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NCG-Fachsitzung bringt keine Klarheit Ober Einführungstermin:

Ada erst in einiger Zeit kommerziell nutzbar

16.07.1982

HOUSTON (cw) - Anläßlich der National Computer Conference (NCC) befaßte sich eine Fachsitzung mit dem Stand der Programmiersprache Ada und ihrer Einführung. Klarheit über den Einführungszeitpunkt konnte nicht erzielt werden.

Nach Ansicht von Dr. Kenneth Bowles von der Telesoft Inc. und der University of California liegt einer sofortigen Einführung eigentlich nichts mehr im Weg, auch seien bereits einige Produktionsprogramme auf dem Markt. Die Ada-Implementierung von Telesoft ist zwar bereits kommerziell lieferbar, doch seien einige wichtige Sprachkomponenten, beispielsweise der Generik, abgeleitete Typen, Operator-Overloading und Darstellungsspezifikationen noch nicht fertig.

Der Compiler von Telesoft generiert vor allem Programmcode für Mikrocomputer. Zielsysteme sind die 16 und 32-Bit-Prozessoren. Was Telesoft anstrebt, ist ein voll validierter Compiler für Menschen, die damit umzugehen wissen. Das Unternehmen will in erster Linie die Systementwickler ansprechen, dagegen werden Leute, die im Computershop einkaufen, ohnehin bis auf weiteres nicht mit Ada arbeiten wollen.

Bei der Diskussion über das Thema "Codegenerierung für die Generik" stellte Dr. Ronald F. Brender von Digital Equipment fest, daß Ada-Einrichtungen für generische Unterprogramme und Programmpakete für die Implementierung von Ada-Compilern bestimmte Herausforderungen darstellten. Er beschrieb eine mögliche Zwischenstrategie, durch die nur einige, aber keineswegs alle Installationen sich in die generischen Bestände teilen könnten. Der Vortragende wies daruf hin, daß mit der Einführung von Ada erst bei Vorlage dieser Generik begonnen werden könne. Es würde einige Zeit dauern, bis Implementierungen vom vollen Potential der Sprache profitieren könnter .

Dr. Benjamin M. Brosgol kam mit einer ziemlich direkten Antwort auf die große Frage, die in der Fachsitzung gestellt wurde - "Wann wird Ada eingeführt" - "1984" lautete seine Antwort. Seine Voraussage stützte sich auf den Vortrag seiner Firma, der Intermetrics Inc., mit der U. S. Air Force über die Entwicklung eines Ada '82-Compilers.

Brosgol beschrieb die "Descriptive Intermediate Attributed Notation for Ada" (Diana). Es handelt sich bei ihr um eine Zwischenform von Ada zur Unterstützung bei der Entwicklung von Compilern und Programmierhilfen im Ada-Programmierunterstützungs-Umfeld.

Dr. Gerald Fisher vom Courant Institute der New Yorker University (NYU) beschrieb den NYU-Ada/Ed-Übersetzer, der als "ausführbare" Spezifikation der Ada-Semantik gedacht ist und die Ausbildung und das Vertrautsein mit der Sprache fördern soll.

Der vor einem Jahr zur Benützung freigegebene Ada/Ed-Übersetzer scheint sich bei Validierungstests gut bewährt zu haben, er ist benutzerfreundlich, andererseits aber bei einer Übersetzungsleistung von 30 Zeilen in der Minute sehr langsam. Nach Fisher ist er brauchbar, wenn man sich einen DEC-VAX als Personal Computer leisten kann.

Der Ada/Ed-Übersetzer ist für den DEC-VAX unter VMS und Unix sowie das 470-System von Amdahl unter VMS lieferbar. Fisher schränkte aber ein, daß er in der Hauptsache für Ausbildungszwecke und zum Vertrautwerden mit der Ada-Sprache vorgesehen ist.

Dr. Larry Weissmann von der Softech Inc., beschrieb das Ada Language System - ein vollständiges Programmierumfeld für die Entwicklung von Ada-Programmen - an dem Softech im Auftrag der U. S. Army arbeitet. Die DEC-VAX-Version des Systems soll im Herbst dieses Jahres geliefert werden, so daß die Army im Januar mit dem Beta-Testen beginnen könne. Die Software basiert auf der 1980/81-Version von Ada. Um die Mitte 1983 ist mit der Forderung einer neuesten Version durch die Army zu rechnen.

- Der Autor gehört zum Stab der COMPUTERWORLD. Aus der COMPUTERWORLD vom 21. Juni übersetzt von Hans J. Hoelzgen, Böblingen.

Generik

Das Wort "Generik" wurde von amerikanischen Mikrocomputer-Softwareherstellern geschöpft. Generische Software beinhaltet nach Aussage von Werner L. Frank. dem Vizepräsidenten der Informatics General Corporation aus dem kalifornischen Woodland Hills. verschiedene Anwendungsmöglichkeiten wie ein Database-Management, grafische Darstellung. Planungs- und Analysemöglichkeiten, Textverarbeitung und Kalenderführung. Mit generischer Software sei es möglich, dieselben Daten in einer Anzahl verschiedener funktionaler Programme zu verarbeiten.