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13.03.2007

Adobe sieht keine Konkurrenz durch Microsoft und ODF

Ein standardisiertes PDF soll in spätestens zwei Jahren verfügbar sein.

Die Ankündigung von Adobe Systems im Januar, die komplette Spezifikation für das aktuelle Portable Document Format (PDF) 1.7 über den Industrieverband Association for Information and Image Management (AIIM) bei der ISO (International Organization for Standardization) zur Standardisierung vorzulegen, hat eine Reihe von Fragen aufgeworfen. So wurde vor allem über die Motive, die Zukunft heutiger Subspezifikationen (siehe Kasten "Bisherige PDF-Standards") und den Zeitplan spekuliert. In einem Gespräch mit der computerwoche nannte nun Jim King, PDF Architect bei Adobe Systems und Miterfinder des Dokumentenformats, erste Details. Demnach hatte Adobe seit langem mit einer Freigabe des mittlerweile 14 Jahre alten Dokumentenformats geliebäugelt und beispielsweise mit PDF/A erste Teile an AIIM übergeben. In der letzten Zeit hätten nun immer mehr Anwender eine generelle Öffnung von PDF von Adobe gefordert und schließlich den Hersteller zum Einlenken bewegt, so King.

Bisherige PDF-Standards

Bereits in den vergangenen Jahren hatten die AIIM und andere Verbände zusammen mit der ISO spezielle PDFs genormt. Hierzu gehören:

• "PDF/X", das Format für die Druckvorstufe: ISO 15930-1 (2001) beziehungsweise ISO 15930-4 (2003);

• "PDF/X-2": ISO 15930-5 (2003);

• "PDF/X-3": ISO 15930-3 (2002) beziehungsweise ISO 15930-6 (2003);

• "PDF/X-4": ISO 15930-7 (voraussichtlich 2007);

• "PDF/X-5": ISO 15930-8 (voraussichtlich 2007));

• PDF/A, das Format für die Langzeitarchivierung: ISO 19005-1 (2005) basierend auf der PDF-Version 1.5 (ISO 19005-2 für die PDF-Version 1.7 ist in Bearbeitung und soll 2009 erscheinen);

• PDF/E, Engineering, ein Spezialformat für technische Zeichnungen (eingereicht bei der ISO);

• PDF/UA, Universal Access, ein Format für die Internet-Publikation (eingereicht bei der ISO);

• PDF/H, Healthcare, für Krankenhaus-, Patienten- und Gerätedokumentationsdaten in Vorbereitung (in der Entwicklung).

Quelle: Project Consult

Keinen Einfluss habe hingegen Microsofts neues Dokumentenformat "XML Paper Specification" (XPS) auf die Entscheidung gehabt. XPS ist Teil der Programmierschnittstelle Windows Presentation Foundation (WPS), die zusammen mit dem .NET Framework 3.0 auf den Markt kam. So lassen sich beispielsweise Dokumente in Office 2007 als XPS-Dateien ablegen. Zudem plant Microsoft ein eigenes Viewer-Programm.

Marktbeobachter sehen daher eine klare Konkurrenz zu Postscript und PDF, sofern andere Software- und Druckerhersteller ihre Produkte anpassen. Unter dem Namen Windows Presentation Foundation Everywhere (WPF/E) plant Microsoft zudem für die Zukunft eine plattformunabhängige Variante. Laut King sei XPS dennoch keine Gefahr. Als Teil des Betriebssystems biete es derzeit lediglich ein bereinigtes Metadatenformat für die Bildschirmanzeige und zur Unterstützung von Druckersoftware: "XPS ist mit PDF vergleichbar, wie es 1993 auf den Markt kam".

"Allen ist geholfen, wenn die Office-Suite PDF unterstützt"

Trotz der Konkurrenz bei Büroanwendungen hofft King weiter, dass Microsoft den bisher fehlenden PDF-Support in der aktuellen Office-Suite nachliefert: "Es würde allen helfen." Zudem sei Microsoft eingeladen, bei der Standardisierung von PDF mitzuwirken. Gelassen gab sich King auch bezüglich der Debatte um das quelloffene "Open Document Format" (ODF) und Microsofts Eigenentwicklung "Open Office XML". ODF konkurriere nicht mit PDF, weil es ein reines Input-Format, PDF hingegen ein Output-Format sei: "ODF hilft, Arbeitsdokumente entwerfen und bearbeiten, das Abspeichern sollte hingegen in PDF erfolgen, vor allem dann, wenn Unternehmen eine revisionssichere und hochwertige Archivierung des Layouts anstreben." ODF lässt sich derzeit in den Adobe-Produkten "Indesign" und "Framemaker" nur importieren, mehr sei nicht geplant.

Entwarnung gab King auch bezüglich der Zukunft bisheriger PDF-Substandards, allen voran PDF/A zur Langzeitarchivierung. Es sei nicht geplant, künftig nur noch PDF als ganze Spezifikation zu entwickeln, sondern alle Arbeiten unter dem Dach der ISO gingen weiter. "PDF lässt dem Anwender zu viele Freiheiten bei der Dokumentenbearbeitung, die eine revisionssichere Archivierung stören würden. Daher bleibt PDF/A hierfür der richtige Ansatz." So gestattet es beispielsweise keine dynamischen Links und zwinge Anwender, alle Farben des Originaldokuments zu verwalten und abzubilden.

Derzeit arbeite Adobe daran, die PDF-1.7-Referenz für die Eingabe bei ISO aufzubereiten, danach würden weitere Abstimmungen mit der AIIM erfolgen. Insgesamt wird die Standardisierung voraussichtlich 18 bis 24 Monate dauern, schätzt King.