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03.03.1995

ADL will nach den ostdeutschen Firmen nun Kommunen beraten

BERLIN (ms) - Neben ihren deutschen Dependancen Wiesbaden und Muenchen ist die Arhur D. Little International Inc. (ADL) seit vier Jahren mit einer Geschaeftsstelle in Berlin vertreten. Zu Beginn noch vorwiegend als Berater fuer die Treuhandanstalt aktiv, widmet sich das rund 60koepfige Team nun anderen Projekten.

Fuer die nach eigenen Angaben weltweit auf Platz fuenf liegende amerikanischen Beraterfirma Arthur D. Little - Umsatz 1994 in Deutschland etwa 90 Millionen Mark - ist die Bundeshauptstadt der derzeit "spannendste Platz". Das vor vier Jahren gegruendete Berliner Buero des Unternehmens hat laut seinem Geschaeftsfuehrer und Vice- President Werner Knetsch von Wendezeiten an mit "starkem Engagement" Projekte (Branchen: Chemie, Mikroelektronik und Stahl) fuer die Treuhandanstalt uebernommen. Angefangen 1991 mit einem Auftragsvolumen von drei Millionen Mark, habe man im letzten Jahr fuer etwa 13 Millionen Mark Beratungen durchgefuehrt. Ferner habe der Bereich Marketing in Berlin etwa 20 Millionen Mark Umsatz eingebracht.

Ging es zu Beginn der 90er Jahre bei den ostdeutschen Firmen noch um die "pure Existenz", so wuerden heute "innovative Produkte und Leistungen" im Vordergrund stehen, hiess es im Februar auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Nach der Privatisierung der ostdeutschen Firmen muesse man nun abwarten, wie sich die neuen Unternehmen im Markt behaupten koennen, meint Norbert Meyer, Leiter des Geschaeftsbereiches Elektronik. ADL sei "ein bisschen stolz" darauf, dass man mitgeholfen habe, die Standorte Erfurt, Dresden und Frankfurt/Oder fuer die Mikroelektronik zu erhalten. Die Etablierung dieser Firmen wuerde die Ansiedlung kleiner Software-Anbieter und Zulieferer beguenstigen und die Abwanderung guter Fachkraefte stoppen.

Auch das Millionen-Mark-Engagement von Siemens in Dresden bedeute eine Chance fuer den Mittelstand im Umfeld.

Mit den Berliner Firmen und in Ostdeutschland will das ADL-Team den "Pathway to Performance" gehen. Allerdings, so Knetsch, muesse man den miesen Ruf der Beraterzunft im Osten erst einmal wieder aufpolieren. Den Manager "schaudert's", wenn er daran zurueckdenkt, wie die neuen Laender von 1990 bis 1993 von so manchem Hasardeur im Beraterkittel missbraucht wurden.

Als Berater sei ADL ein "lernendes Unternehmen" und sehe den wirtschaftlichen Wandel im Osten als eine Chance. Kuenftig wollen sich die Berliner neuen Feldern zuwenden. Die Bundeshauptstadt habe einen "starken Beratungsbedarf", um sich wieder zu einer Metropole entwickeln zu koennen. Neben Konzepten fuer Kommunen und die oeffentliche Wirtschaft sind die Berliner auch an dem Projekt Grossflughafen Berlin/Brandenburg beteiligt. Angestrebt werden fuer das laufende Jahr Beratungsdienste von 15 Millionen Mark.