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23.07.2004 - 

Version 8 der Reporting-Software erlaubt flexiblen Zugriff auf Datenquellen

Actuate greift Berichtsdaten direkt ab

MÜNCHEN (as) - Einen neuartigen Ansatz für die Generierung von Berichten aus heterogenen Datenquellen hat der Reporting-Spezialist Actuate mit seiner Software "Actuate 8" vorgestellt. Sie soll direkte, zeitnahe und metadatengetriebene Abfragen auf operative Systeme und XML-Daten gestatten.

Mit Actuate 8 erhalten Anwender die Option, je nach Bedarf für Abfragen Daten aus beliebigen Quellsystemen zielgenau anzuzapfen, statt wie meist üblich nur mit konsolidierten Informationen beispielsweise aus einem Data Warehouse zu arbeiten. Möglich machen sollen dies zusätzliche Funktionen in der Reporting-Software, die größtenteils vom zugekauften XML-Spezialisten Nimble Technologies stammen und nun in den Actuate-Server integriert wurden.

In drei Schritten zum Bericht

Umgesetzt werden solche Abfragen mit der neuen grafischen Modellierungsumgebung "Information Objects Designer". Laut Thomas Hohmann, Technical Account Manager bei Actuate, müssen Entwickler mit dem Tool zunächst die Datenverbindungen physikalisch mit Hilfe marktgängiger Datenbanktreiber wie JDBC oder ODBC implementieren. Dabei lassen sich dank entsprechender Schnittstellen auch XML-Dateien, das "SAP Business Integration Warehouse", SAP R/3 sowie die Standardsoftware von Peoplesoft als Quellsysteme einbeziehen. Unstrukturierte Daten können hingegen bei der Abfrage nicht verwendet werden. Die Informationen zu den einzelnen Datenverbindungen werden als XML-Dateien hinterlegt, die Actuate als "Data Connection Definitions"(DCD) bezeichnet. Anschließend muss der Entwickler aus den gewünschten Datenhaltungen die Tabellen und Views auswählen, die angesprochen werden sollen. Dann speichert er die Definitionen der Zugriffslogik und die DCD als "Map", die ebenfalls im XML-Format verwaltet wird.

Im letzten Schritt werden für jede Abfrage auf verschiedene Quellsysteme die Maps grafisch zusammengeführt (Join) und zugleich als "Information Object" (IO) in XML gespeichert. Dabei lassen sich IOs beispielsweise hierarchisch organisieren und verschachteln und sich so äußerst komplexe Abfragen aufbauen. XML wird aber nur intern von der Reporting-Software für den Aufbau einer durchgängigen Metadatenschicht für die Definition und Verwaltung der Queries benutzt. Die Abfrage selbst erfolgt weiterhin in Form von SQL-Statements, die von der XML-Query-Engine von Nimble erzeugt werden und den Spezifikationen von SQL Version 9.2 folgen. Entwickler können neben der grafischen Implementierung der SQL-Statements diese auch manuell nachbearbeiten. "Wir verwenden SQL, weil unsere Kunden damit vertraut sind", argumentiert Hohmann.

Actuate sieht sich mit dem Ansatz der Information Objects und den nun möglichen flexiblen Datenabfragen als Vorreiter im Reporting-Markt und gesellt sich zu Anbietern von Software, deren Einsatzgebiet Analysten als "Enterprise Information Integration" bezeichnen. Ziel solcher Technik ist es, Informationen möglichst zeitnah und flexibel mit Hilfe von XML-Metadaten aus beliebigen (operativen) Quellsystemen zusammenführen zu können. Allerdings will sich der Hersteller laut Hohmann auch künftig ganz auf das Berichtswesen konzentrieren und nicht mit Anbietern von Datenintegrationstechnik wie etwa IBM konkurrieren. Hohmann sieht die Konkurrenz eher in Features von Berichtswerkzeugen wie den "Business Views" von Chrystal Decisions, mit denen sich aber nicht auf SAP und XML zugreifen lasse, und dem "Framework Manager" in der Berichtssoftware "Reportnet" von Cognos, das aber kein Caching biete.

Praxiserfahrungen stehen noch aus

Allerdings bleiben einige Hürden bei der Implementierung der neuen Technik zu nehmen. So haben die Information Objects nichts mit den gleichnamigen bisherigen Abfragefunktionen in der Actuate-Software gemein und werden für einige Verwirrung sorgen. Zudem ist die Nimble-Technik erst wenig erprobt, und derzeit existieren keine Erkenntnisse über die Performance solcher Lösungen, vor allem wenn sie per Adhoc-Abfrage direkt auf operative Systeme zugreifen. Actuate versucht langen Antwortzeiten und zusätzlicher Netzlast entgegenzuwirken, indem es einen Cache bietet, mit dem sich die benötigten Daten lokal vorhalten lassen.

Für Endanwender hingegen sind Information Objects künftig lediglich eine weitere Datenquelle für Berichte, die sich auch mit Informationen aus einer operativen Datenspeicher oder einem Data Warehouse kombinieren lassen. Die Technik ist für alle Tools verfügbar und stellt zugleich erstmals einen einheitlichen Metadaten-Layer für das Portfolio in Aussicht.

Erweiterte Excel-Integration

Weitere Neuerungen in Actuate 8, das jetzt verfügbar ist, betreffen die bessere Integration mit Excel, die die Nutzung von Pivoting und Filter einschließt, sowie die Verwendung von 3D-Grafiken. Ferner steht mit "Adoption Monitoring" ein Feature zur Überwachung und Messung der Systembenutzung bereit, und es kommt Bewegung in das bisherige Lizenzmodell: Neben der Bepreisung nach CPU-Zahl ist jetzt auch eine Berechnung per "Namend User" möglich.