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30.10.1998 - 

US-Kommunikationssoftware-Spezialist Virtual Motion an Bord geholt

Acotec kauft sich in den amerikanischen Remote-Access-Lösungsmarkt ein

Der Deal erfolgte im Rahmen eines Anteiltauschs. Die Acotec-Altgesellschafter gaben ein Fünftel ihrer Anteile an die Virtual-Motion-Eigner ab, die dadurch nunmehr an dem Berliner Kommunikationsspezialisten beteiligt sind. Beide Unternehmen zusammen werden im laufenden Geschäftsjahr (Ende: 31. Dezember) mit insgesamt 75 Mitarbeitern einen Umsatz von 8,5 Millionen Mark einfahren, davon stammen 2,5 Millionen Mark von den Amerikanern. Acotec-Chef Thomas Schröter, der die Geschicke des fusionierten Unternehmens fortan gemeinsam mit Virtual-Motion-CEO Ken Hilliard lenken wird, erklärte auf der Systems '98 in München zufrieden: "Dies ist ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte." Denn durch diesen Deal stünden Acotec in den USA sofort Entwicklungs- und Vertriebsressourcen sowie ein Kundenstamm zur Verfügung. Der Name Virtual Motion soll zunächst bestehenbleiben, da er in den USA etabliert sei. Im Laufe des nächsten Jahres aber planen die Berliner, dann unter eigenem Namen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten aufzutreten.

Marktführerschaft bei NT-basierten Lösungen

Der US-amerikanische Zuwachs scheint für Acotec eine sinnvolle Verstärkung im boomenden Remote-Access-Server-Markt zu sein, dem Analysten eine jährliche Wachstumsrate von mehr als 40 Prozent prophezeien. Bis zum Jahr 2000 soll sich nach Berechnungen der Yankee Group der Umsatz von weltweit 4,2 Milliarden Dollar 1997 auf dann 12,4 Milliarden Dollar fast verdreifachen. Dabei sieht sich Acotec nunmehr vor allem im Windows-NT-Umfeld bestens positioniert. Gemeinsam mit Virtual Motion, so Schröter, sei man im Segment für NT-basierte Remote-Access-Server-Lösungen mit 60 Prozent jetzt Marktführer.

Mit dem Firmenkauf und dem damit verbundenen Sprung in die USA schlägt Acotec ein neues Kapital in einer etwas ungewöhnlichen Firmengeschichte auf. Im Februar herrschte bei den Berlinern noch Katzenjammer. Acotec, ursprünglich auf Kommunikationssoftware spezialisiert, hatte sich mit seinen Ambitionen, auch im ISDN-Hardwaregeschäft und Consumer-Markt mitzumischen, verzettelt. Folge: The ISDN-Company, wie sich die Berliner selbst bezeichneten, mußte Konkurs anmelden. Schröter kaufte jedoch dem Konkursrichter den Namen und die Sourcecodes ab und gründete schließlich zum 1. März die neue Acotec. Unterstützung leistete die Venture-Capitalist Technologiemanagement VC Beteiligungs GmbH, die mit 41 Prozent bei Acotec einstieg. Seither konzentriert sich das Unternehmen auf Microsoft-basierte Remote-Access-Lösungen, arbeitet in der Entwicklung eng mit dem Redmonder Softwareriesen zusammen und paktiert zudem mit PC-Server-Krösus Compaq.

Beate Kneuse ist freie Journalistin in München.