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04.10.2007 - 

Kolumne

Achtung: CIO-Basher unterwegs

Die Unternehmensberater von A.T. Kearney haben die IT wiederentdeckt. Allerdings haben die Consultants offenbar nicht vor, CIOs oder IT-Abteilungen zu beraten. Vielmehr zielen ihre Aussagen zur IT direkt auf Topmanagement und CEO. Einer jetzt vorgelegten Studie zufolge die auf Aussagen von 65 Top-Managern basiert bremse die IT das Unternehmenswachstum (siehe Seiten 1 und 8). Einmal abgesehen von der relativ kleinen Anzahl von Befragten, erschreckt die von A.T. Kearney vorgelegte Hochrechnung doch. 50 Milliarden Euro Umsatz entgehen allein deutschen Unternehmen, weil die IT die Geschäftsanforderungen ungenügend unterstütze vulgo zu langsam und zu unflexibel sei.

Das, liebe Berater, lässt sich nur als Milchmädchenrechnung bezeichnen. Wie kann man auf Basis von Tendenzaussagen zehn Punkte für eine IT, die das Business komplett ausbremst entgangenes Umsatzwachstum errechnen?

Außerdem hat A.T. Kearney mit den Top-Managern Leute gefragt, die dem Thema IT nicht immer aufgeschlossen gegenüber stehen, beziehungsweise zu wenig über die IT ihres Unternehmens wissen, um sie fair beurteilen zu können. Das können IT-Anwender ohne VIP-Support meistens besser (siehe Seite 10).

Top-Manager sind dagegen nur mittelbar von der IT betroffen und geben daher oft das IT- und CIO-Bashing weiter, dass sie von ihren Fachbereichsleitern als Entschuldigung dafür hören, dass sich Projekte verzögern oder sogar scheitern.

Mit diesen Argumenten soll beileibe keine Gegenrechnung aufgemacht und behauptet werden, die IT arbeite immer nahe am Optimum. Aber die einseitige Schuldzuweisung, die A.T. Kearney mit der Studie vornimmt, verkennt, dass die komplexen IT-Landschaften in den Unternehmen durchaus nicht allein auf dem Mist der IT-Verantwortlichen gewachsen sind. Gerade der Wunsch der Geschäftsseite nach Geschwindigkeit hat in vielen Firmen zu einer schlecht geordneten Applikationslandschaft ohne Architekturprinzipien geführt, die erhebliche Mängel und hier hat A.T. Kearney durchaus Recht aufweist in Sachen Datenkonsitenz, Transparenz, Usability und Funktionalität. Wenn man der IT also etwas vorwerfen muss, dann ihr Bestreben, das Business ohne Rücksicht auf mögliche Konsequenzen zu unterstützen. Doch was wäre passiert, wenn sich die IT unter Hinweis auf die explosionsartig zunehmende Komplexität geweigert hätte? Eben, die IT hatte keine Wahl und technisch kaum Möglichkeiten, den nachfolgenden Wildwuchs zu verhindern. Eine Wahl hat sie immer noch nicht, aber sie hat ein paar technische Möglichkeiten mehr, negative Nachwirkungen von schnellen Entwicklungen einzudämmen. Die sollte sie unbedingt nutzen, sonst kommen die Kearneys am Ende noch ins Haus.

Ist die IT so schlecht, wie A.T. Kearney sagt? Diskutieren Sie mit in unsererm Blog unter http://blog.computerwoche.de