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03.10.1975

ACO-Ahlmann & Co., Andernach "Quasi Online-TP" mit 3741-Diskettenstation

Alle Auftrage, die im Rendsburger Zweigwerk der Firma ACO-Ahlmann & Co. bis 11.00 Uhr eingehen, werden i noch am gleichen Tag bestätigt, obwohl ihre Bearbeitung im 600 Kilometer entfernten Rechenzentrum des ACO-Werkes Andernach erfolgt. Durch den Einsatz der IBM-Diskettenstation i 3741 mit angeschlossenem Drucker 3713 in einer Doppelfunktion sowohl als Datenerfassungs- und Sammelplatz als auch zur Datenfernübertragung zum zentralen Rechner, einem IBM System/3 Modell 10, konnte eine "quasi online"-Auftragsbearbeitung verwirklicht werden. Die Firma ACO, Hersteller von sanitären Einrichtungen, beschäftigt in beiden Werken rund 700 Mitarbeiter.

ANDERNACH- Als nach Installation der EDV Anlage Anfang 1971 in Andernach mit der Übernahme der Arbeitsgebiete Lohn- und Gehaltsabrechnung, V Materialwirtschaft und Auftragsbearbeitung einschließlich Fakturierung für das gesamte Unternehmen - also auch für Rendsburg - begonnen wurde, bedeutete das zunächst - wie EDV-Leiter Alfons Bungarten berichtet - eine Verschlechterung der Terminsituation für die Schleswig-Holsteiner:"Da die Daten zentral in Andernach auf Lochkarten erfaßt wurden, mußten die

Urbelege per Post oder Bahn von Rendsburg nach Andernach geschickt werden."

Zwei Tage Verzögerung

Anstelle einer Verkürzung der Bearbeitungstermine für Rendsburg wäre mit dieser Art der Datenverarbeitung (Uraufschreibung in Rendsburg - Postversand nach Andernach - dort Verarbeiten - Retourversand) gegenüber der manuellen Abwicklung eine Verzögerung um mindestens zwei Tage entstanden. In dieser Situation kam IBM's Ankündigung der 3740-Datenstation mit Diskette den ACO-Leuten wie gerufen. Bungarten: "Mit der installierten 3/10-Anlage wäre "echte" Online-Verarbeitung im Multiprogramming ohnehin nicht möglich gewesen." Aber auch aus Kostengründen sei eine Lösung mit Direktanschluß des Werkes Rendsburg verworfen worden.

Bungarten entschied sich für zwei Diskettenstationen 3741, um die Daten zwischen Andernach und Rendsburg über eine gemietete Standleitung der Deutschen Bundespost mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 120(3 Baud auszutauschen.

Minutiöser Zeitplan

In der Zentrale stehen jetzt statt vier Locher/Prüfern eine Tandemeinheit 3742 sowie zwei Stationen 3741 - eine für den Datentransfer, eine direkt verbunden mit Rechner-, die in der übertragungsfreien Zeit ebenfalls als Erfassungsplätze eingesetzt werden. Für sein System 3 mit 24 K Bytes Hauptspeicher-, 5445-Platteneinheiten für insgesamt 43,4 MB Speicherkapazität Mehrfunktions-Karteneinheit sowie Drucker (300 Zeilen/Min.) zahlt Bungarten monatlich 14 500 Mark Miete.

Die Auftragsbearbeitung/Fakturierung für das Werk Rendsburg läuft nach einem minutiösen Zeitplan ab: Der tägliche Auftragseingang der norddeutschen ACO-Niederlassung wird auf Diskette erfaßt (Kunden Nummer, Bestelldaten, Liefertermin, Auftragsnummer, Artikelnummer und Stückzahl),- alle übrigen Kunden und Artikel-Informationen sind in Andernach auf Platte gespeichert. Bei der Erfassung werden alle bis 11.00 Uhr eingegangenen Aufträge berücksichtigt. Gegen 11.45 Uhr werden die Daten nach Andernach übertragen, physisch von der TP-Diskette an die rechnergekoppelte Diskette übergeben, dort bis 13.00 Uhr i vom System/3 bearbeitet und in die Auftragsbestandsdatei übernommen. Danach gibt das System die generierten ! Auftragseingänge als Druckdatei auf

die Diskette aus, ebenso die bei einer Plausibilitätsprüfung festgestellten fehlerhaften Aufträge. Anschließend erfolgt das Überspielen nach Rendsburg wo über den Drucker der empfangenden 3741 die Auftragsbestätigungen mit Lieferscheinkopie sowie das Fehlerprotokoll ausgegeben werden Anhand der Lieferscheindaten werden im Lager die einzelnen Sendungen zusammengestellt und abweichende Stuckzahlen einer Position auf der Lieferscheinkopie vermerkt, - anschließend gehen die Lieferpapiere zur Berechnung an die Erfassungsstelle. Die noch am gleichen Tag in der Zeit von l 6.00 Uhr bis 16.30 Uhr erfaßten Lieferscheindaten werden allerdings erst am nächsten Morgen um 7.30 Uhr nach Andernach übertragen. Der Kreislauf ist geschossen, wenn die auf dem System '3 aufbereiteten Rechnungen im Anschluß an die Übertragung der Auftragsbestätigungen vom gleichen Tage durch die Leitung via Rendsburg geschickt und dort ausgedruckt werden.

Geschlossener Kreislauf

Das Erfassen und Drucken für den gesamten Komplex Auftragsbearbeitung und Fakturierung mittels Diskettenstation 3741 beansprucht täglich zirka , Stunden. Die Gesamtübertragungszeit zwischen Rendsburg und Andernach liegt bei durchschnittlich 48 Minuten pro Tag. Hierfür fallen monatlich zwischen S20 und 630 Mark Telefonkosten sowie die Mietkosten für zwei Postmodems (je 214 Mark) an.

Alfons Bungarten bereitet - obwohl sich die "3741-Lösung im großen und ganzen bewährt" hat - die "Online-Ära" bei der ACO vor: ein System 3/12 I ist bestellt, 1976 soll die Auftragsbearbeitung über Bildschirme abgewickelt werden.