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18.02.1994

Acht Thesen zur betrieblichen Weiterbildung in der DV (Teil 1) Mitarbeiterschulung wichtiger als Suche nach neuester Technik

Kaum einem Thema wird in Unternehmen so viel Aufmerksamkeit geschenkt wie dem der Weiterbildung. Dies gilt auch fuer den DV- Bereich. Georg Winkelhofer* hat ueber 200 Frageboegen von Org./DV- Beschaeftigten zu diesem Thema ausgewertet und daraus acht Thesen zur Situation und zukuenftigen Entwicklung des Weiterbildungs- Managements in der Informatik abgeleitet.

These 1: Die Qualifizierung und Weiterbildung der IV-Mitarbeiter und der IV-Fuehrungskraefte gelten als die bedeutendsten Erfolgsfaktoren im Informatikbereich.

So wichtig neue DV-Trends auch sein moegen, auf die Frage "Bitte priorisieren Sie die Bedeutung der nachfolgend aufgefuehrten Erfolgsfaktoren fuer Ihren IV-Bereich" bewerteten IV-Manager die Qualifizierung und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter mit der hoechsten Note. Ihre eigene Qualifikation und Weiterbildung hielten sie fuer den zweitwichtigsten Faktor.

Auf Platz drei und vier folgten das Management bei DV-Projekten sowie die strategische Ausrichtung der DV-Systeme. Die Organisation der Daten- und Informationsverarbeitung gilt als erfolgskritischer als der Einsatz von Standardsoftware.

Abgeschlagen auf Platz sieben bis zehn lagen der Einsatz neuester IV-Techniken und Technologien, Downsizing der Anwendungssysteme, Outsourcing von Software-Entwicklung sowie Outsourcing von RZ- Leistungen.

Anwender setzen jedoch insgesamt andere Prioritaeten als Beratungsunternehmen und Softwarehaeuser oder DV- Schulungsinstitutionen. Dies wird besonders deutlich in der Einschaetzung von neuesten IV-Techniken und -Technologien, DV- Projekt-Management, Organisation des IV-Bereiches und Outsourcing von RZ-Leistungen, wo die externen Berater, Trainer und Entwickler eine hoehere Erfolgs- erwartung zum Ausdruck bringen. Fuer die DV- Manager der Anwender liegt der Schluessel zum Erfolg eher bei den Mitarbeitern und Fuehrungskraeften sowie der strategischen Ausrichtung und beim Einsatz von Standardsoftware.

These 2: Hinter den betrieblichen Weiterbildungszielen stekken zunaechst ueberwiegend oekonomische und technische Vorgaben, die jedoch auf Dauer zugunsten von sozialen und marktorientierten Zielen ihre Bedeutung verlieren.

Marktorientierte Aspekte dominieren in Zukunft

Betriebliche Weiterbildung geht auf verschiedene Motive zurueck. Bezweckt werden etwa gesteigerte Produktivitaet, die Verkuerzung der Systementwicklungszeit, die Optimierung des Kosten-Nutzen- Verhaeltnisses, flexiblerer Personaleinsatz, die Belohnung fuer erbrachte Leistungen und der Ersatz fuer Gehaltserhoehungen.

All das steht im Zusammenhang mit oekonomischen Zielen. Weiterbildung kann aber auch eher technisch fokussiert sein. Dann geht es etwa um die Unterstuetzung der organisatorischen Veraenderungen, die Anpassung der Qualifikationen an die Arbeitsplaetze sowie die Verbesserung der Arbeitsqualitaet.

Die vorliegende Untersuchung ergab, dass die oekonomischen und technischen Motive bei den kurzfristigen Weiterbildungszielen deutlich ueberwiegen. Sie haben einen Anteil von knapp 70 Prozent. Soziale und marktorientierte Aspekte sind im Moment der Planung und Auswahl von Weiterbildungsveranstaltungen weniger wichtig. Die laengerfristigen Qualifizierungsaktivitaeten werden jedoch nur noch zu knapp 50 Prozent technisch und oekonomisch begruendet. Soziale und marktorientierte Aspekte werden hier wichtiger.

(wird fortgesetzt)

*Georg Winkelhofer ist Geschaeftsfuehrer der Projektmanagement- Akademie Stuttgart GmbH.