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17.06.1988 - 

Experten propagieren Ada für den kommerziellen Einsatz:

Ada wird Software-Engineering-Tool

MÜNCHEN (CW) - "Der Ruch des Unanständigen" müsse endlich von der Programmiersprache Ada entfernt werden, so das Fazit eines Expertengesprächs am Rande der Ada-Europe Conference in München. Dem Einsatz dieser Sprache im kommerziellen Bereich stehe eigentlich nichts mehr entgegen.

"Was ist denn bitte an Pascal zivil?", fragte Dr. Helmut Hummel, Ada-Spezialist bei der IABG in Ottobrunn, in Umkehrung der oft gehörten Äußerung, Ada sei aufgrund seiner Sponsoren (Department of Defense, Bundeswehr) eine Programmiersprache mit militärischem Einsatzziel. Das von Concurrent Computer ausgerichtete Expertengespräch befaßte sich thematisch mit der Frage "Ada, quo vadis?"- und diese Thematik ist in der Tat speziell in Deutschland von besonderer Qualität.

Obwohl sich deutsche Experten sehr früh mit dieser Sprache auseinandergesetzt haben (und eines der weltweit fünf Ada-Validation-Facilities seinen Sitz in Deutschland hat),

gibt es in der Bundesrepublik im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten und den USA keinerlei Ada-Vereinigung; weder Industrie noch Anwender konnten sich trotz aller Lippenbekenntnisse vergangener Tage zur Gründung einer solchen Gruppe aufraffen. So bleibe der engere Ada-Spezialistenkreis in deutschen Landen vorerst auf gut 250 Köpfe beschränkt, überschlug Dr. Georg Winterstein, Leiter des Ada-Projektes "Sperber-Compiler" und geschäftsführender Gesellschafter der System KG, Karlsruhe.

Dabei habe sich die Programmiersprache mit seiner Entwicklungsumgebung inzwischen zu einem neuen Konzept des Software-Engineering gemausert, meint Dr. Peter Hruschka, International Program Manager CASE der GEI, Aachen. Es gelte nun, diesen Konzeptgedanken verstärkt an die Öffentlichkeit zu tragen.

Generelle Kritik äußerten die Experten am Verhalten der Hardwareindustrie. Wenn überhaupt, so werde Ada trotz der Existenz validierter und leistungsfähiger Compiler nur

halbherzig beachtet und gefördert. Für den breiten Einsatz der Sprache in kommerziellen Projekten sei aber gerade dieser Sponsorship unabdingbar.

Zwei weitere Problemkreise standen zur Diskussion: die Frage der Ausbildung und der Zukunft von Ada-Europe - die EG-Unterstützung laufe gegen Ende des Jahres aus, aber Ada-Europe wolle weitermachen, so ein klares Statement, denn die Möglichkeiten dieser Sprache, gerade auch im kommerziellen Einsatz die Softwareinvestitionen in den Griff zu bekommen, seien als sehr positiv zu bewerten.