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22.03.1991 - 

Anwender geben Mainframe-Datenbanken der IBM schlechte Noten

Adabas, Oracle und Datacom stellen DB2 in den Schatten

MÜNCHEN (CW) - Von der Konkurrenz und den Medien oft als veraltet gescholten, vermag Adabas seine Benutzer offenbar doch zu überzeugen. Bei einer Anwenderbefragung, die die IDG Research Corp. , Framingham/Massachusetts, und die First Market Research Corp., Austin/Texas, kürzlich durchführten, schnitt das Datenbank-Management-System der Software AG (SAG) überraschend gut ab.

Ins Rennen gingen sieben als relational vermarktete DBMS-Produkte, die auf IBM-Mainframes oder kompatiblen Maschinen ablauffähig sind. Nur vier dieser Produkte wurden tatsächlich in Anlehnung an das relationale Modell konzipiert: die IBM-Systeme DB2 und SQL/DS sowie Oracle vom gleichnamigen Anbieter und Supra von Cincom Systems. Sowohl Adabas als auch Datacom und IDMS, beide mittlerweile im Vertrieb der Computer Associates (CA), haben ein hierarchisches Design, das nachträglich um relationale Eigenschaften ergänzt wurde.

Zwei der Systeme sind relativ wenig verbreitet

Die relationalen Versionen der beiden CA-Produkte sind im Vergleich zu den Konkurrenzsystemen noch wenig verbreitet, IDMS ohnehin nur in Betatest-Installationen. Aus diesem Grund mußten die Marktforschungs-Unternehmen hier mit einer recht schmalen Untersuchungsbasis vorlieb nehmen. Während für die anderen Systeme jeweils 40 Kunden Rede und Antwort gestanden hatten, konnten für Datacom nur 20, für IDMS gar nur 15 Anwender-Statements ausgewertet werden.

Jeder befragte Kunde sollte das von ihm eingesetzte Produkt im Hinblick auf 15 verschiedene Kriterien beurteilen, die ihrerseits zu gewichten waren. Besondere Bedeutung messen die Anwender demzufolge der Systemverfügbarkeit und den Recovery-Funktionen bei; mit deutlichen Abstand folgt die Performance bei Online-Transaktionen, und Platz drei dieser Rangfolge teilen sich die vom Anwender zu definierende Integrität sowie die Verfügbarkeit effektiver Programmierwerkzeuge. Allgemein schwach eingestuft wurden die untersuchten Produkte bezüglich folgender acht (auf einer Skala Von 1 bis 10 unterhalb von 7) Kriterien: Integration von Sicherheitfunktion der Datenbank auf der einen und des Betriebssystems auf der anderen Seite, verteilte Update- und Recovery-Funktionen einschließlich der Remote-Administration, Integration von CASE-Tools, Performance bei der Entscheidungsunterstützung, Audit-Funktionen, Performance- und Systemmonitore, Migration von nicht-relationalen DBMS-Produkten sowie effektive Endanwenderwerkzeuge.

Wichtig: die Performance von Online-Tranzaktionen

In acht von 15 Kategorien führt Adabas das Feld an, so beispielsweise bei der Systemverfügbarkeit, den Programmierwerkzeugen und im Sicherheitsbereich. Erwartungsgemäß schlecht schnitt das SAG-Produkt in bezug auf die Unterstützung des SQL-Standards und die Verfügbarkeit sinnvoller SQL-Erweiterungen ab.

Die Oracle-Kunden lobten vor allem, daß ihr System auf vielen unterschiedlichen Plattformen läuft. Als besonders stark erwies sich das Produkt bei den SQL-Erweiterungen und den Audit-Funktionen, weniger begeistert äußerten sich die Anwender über den Preis und den Support. Ganz unten rangiert Oracle in den als wichtig klassifizierten Kategorien Performance bei Online-Transaktionen und Anwender-definierbare Integrität.

Auch in puncto Systemverfügbarkeit ist mit der Datenbank offenbar wenig Staat zu machen. Gute Werte in den anderen Bereichen verhalfen dem Produkt jedoch zu einem zweiten Platz in der Endauswertung.

Die relationale Ausführung des ehemaligen ADR-Produktes Datacom hat nach Ansicht seiner Anwender eine überdurchschnittliche Performance sowie ein brauchbares Data-Dictionary zu bieten.

In den Kategorien Verarbeitung von Online-Transaktionen und Endanwender-Tools liegt das System sogar noch vor Adabas. Die rote Laterne erhielt es allerdings in der Sparte Multilevel-Sicherheitsfunktionen. Außerdem bezeichneten einige der Datacom-Anwender das System als überholt. Trotzdem reichte es zur Bronze-Medaille.

Erst auf dem vierten Platz folgt das IBM-Datenbank-Flaggschiff DB2, dessen Stärken in den Bereichen Standard-SQL-Support und SQL-Erweiterungen liegen. Schwierigkeiten bereitet, so die Kunden, die Migration von nicht-relationalen DBMS-Produkten nach DB2. Auch bei der Integration der Sicherheitsfunktionen und der Verfügbarkeit von effektiven Programmierhilfen kann das IBM-System mit der Konkurrenz nicht mithalten. Zwar lobten die Kunden ausdrücklich die Anwendernfreundlichkeit und die relationalen Fähigkeiten des Produktes, doch beklagten sie gleichzeitig den enormen Ressourcenverbrauch.

Als anwenderfreundlich und performant bezeichneten die Supra-Benutzer ihr Datenbank-System. Bei der Anwender-definierbaren Integrität ist das Cincom-Produkt ungeschlagen, und bei der Systemverfügbarkeit liegt es nur knapp hinter Adabas. Auch die Schlußlichter haben gewisse Vorteile

Sehr schlecht sieht Supra allerdings in vier anderen Kategorien aus: bei den verteilten Updating- und Recovery-Funktionen und der Remote-Administration, bei der SQL-Unterstützu sowie Erweiterungund bei der Performance im Bereich Etscheidungsunterstützung. Außerdem ägern sich viele Kunden über Mängel beim Service und beim Support.

Den letzten Platz in der Gesamtauswertung teilen sich IDMS von CA und SQL/DS von IBM. Allerdings haben Produkte auch ihre spezifischen Vorteile. So läßt IDMS bei den Performance- und Systemmonitoren alle Mitbewerber hinter sich; gut ins Rennen liegt es auch bei den Multilevel-Sicherheitsfunktionen. In den Kategorien Systemverfügbarkeit sowie Performance bei Online-Transaktionen hält sich das von Cullinet entwickelte DBMS-System im Mittelfeld. Bemängelt wurden hingegen die Dokumentation und das Update zwischen Test und Produktion. Ausgesprochen schlecht schneidet IDMS auch bei den Werkzeugen für Endanwender ab.

SQL/DS ist nach Meinung der Kunden für Programmierer wesentlich einfacher zu nutzen als für Endanwender. In den Sparten Systemverfügbarkeit und Crash-Recovery, Performance- und Systemmonitore, Audit-Funktionen und Integration von CASE-Tools bildet das IBM-Produkt jeweils das Schlußlicht. Nicht viel besser ergeht es ihm in den beiden Performance-Kategorien. Eine deutliche Stärke offenbart das System hingegen bei der Unterstützung von Standard-SQL. Zur Gewichtung von Kriterien Wurden Sie sich heute noch einmal für dasselbe Datenbank-Management-System entscheiden? So etwa fragten IDG Research und First Market Research die Anwender relationaler Mainframe-BMS-Produkte. Auf das Ergebnis kann vor allem die Software AG stolz sein: Nur einer von 40 Adabas-Benutzern äußerte die Ansicht, es gebe mittlerweile bessere Systeme am Markt.

Betrachtet man die Umfrageergebnisse im Detail, so offenbart sich der Grund für die Treue der Adabas-Anwender zu ihrem DBMS-Produkt: In acht von 15 Kategorien rangiert das System vor den Mitbewerben. Es ist nur logisch, daß sich der Anwender durch gute Erfahrungen in seiner Entscheidung bestätigt sieht.

Also gilt auch für die Konkurrenzprodukte: Je besser die Bewertung, desto größer die Loyalität gegenüber dem, System - mit einer Ausnahme: DB2 liegt nach der Endauswertung lediglich auf dem undankbaren vierten Platz; dennoch findet sich nur einer unter 40 Kunden, der heute "wahrscheinlich" ein anderes System anschaffen würde.

Offenbar gibt es Entscheidungskriterien, die schwerer wiegen als die Verfügbarkeit von Programmierwerkzeuge oder die Integration von Sicherheitsfunktionen - so schwer, daß auch der Aufwand einer Migration kaum ins Gewicht fällt. Welche? Ganz einfach: die berühmten drei Buchstaben und das Adjektiv "strategisch". qua