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18.01.1991 - 

Verzicht auf Edifact kann Wettbewerbsnachteil bedeuten

ADI: Edifact verdient mehr Interesse bei den Anwendern

DÜSSELDORF (CW) - Der heutige Stand des elektronischen Austauschs von Handelsdaten wird nach Ansicht des Anwenderverbandes Deutscher Informationsverarbeiter (ADI) den zukünftigen Anforderungen nicht gerecht. Als Hemmschuh für weitere Entwicklungen sieht der ADI-Arbeitskreis "Standardisierung" nach wie das fehlende Bewußtsein der Anwender um die Bedeutung des ISO-Standards Edifact.

Edifact (Electronical Data Interchange for Administration, Commerce and Transport) ist in der Lage, so heißt es in einer Mitteilung des Verbandes, zu einer wichtigen Säule für den firmenübergreifenden Datenaustausch zu werden. Bisher in Papierform ausgetauschte Informationen können mit Hilfe modernster TK-Verfahren systemneutral übermittelt werden. Dadurch werden laut ADI hautnahe Wettbewerbsinteressen und essentielle branchenspezifische Belange berührt.

Große Dienstleistungsunternehmen planen bereits konkrete Edifact-Anwendungen, so der ADI weiter. Ein weltweiter branchen- und firmenübergreifender Datenverbund mit elektronischer Weiterverarbeitung wird zugleich Forderung und Herausforderung an die zukünftige betriebswirtschaftliche Abwicklung sein. Edifact will hier eine praxisorientierte international genormte Lösung bieten. Der Verzicht eines Unternehmens auf Edifact bedeute möglicherweise auch den Verzicht auf erhebliche Kostenvorteile.

Der ADI-Arbeitskreis "Standardisierung", dessen Mitglieder als Führungskräfte bei DV-Großanwendern in Industrie und Verwaltung sowie Beratungsunternehmen tätig sind, fordert die Anwender zu aktiver Umsetzung der Edifact-Möglichkeiten und zur Unterstützung der Edifact-Aktivitäten auf. Aus Sicht des Arbeitskreises besteht ein eindeutiger Bedarf an Verfahrenslösungen, wobei Edifact die langfristig tragfähige Basis für einen strategischen Ansatz bietet, der "Insellösungen" vermeidet.

Edifact besitzt, so die Analyse des ADI-Arbeitskreises, neben einem generellen technischen Rahmenkonzept die Möglichkeit zu genormten anwendungsbezogenen und branchenspezifischen Ergänzungen. In diesen Bereichen muß der Anwendereinfluß praxisgerechte Lösungen sicherstellen. Eine wichtige Katalysator-Funktion kann ferner die öffentliche Verwaltung übernehmen. Sie kann dazu beitragen, daß erhebliche interne Effizienzsteigerungen bewirkt und vor allem zukünftigen Anforderungen, beispielsweise aus dem EG-Umfeld, besser Rechnung getragen werden. In diesem Anwendungsbereich herrscht derzeit ein besonderes Defizit.

Für viele Branchen wurden, so heißt es abschließend in der ADI-Mitteilung, in Edifact bereits erhebliche Vorleistungen erbracht. Hier seien die Anwender gefordert, um den schnellen umfassenden Einsatz in der betrieblichen Praxis und eine praxisgerechte Weiterentwicklung sicherzustellen. Edifact biete interessante Perspektiven für Netzbetreiber, VAN-Anbieter, Banken, Versicherungsunternehmen und andere Dienstleistungsunternehmen. Nur große Anwender, so der ADI, könnten wirtschaftlich vertretbar eigene Lösungen realisieren und auf Dauer weiterentwickeln. Edifact könne also Märkte für entsprechende Standardprodukte öffnen. Hier sind Hersteller und Software-Entwickler gefordert.