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Internationaler APSE-Workshop erfolgreich:

Ada und Diana bauen auf Stoneman

20.02.1981

MURNAU (CW) - Eine weitgehende Übereinstimmung über das Konzept der Ada-Zwischensprache "Diana" konnte auf dem internationalen Workshop "Design of Intermediate Languages for APSEs" in Murnau erzielt werden. Über das "Ada Programming Support Environment" (APSE) diskutierte dort unter Leitung der Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH, Ottobrunn/München, eine Ada-Expertengruppe.

Der sinnvolle Einsatz der Programmiersprache Ada, die im September 1980 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, erfordert nicht nur effiziente Übersetzersysteme, sondern auch Software, die den Benutzer beim Erstellen, Testen und Warten von Programmen unterstützt. Das US-Department of Defense (DoD) entwickelte im Rahmen der Ursprungskonzeption für Ada (Vereinheitlichung der gebräuchlichen Sprachen) einen Forderungskatalog für die Sprachumgebung. In diesem Forderungskatalog, genannt "Stoneman", ist die Austauschbarkeit der Software-Werkzeuge zwischen verschiedenen Sprachumgebungen verankert.

Insbesondere die vom Übersetzer erzeugte rechnerinterne Darstellung von Programmen bedarf noch weiterer Vereinheitlichungen, um die international in Angriff genommenen "Stoneman"-Projekt zu koordinieren. Hier spielt die Zwischensprache "Diana" eine wesentliche Rolle.

Aufgabe des Workshops war es nach Aussage von Dr. Horst Clausen, IABG, einen von Experten der Carnegie Mellon University und der Universität Karlsruhe entwickelten Diana-Vorschlag zu diskutieren, eventuell zu komplettieren und als Grundlage für die weitere Projektarbeit festzuschreiben. Diana - entwickelt aus den Vorgängersprachen TCOL/Ada (CMU) und Aida (Karlsruhe) - stand somit international zur Debatte. Man sei mit dem Ergebnis dieser Woche sehr zufrieden, führte Clausen aus, da Diana in weiten Teilen voll akzeptiert worden sei, und strittige Punkte durch die Einführung von Attributen auf festgelegten Grundlagen ausgeräumt sind. Auch verschiedene Tools seien jetzt aufsetzbar geworden. Diana mache es möglich, so Clausen weiter, verschiedene Front-end- und Back-end-Compiler für Ada mit nur geringem Aufwand zu verbinden.

Detailergebnisse des Workshops werden in nächster Zeit erwartet - die COMPUTERWOCHE wird darüber berichten. Die generelle Problematik sieht das Entwicklungsteam der IABG darin, daß weltweit die Zahl der Ada-Experten noch gering sei, und deshalb eine enge internationale Kooperation notwendig werde.

Aus Kosten und Zeitgründen sei Verständigung und Koordinierung erforderlich, die man durch Veranstaltungen dieser Art zu fördern versuche. Ada, so bestätigten die weiteren Mitglieder des Teams, werde langfristig den Softwaremarkt verändern, da erstmals von Anwenderseite mit einem Forderungskatalog an die Hardware-Hersteller getreten worden sei, auf den sich die technische Entwicklung habe einstellen müssen.

Für den militärischen Gebrauch wird Ada voraussichtlich 1983 bei der US-Army zur Verfügung stehen; ab 1985 wolle die US-Air Force diese Sprache übernehmen. Im industriellen Bereich sei ein Einsatz möglich, so Dr. Clausen, jedoch müsse man umfangreiche Erfahrungen erst noch sammeln.