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Document Server soll Geschäftsformulare füllen und verbreiten können


25.10.2002 - 

Adobe hat ehrgeizige Ziele mit der PDF-Technik

MÜNCHEN (fn) - Bisher war Adobe als Lieferant von Desktop-Programmen bekannt. Nun stellt der Hersteller Server-Software vor, mit der Unternehmen PDF-Dateien mit Geschäftsdaten aus Backend-Systemen füllen und verbreiten können.

Aufbauend auf der Technik der Anfang dieses Jahres übernommenen Firma Accelio, entwickelte Adobe den "Document Server". Mit ihm können Firmen Formulare im Portable Document Format (PDF) automatisch erzeugen, wobei die Daten unter anderem aus Systemen zum Enterprise Resource Planning (ERP), Customer-Relationship-Management (CRM) sowie Content-Management stammen. Ein Workflow-Mechanismus sorgt für eine durch Regeln gesteuerte Vorgangsbearbeitung. Der Document Server verfügt über Programmier-Schnittstellen für Java, Perl, COM (Component Object Model) und Soap (Simple Object Access Protcol). Außerdem lassen sich mit ihm XML-Daten (XML = Extensible Markup Language) verarbeiten, die aus Business-Applikationen stammen. Zur Erstellung von Vorlagen und Formularen dienen neben "Adobe Acrobat" auch die hauseigenen Produkte "Photoshop", "Illustrator" oder "Framemaker".

Ein Versicherungsunternehmen wäre damit beispielsweise in der Lage, kundenindividuelle Formulare zu erzeugen und diese dann per E-Mail zu versenden, statt die Informationen auf Papier zu drucken und per Post zu verschicken. Gern verweist Adobe auf ein Referenzprojekt beim amerikanischen Pharmakonzern Pfizer, der die bei Medikamenteneinführungen üblichen Papierfragebögen für Ärzte durch PDF-Formulare ersetzt hatte.

Durch raschere Erfassung und Auswertung der Informationen habe der Hersteller zwei neue Präparate schneller als geplant auf den Markt bringen können.

"Wir haben uns vorgenommen, die papiergestützten Vorgänge in die Backend-Systeme unserer Anwender einzubinden", so Bruce Chizen, CEO von Adobe, im Gespräch mit der COMPUTERWOCHE. Aus diesem Grund arbeite der Hersteller eng mit SAP zusammen.

Obwohl Adobe mit Document Server ins Geschäft für Content-Management-Software einsteigt, betrachtet CEO Chizen sein Unternehmen nicht als Konkurrenten von Interwoven, IBM, Documentum oder Gauss Interprise. "Diese Anbieter können unser System verwenden, um XML-Content in PDF zu überführen." XML sei ideal für die Kommunikation zwischen Computern, Anwender wünschten sich jedoch eine ansprechende Darstellung von Daten in einem elektronischen Formular.

Installierte Basis nutzen

Ein weiteres Produkt, der "Document Server for Reader Extensions", dient dazu, Computerbenutzern Funktionen zum Bearbeiten elektronischer Formulare bereitzustellen. Anwender der frei verfügbaren Reader-Software werden so in die Lage versetzt, Dokumente zu editieren, zu drucken, elektronisch zu signieren oder sie mit Anmerkungen zu versehen. Bisher können nur Besitzer der kostenpflichtigen "Acrobat"-Software auf diese Features zugreifen. Auf diese Weise vermögen sowohl Firmen als auch Behörden viele Internet-Anwender in elektronische Geschäftsvorgänge einzubinden, ohne dass sie neue Software installieren müssten - nach Angaben von Adobe sind weltweit etwa 400 Millionen Kopien des Acrobat Reader installiert.

Die aktuelle Version 5.1 der Lesesoftware arbeitet mit dem Extensions-Server zusammen. Im nächsten Jahr will Adobe seinen Acrobat-Reader noch stärker in den Internet Explorer von Microsoft einbinden, so dass beim Aufrufen eines PDF-Files kein separates Fenster mehr geöffnet wird.