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"Unheilvolle Großrechner-Allianz" befürchtet:


28.10.1977 - 

ADD attackiert IBM und Siemens

MÜNCHEN (ee) - "Unsere Industrie befindet sich zwischen Scylla und Charybdis", so metapherte Helmut Rausch (Nixdorf) auf der Pressekonferenz des Arbeitskreises Dezentrale Datenverarbeitung (ADD). Wobei Rausch als Scylla die IBM sieht und die Charybdis als Konglomerat aus Siemens AG, Postgewerkschaft und "regulierter nachrichtentechnischer Industrie".

Im ADD haben sich arbeitsteilig Nixdorf, Diehl/CTM, TA, Kienzle und Philips Data Systems zusammengetan, um einmal mehr "mehr und faireren Wettbewerb im DV-Bereich" zu fordern. Im Arbeitskreis ist Nixdorf für die Bonn- Kontakte zuständig. Der erste Schuß des ADD traf die GMD in Bonn, "weil es nicht angeht, daß diese sich praktisch- als Vertriebsarm eines großen Münchner Elektrokonzerns sieht", so Rausch ,der in der Diskussion dann Roß und Reiter nannte. Kämpferisch attackierte er "die unheilvolle Allianz zwischen IBM und Siemens", die darin besteht, daß ein Siemens- Sprecher erklärt, das "dezentral gespeicherte Byte sei immer noch teuer als das zentral gespeicherte Byte". Rausch mutmaßt, diese Allianz diene nur dazu Großrechner- Konzepte überleben zu lassen Er wünscht sich eine Dezentralisierung im Sinne von betriebshwirtshaftlichen Profit-Centers, wobei der Zentrale lediglich "Aufgaben eines normalen Headquarters zugebilligt" werden sollten.

Als Argumentationshilfe gegen die Agitation, computerunterstützte Textverarbeitung verschlechtere die Beschäftigtenstruktur, läßt der ADD für 1,2 Millionen Mark eine empirische Studie zu diesem Thema von einem neutralen Wissenschaftler-Gremium erarbeiten. Im ADD betreut Diehl dieses Projekt. Kienzle verfolgt die Entwicklung im Arbeitskreis die Problematik "Dezentrale Datenverarbeitung und Betriebswirtschaft" während sich TA um die Normung kümmert Für die ADD-Kontakte zu Brüssel ist Philips - Data Systems zuständig Wegen der Art der Produkte seiner Mitglieder fühlt sieh der ADD besonders berufen, Kontakte zur EG zu pflegen. Bedauert wird vom ADD, daß das EG-Konzept eines DV-Programms ohne die betroffene Industrie erarbeitet worden ist. Der ADD warnt besonders davor, daß Handelshemmnisse dadurch entstehen, daß die öffentliche Hand Firmennormen zum allgemeinen Standard erhebe. Im grenzüberschreitenden Geschäft wünscht sich der ADD aus dem Brüsseler Fördertopf eine Subvention bei den Kompatibilitätstaufwendungen, die allerdings derzeit der Höhe nach nicht zu quantifizieren sind.