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05.11.1993

Administratoren beklagen schlechte Abgrenzung ihrer Position Junge Garde der Netz-Manager untersteht DV-Leiter-Kommando

MUENCHEN (pg) - In deutschen Unternehmen existiert das Berufsbild des Netz-Managers - nicht immer, aber immer oefter. Das beweist eine Umfrage der COMPUTERWOCHE, die aber auch zu dem Ergebnis kommt: Am klassischen DV-Leiter fuehrt derzeit kein Weg vorbei. Hinter den DV-Kulissen zeichnet sich ein Generationskonflikt ab, der fuer reichlich Zuendstoff und Gruppendynamik sorgen duerfte.

In den DV-Abteilungen so mancher Unternehmen scheint es zu brodeln. Jedenfalls beklagen sich die meisten der befragten Netzwerker in der von der COMPUTERWOCHE initiierten Netz-Manager- Studie ueber ein allgemeines Unverstaendnis zum Thema Datennetze und Kommunikation, fehlende Vollmachten sowie eine unzureichende Abgrenzung zu anderen Positionen. Diese Kritik duerfte in erster Linie gegen die DV-Leiter gerichtet sein.

Diese haben, so die Umfrage, das Kommando ueber die Netztruppen.

Von den 327 Unternehmen, die an der Untersuchung teilgenommen haben, besitzen 121 eine eigene Netzabteilung. Diese ist fast ueberall sowohl in Sachen Organisation als auch Verantwortung unter den Fittichen des DV-Leiters angesiedelt. Rund 60 Prozent der Befragten berichten eigenen Angaben zufolge direkt an den DV/Org.- Verantwortlichen, viele auch an den RZ-Chef oder die Geschaeftsfuehrung. Nur sich selbst verpflichtet ist kaum ein Netzadministrator.

Entscheidungsprozesse fuer oder gegen Kommunikationsprodukte und - installationen im Unternehmen werden, wie die Studie zeigt, in Gremien getroffen. In das Auswahlverfahren sind neben dem Leiter Datennetze und Kommunikation in der Regel die Chefs der Bereiche DV, Rechenzentrum, Systemprogrammierung und Anwenderabteilung (User-Support) integriert. Allerdings lag in 72 Faellen das alleinentscheidene Sagen beim DV-Boss, nur in 16 Unternehmen beim Leiter Datennetze. Weniger krass faellt der Unterschied in puncto Mitentscheidung aus, wo immerhin 33 Prozent aller Netzverantwortlichen ein Woertchen mitzureden haben.

Waehrend die klassischen DV-Leiter zumeist schon aeltere Semester sind, liegt die Quote bei den Netz-Managern deutlich unter 40 Jahren - ein Indiz fuer zwei unterschiedliche DV-Generationen.

Wegen des erst gegen Ende der 80er Jahre eingetretenen Net- working-Booms ueberrascht die Tatsache nicht, wonach die meisten Netzwerker nicht laenger als zehn Jahre mit der Materie befasst sind. Es erstaunt aber, dass ueber 50 Prozent dieser Fachleute ihren Job erst seit fuenf Jahren oder kuerzer ausueben.

In der Masse der Netzwerker tummelt sich nicht nur ein buntes Spektrum an Quereinsteigern neben Absolventen typischer Studiengaenge wie Informatik etc., sondern auch ein Durcheinander an Berufsbezeichnungen. Waehrend 14 Prozent den Titel Netzwerk- Manager und 25 Prozent den des Netzadministrators angeben, bezeichnen sich knapp 23 Prozent als Systembetreuer, auf den Rest entfallen Berufsdefinitionen quer durch den Gemuesegarten. Allerdings gibt ein Grossteil dieser Gruppe den Wunsch nach einer Aenderung der Berufsbezeichnung in Netz-Manager etc. an.

Mehr Uebereinstimmung herrscht dagegen bei der Klassifizierung der Taetigkeitsfelder. Fuer die Steuerung und Koordination des Netzbetriebes fuehlen sich 90 Prozent zustaendig, gefolgt vom User- Support mit 84 Prozent. Fuer die Auswahl und Pflege von Hard- und Software sind ueber 80 Prozent der Befragten verantwortlich, die Quote bei der Wahl von Verfahren, Routinen und Standards liegt bei immerhin 74 Prozent. Erwartet stark faellt mit 78 Prozent auch das Bekenntnis zur Verkabelung und Anbindung von Peripheriegeraeten aus.