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28.11.2016 - 

Preisschlacht zu Weihnachten

Achtung, Rabattfallen!

Arnd Westerdorf ist freier Journalist in Düsseldorf.
Das lukrative Weihnachtsgeschäft ist eröffnet. Die derzeitige Rabattschlacht tut ihr Übriges, die Konsumenten zu schnellen Weihnachtseinkäufen zu drängen. Doch Verbraucherschützer warnen vor schnellen Entscheidungen, Rabattfallen und Betrügern.

„Weihnachten ist der Höhepunkt des Christenjahres, denn an Weihnachten hat der Heiland den Einzelhandel gerettet“, so bissig kommentiert Kabarettist Dieter Nuhr diese Zeit. Fakt ist aber, das im letzten Jahresquartal und insbesondere in den Monaten November und Dezember Konsum, Einkäufe und gewerbliche Investitionen ihrem finalen Höhepunkt zustreben.

Das Weihnachtsgeschäft ist für viele Einzelhändler die wichtigste Zeit des Jahres. Es brachte im vergangenen Jahr den stationären Geschäften fast ein Fünftel des Jahresumsatzes und den Internethändlern sogar gut ein Viertel der Jahreserlöse. Das Jahresendgeschäft, das im Vertrieb gerne noch mal als „Umsatzendspurt für Verkäufer“ alle Kräfte freisetzen soll, verspricht in diesem Jahr besonders lukrativ zu werden.

Für das Weihnachtsgeschäft wird in diesem Jahr ein Rekordumsatz erwartet.
Für das Weihnachtsgeschäft wird in diesem Jahr ein Rekordumsatz erwartet.
Foto: Syda Productions - Shutterstock.com

Vor dem ersten Adventssamstag zeigt sich der Einzelhandel sehr optimistisch: Der Handelsverband Deutschland HDE erwartet für das diesjährige Weihnachtsgeschäft einen Rekordumsatz über 90 Milliarden Euro und im Zuge dessen einen Wachstumsplus von 3,9 Prozent: "Selten war die Ausgangslage für das Weihnachtsgeschäft so günstig wie in diesem Jahr", freut sich HDE-Verbandschef Josef Sanktjohanser.

Beliebte Einkaufsorte und Weihnachtsgeschenke

Nach einer Studie der Unternehmensberatung EY kaufen dann die Deutschen ihre Präsente zumeist im Fachgeschäft und vor allem Verbraucher mit höherem Einkommen sowie Familien mit Kindern bevorzugt bei Online-Händlern. An den Einkäufen, Bestellungen und entsprechenden Umsätzen partizipieren besonders die Branchen für Informations- und Telekommunikationstechnik und für Unterhaltungselektronik.

Während der HDE aktuell diese beliebtesten Weihnachtsgeschenke hierzulande ermittelte, dürfte der Digitalverband Bitkom rund um den ersten Advent wie in den Jahren zuvor verkünden, dass mobile Computer und Telefone – vor allem Smartphones und Tablets - ganz oben auf den Geschenklisten stehen. Aber auch Flachbildfernseher, elektronische Bücher und andere Medien, Konsolen und Zubehör für Computerspiele sind weiterhin beliebt. Zudem dürfte das steigende Interesse an Computeruhren (Smartwatches) schließlich unterm Tannenbaum gestillt sein.

Damit das Weihnachtsgeschäft und eine falsche Preispolitik betroffenen Händlern und Verkäufern nicht die Tränen in die Augen treiben, sind diese Überlegungen ganz nützlich.

Rabatte: Wo, Wie und am Besten in welcher Form?

Nachdem das Wann, Wo und Was soweit geklärt ist, treibt die preissensible Bevölkerung noch diese Frage um: Wo und wie kaufe ich besonders günstig ein? Die Antwort kommt fast von selbst, da die Welle an bestimmten Sonderangebots-Tagen aus dem angelsächsischen Raum immer stärker auf den europäischen Kontinent und damit nach Deutschland schwappt.

Die Rabattschlacht tobt im November in den Tagen nach Thinksgiving, dem in den USA und in Kanada frenetisch gefeierten Erntedankfest, das traditionell den Beginn des intensiven Weihnachtsgeschäftes einläutet. Im Fokus stehen hierbei der letzte Freitag des Monats, der ursprünglich vom stationären Handel begründete „schwarze Freitag“ und die vom Internethandel ins Leben gerufene Variante Cyber Monday.

„Die wachsende Bekanntheit und Beliebtheit solcher Aktionstage verdeutlichen den zunehmend ausgeprägten Reflex der preisbewussten modernen Konsumenten, auch beim Weihnachtseinkauf die optimale Ausbeute mit ihrem Weihnachtsbudget zu erzielen”, hieß es schon im vergangenen Jahr in einer Umfragestudie des Online-Marktplatzes RetailMeNot.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW) warnt derzeit jedoch die Verbraucher eindringlich vor den markanten Versprechungen mit bis zu 90 Prozent Preisnachlass und Rabattfallen. „Lassen Sie sich nicht von aufgeblasenen Rabatten blenden“, rät die Verbraucherzentrale NRW. Im Kontext fantastischer Sparpreise verweisen die Verbraucherschützer auf den gerne genutzten Vergleich mit den unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller (UVP), die von ihnen allgemein auch noch als „Mondpreise“ tituliert werden: „Unsere Stichproben in den vergangenen Jahren offenbarten: Durchschnittlich lagen die Preisreduzierungen an solchen Rabatttagen statt versprochener weit über 50 Prozent real bei unter 20 Prozent.“

Außerdem empfiehlt die VZ NRW, auf der Suche nach dem günstigsten Preis mindestens zwei Preissuchmaschinen zu nutzen. Solche Angebote sind zum Beispiel Idealo für Endverbraucher oder ITScope für Wiederverkäufer.

Verbraucher sollten sich nicht von Rabattfallen blenden lassen.
Verbraucher sollten sich nicht von Rabattfallen blenden lassen.
Foto: Michal Hubka - Shutterstock.com

Nicht voreillig und unbedacht einkaufen

Darüber hinaus rät die VZ NRW, sich bei Online-Einkaufsrecherchen nicht unter Druck setzen zu lassen. Ablaufende Bestands-Balken und Uhren seien ein beliebtes Marketing-Werkzeug, täuschten aber oftmals über die Zahl der tatsächlich noch vorhandenen Artikel hinweg. „Reicht die Zeit für eine Überprüfung des scheinbar attraktiven Deals nicht aus, kann in Ausnahmefällen auch mal auf Verdacht gekauft werden. Allerdings sollten Sie anschließend den Preis umgehend prüfen. Finden Sie das Produkt günstiger, gibt es bei Amazon und vielen anderen Händlern die Möglichkeit, den Kauf kostenlos zu stornieren“, so die Verbraucherschützer.

Die VZ NRW macht darauf aufmerksam, dass im Fall einer gescheiterten Stornierung noch die Möglichkeit des Widerrufs besteht: „Dieser ist bei einem Onlinekauf in der Regel ohne Angabe von Gründen bis zu 14 Tage nach Lieferung des Produkts gestattet.“ Hierfür können jedoch nach den Vorgaben des jeweiligen Händlers Rücksendekosten anfallen.

Zusätzlich nehmen die Verbraucherschützen neben den allgemeinen Fußangeln den Branchenprimus Amazon kritisch unter die Lupe: Zum einen gibt die VZ NRW den Prime-Abokunden bei der "Cyber Monday Woche" des Anbieters zu bedenken, dass sie bei ihrem Vorteil des Produktzugriffs eine halbe Stunde vor anderen Käufern für sich klären sollten, „ob Sie das Produkt wirklich brauchen und ob es Ihren Qualitätsansprüchen genügt“. Zum anderen rät die staatliche Institution von Vorkasse-Käufen ab und dringt auf Kaufabschlüsse über „die sichere Amazon-Kasse“.

Gleichzeitig kritisiert sie die aus Ihrer Sicht unzureichende Informationspolitik der Handelsplattform: „ Obacht! Amazon ist seit Jahren im Fokus von Betrügern, die massenhaft Technikartikel zu Traumpreisen einschleusen. Diese Fake-Angebote sollten tunlichst nicht mit Cyber-Offerten verwechselt werden.“ Übrigens ist es für Online-Käufe auch ratsam, aufmerksam die Nutzer-Kommentare zu preislich heruntergesetzter Ware zu lesen. Bei manchen billigen Artikeln lassen nämlich die Produktqualität und der Service des Anbieters deutlich zu wünschen übrig.

Lesetipp: Preisnachlass – mit Rabatten in den Ruin

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