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23.04.1976 - 

Rechnergesteuerter Zugverkehr im Bezirk Saarbrücken:

Adam mit der Bahnhofslupe

SAARBRÜCKEN - Seit kurzem ist die erste, auf den Namen "Adam" getaufte Betriebssteuerzentrale (BSZ) der Deutschen Bundesbahn offiziell im Probebetrieb. Sie soll im Bereich der Bundesbahndirektion Saarbrücken computer-unterstützt den gesamten Zugverkehr sowie die Ragierbewegungen in den Bahnhöfen automatisch steuern, überwachen und aufzeichnen.

Adam ist eine Entwicklung der SEL Standard Elektrik Lorenz AG, Stuttgart: Der Elektronik-Konzern hat aus eigenen und zum Teil fremden Bauteilen und Geräten als "Systemhersteller" die Gesamtlösung konzipiert.

340 Weichen, l40 Hauptsignale, 600 Züge

Hardware-Kern des 7,5 Millionen-Mark-Projektes sind zwei autonome Minicomputersysteme, die sich gegenseitig ersetzen können (Backup-Betrieb), so daß bei Ausfall einer Anlage das Gesamtsystem reibungslos weiterläuft. Jedes Einzelsystem besteht wiederum aus drei Subsystemen: Als Hauptrechner fungiert eine PDP-8/i von Digital Equipment mit 32 KW sowie drei Plattenspeichern mit jeweils 250 KW. Vorschaltrechner ist ebenfalls eine PDP-8/i mit 8 KW-Hauptspeicher und speziellem Leitungsmultiplexer. Schließlich übernimmt eine PDP - ll mit 12 KW und drei angeschlossenen Farbmonitoren (im Fachjargon: "Bahnhofslupen") sämtliche Steuerfunktionen, die für den automatischen Betrieb der einzelnen Bahnhöfe erforderlich sind. Soweit die installierte Hardware. Und das sind die wichtigsten verkehrstechnischen Daten: Die 13 Bahnhöfe des BSZ-Bezirks Saarbrücken verfügen zusammen über 340 Weichen, 140 Hauptsignale und 180 Rangiersignale. Täglich verkehren in diesem Raum rund 600 Züge, für die etwa 5000 "Fahrstraßen" eingestellt werden müssen - eine Aufgabe, die nur schnelle Rechner optimal bewältigen können.

Soll/Ist-Vergleich

Alle Stellwerke sind online mit der BZB verbunden - sämtliche Informationen über den jeweiligen Ist-Zustand im Gleisnetz (Zugpositionen, Weichen- und Signalstellungen, Fahrplandaten) werden mit Übertragungsgeschwindigkeiten von l00 oder 200 Baud an die Betriebssteuerzentrale gesendet: Per Rechner werden ständig die Ist-Daten mit vorgegebenen Sollwerten verglichen, um daraus nach festgelegten Dispositionsregeln die erforderlichen Fernsteuer-Kommandos abzuleiten. Auf den Farbmonitoren wird angezeigt, welche Gleisabschnitte frei, bereits in Fahrstraßen einbezogen oder durch Züge blockiert sind. So können nach wechselnden Prioritäten Verspätungen abgebaut und damit Zeitabweichungen gegenüber dem Soll-Fahrplan auf ein Minimum reduziert werden. sf