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24.08.2016 - 

Was IT-Dienstleister vermeiden sollten

Acht Fehler in der Kommunikation

Simon verantwortet als Program Manager Executive Education die Geschäftsentwicklung und die Inhalte des IDG-Weiterbildungsangebots an der Schnittstelle von Business und IT. Zuvor war er rund zehn Jahre lang als (leitender) Redakteur für die Computerwoche tätig und betreute alle Themen rund um IT-Sicherheit, Risiko-Management, Compliance und Datenschutz.
Was Dienstleister, Berater oder Mitarbeiter von Systemhäusern in Gesprächen und Debatten mit Mitarbeitern oder Kunden tunlichst unterlassen sollten, um Fehlinformationen, Konflikte und Imageschäden zu vermeiden.

IT-Leiter in Unternehmen und IT-Dienstleister besaßen lange den Ruf, schlechte Gesprächspartner zu sein, was geschäftliche Themen abseits der IT angeht. Viele haben sich aber ein neues Kommunikationstalent antrainiert und überzeugen in Vorstandssitzungen oder auch im Web.

Um Vereinbarungen mit Vorständen zu treffen, Aktionäre, Mitarbeiter und Kunden zu überzeugen oder Geschäftsprozesse im Auge zu behalten, ist das heute auch bitter nötig. Trotzdem kommt es immer noch vor, dass IT-Manager sich in Fachbegriffen verirren oder mit der falschen Einstellung in eine Konversation gehen. Damit aus diesen Fehltritten keine dauerhaften Imageschäden werden, ist es gut, wenn man die häufigsten Kommunikationsfehler bereits vorher kennt und möglichst von Anfang an vermeidet.

Auch IT-Verantwortliche können gute Gesprächspartner für Kollegen, Kunden oder Aktionäre sein.
Auch IT-Verantwortliche können gute Gesprächspartner für Kollegen, Kunden oder Aktionäre sein.
Foto: Rawpixel.com - shutterstock.com

Fachchinesisch benutzen

Mit technischem Fachjargon um sich zu werfen, ist der größte Fehler, den IT-Verantwortliche in Gesprächen mit Nicht-IT-lern machen können. Viele Experten können nicht richtig einschätzen, wie tief das eigene Fachwissen geht und wo im Gegenzug das Fachwissen des Gegenübers endet. Hier kann es schnell zu Missverständnissen und Kommunikationsstörungen kommen. Bleiben Sie als IT-Experte in Gesprächen mit "Nicht-Insidern" so weit wie möglich verständlich und vergewissern Sie sich, dass der Gesprächspartner alles so verstanden hat, wie er soll.

Technische Probleme beklagen

Wer in der Team- oder Vorstandssitzung über technische Probleme im Rechenzentrum oder anderen Unternehmensstellen klagt, darf sich nicht wundern, wenn diese Beschwerden Irritation und Unsicherheit auslösen. Kollegen, die nicht mit den beschriebenen Interna vertraut sind, verstehen in einem solchen Fall oft nur "Der hat massive Probleme, die er nicht in den Griff bekommt." Natürlich müssen IT-Probleme auch im großen Kreis thematisiert werden dürfen, das jedoch besser in einer sachlichen Art und Weise, die jeder verstehen und nachvollziehen kann. Fassen Sie die Probleme lösungsorientiert an und kommunizieren Sie sie lieber mithilfe von Fragen (Was macht… / Wer kann… / Warum kommt… / Wie bringt…) im größeren Kreis: So binden Sie andere Abteilungen gleich mit ein und zeigen, dass Sie auf das Know-how der Kollegen Wert legen.

Wie ein Verkäufer reden

Manager, die bislang mit einem Business-Hintergrund tätig waren, und IT-Führungspositionen übernehmen, sprechen ihre neuen Untergebenen in einem aufgeblasenen Ton an und wirken dabei häufig wie Verkäufer, die die neueste Kollektion heiße Luft präsentieren. Das kommt bei IT'lern nicht an und sorgt höchstens für Lachkrämpfe und rollende Augen innerhalb der Belegschaft.

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Inhalt dieses Artikels

 

StephanieSelmer

So mancher wird sich fragen: „Und jetzt?“

Welche Fehler gemacht werden, ist den meisten IT-Dienstleistern schon hinlänglich bekannt, so meine Erfahrung. Es mangelt an Alternativen. Wenn ich als Ersteller nicht weiß, wie ich eine PowerPoint aufbauen muss, damit mein Gegenüber gedanklich am Ball bleibt, hilft das wenig. Oder auf Biegen und Brechen Fragen stellen, nur um der Fragen willen, bringt niemanden weiter.

CAD-Robert

Der Beitrag von Simon Hülsbömer ist fachlich und sprachlich sehr gut und absolut zutreffend!

Mein Beobachtungen der letzten Jahrzehnte decken sich damit voll. Es scheint, als ob noch in den Firmen und Schulen (!) eine ganz alte Denke gelebt und gelernt wird: "Wenn Du schon nicht überzeugen kannst - dann verwirre wenigstens!" Damit und mit falschen Eitelkeiten kann man das "IT-Neusprech" nahezu unserer gesamten Branche erklären.

Meine Erfahrung ist: Du musst die Sprache des Zielpublikums reden und treffen. Anderfalls wirkst Du am Ende nur wie ein Ausserirdischer oder gar ein Hochstapler.

Unter den paar "unglückliche" PowerPoint-Folien sind leider welche aus Vorträgen "heraus gerissen" worden. Wenn "Design-Guru" Edward Tufte sich über die NASA-Folie (9 von 10) lächerlich macht, dann zeigt Designer Tufte lediglich eines: dass er von Raumfahrt und deren Problemstellungen nicht den Ansatz von Ahnung hat. Mehr nicht.

Ob eine Folie "gut" oder "schlecht" ist, entscheidet der Vortragende WÄHREND seinem Vortrag: Spricht er zu einem ausgewählten Fachpublikum und er erklärt die Folie (und deren Inhalt) Schritt-für-Schritt, dann ist es eine "perfekte Folie". Sitzen aber überwiegend Laien, Reporter und andere Nicht-Fachleute im Publikum, dann sind diese Leute entweder in der falschen Veranstaltung oder die Folie ist falsch gewählt. Im schlimmsten Falle wird die Folie nur 10sec. dem Publikum "um die Ohren geknallt". Dann ist es grenzwertig nahe zu "...dann verwirre wenigstens!".

Wird diese NASA-Folie am Ende noch als "Handout" (was für ein schöner, neuer Name: "Handout"!) einfach breit ins Publikum gestreut, dann kann es sein, dass es Raumfahrt-Laien wie dieser Eduart Tufte in die Hände bekommen. Leute, die von allem anderen -vielleicht- eine Ahnung haben, aber garantiert NICHT von Raumfahrt. Leute, wie der "Design-Guru" Tufte sollten sich dann einfach nur zurückhalten und sich -und vor allen Dingen nicht Andere- lächerlich machen.

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