bereits in Foxpro eingesetzten Rushmore- Prozeduren, die eine hoehere Performance auch bei umfangreicheren Datensaetzen ermoeglichen.

Den wichtigsten Schritt in Richtung Client-Server-Umgebung unternehmen die Hersteller bei ihren PC-Datenbanken jedoch mit der Integration von Programmierwerkzeugen. Borland hat diesen Schritt mit der Verfuegbarkeit einer Developer-Edition von Paradox fuer Windows bereits vollzogen. Access wird sich diesbezueglich der juengsten Variante von Visual Basic bedienen, die sich zur Zeit ebenfalls noch im Betatest befindet. Auch sie bietet neue Assistenten, unter anderem zur Automatisierung von Abfrageroutinen und anderen Funktionen.

Den auffaelligsten Nachholbedarf von den drei konkurrierenden Produkten hat derzeit noch Approach - was den Verkaufserfolg von Lotus bislang jedoch nicht geschmaelert hat. Die Datenbank verfuegt in ihrer aktuellen Fassung ueber keine eigene Programmiersprache. Dies soll sich mit Lotus-Script aendern, einem grafisch orientierten Basic-Derivat, das Lotus nach seiner Fertigstellung in Approach integrieren will. Chris LeTocq, Analyst bei der Computer Intelligence/Info Corp., haelt diesen Schritt fuer zwingend erforderlich, wenn das ausschliesslich endanwenderorientierte Approach kuenftig nicht auf der Strecke bleiben will. Seiner Meinung nach darf ein Datenbank-Tool, soll es als eine Art Standardapplikation in ein Informationssystem Eingang finden, keine allzu engen Grenzen aufweisen. Statt dessen muesse anhand einer Programmierumgebung jederzeit ein gewisser Entwicklungsspielraum erkennbar sein.

Ob allerdings die in Access 2.0 vorgesehene Unterstuetzung von Stored Procedures ausreicht, um das Update zu einer ernstzunehmenden Client-Server-Applikation werden zu lassen, bleibt unter Kritikern umstritten: Die Datenbank sei zwar in ihrer neuen Form sehr viel leichter zu handhaben, bleibe aber nach wie vor eine Stand-alone-Loesung, behauptet Daniel Grant, President eines New Yorker Consulting-Unternehmens. Rich Finkelstein von der Performance Computing Inc. sieht in Visual Basic und Powersoft weiterhin die geeigneteren Client-Server-Werkzeuge. Access sei vom Grundsatz her nicht fuer dieses Konzept entwickelt. Diesen Bedenken entgegnet Microsofts Produkt-Managerin Mary Engstorm, dass mit zunehmender Integration von Visual-Basic-Komponenten die Datenbank aus ihrer Rolle als reines SQL-Abfragewerkzeug herauswachsen werde.