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16.03.2001 - 

Acrobat geht in die nächste Runde

Adobes Nummer Fünf lebt

MÜNCHEN (tc) - Am 13. März und damit rechtzeitig zur CeBIT 2001 hat Adobe Systems die Version 5 seiner Dokumentensoftware "Acrobat" vorgestellt. Diese bietet vorallem Unternehmensanwendern zahlreiche Neuerungen.

Fast unmerklich haben Acrobat-Dateien in den letzten Jahren die PCs und Macintoshes dieser Welt erobert. Kaum jemand, der inzwischen nicht wüsste, was eine PDF-Datei ist (selbst wenn er die Abkürzung nicht in "Portable Document Format" auflösen kann): ein Dokument nämlich, das praktisch auf jedem Rechner und Drucker so aussieht, wie es der Autor - zumeist ein Unternehmen - gewollt hat. Das funktioniert, weil PDF ein Abkömmling der Seitenbeschreibungssprache "Postscript" ist und zum Beispiel deren professionelle Schriften ins Dokument einbetten kann.

Neu: PDF-Version 1.4Während der "Acrobat Reader", das Anzeigeprogramm für PDFs, für jedermann kostenlos erhältlich ist (www.adobe.de/products/acrobat/readstep.html), braucht, wer selbst solche Dateien erstellen möchte, die Vollversion des Acrobat-Pakets, das für Windows und Mac OS erhältlich ist. Auf beiden Plattformen installiert sich der "Acrobat Distiller" im Prinzip als Druckertreiber und lässt sich entsprechend komfortabel bedienen.

Acrobat 5 verwendet die bereits mit "Illustrator 9" eingeführte neue PDF-Version 1.4. Diese wird benötigt, um eines der interessantesten neuen Features zu unterstützen, das "Tagged PDF". Dabei wird - im Zusammenspiel mit Microsoft Office weitestgehend automatisiert - nicht nur die Optik, sondern auch die logische Struktur eines Dokuments in die PDF-Datei geschrieben. Eine mehrspaltig gesetzte Seite lässt sich dann, wie es sich gehört, spaltenweise markieren und nicht mehr nur wie bisher über die volle Seitenbreite hinweg. Texte aus Acrobat Dateien lassen sich als RTF (Rich Text Format) exportieren, Grafiken in den Formaten TIFF, JPG sowie PNG (Portable Network Graphic, designierter, weil Copyright-freier Nachfolger des von Unisys geschützten GIF).

Überhaupt haben Adobes Entwickler beim Release 5 vor allem an die Office-gewöhnten Anwender gedacht. Die Benutzer-Schnittstelle gleicht in weiten Teilen der von Microsofts Bürosuite. So lassen sich die Menüleisten nun den persönlichen Vorlieben entsprechend anordnen und auch als schwimmende Paletten "abreißen". Für Formulare und Anmerkungen steht eine Rechtschreibprüfung zur Verfügung, mehrere Dateien können im Stapelbetrieb bearbeitet werden. Die "Thumbnails" genannten Miniaturansichten der einzelnen Seiten eines Dokuments werden nun automatisch und "on the fly" errechnet, stehen also in jedem PDF zur Verfügung (und nicht nur in solchen, bei denen der Autor zufällig oder absichtlich daran gedacht hat).

Die Möglichkeiten, eine Datei (teilweise) zu schützen, wurden mit Version 5 deutlich ausgebaut. Die Funktion zum Ausdrucken oder Ändern eines PDF lässt sich wie in der Vorversion abschalten, sensible Inhalte kann man mit Passwort schützen (128-Bit-Verschlüsselung). Dabei sind aber nun feinste Abstufungen möglich. So kann der Autor einer Datei beispielsweise festlegen, dass spätere Leser Formularfelder nicht ändern, aber Kommentare anfügen und das Dokument digital signieren dürfen.

Apropos Kommentare: Arbeitsgruppen können eine Acrobat-Datei im Netz auch gemeinsam bearbeiten und jeweils persönliche Anmerkungen hinzufügen. Diese werden getrennt vom eigentlichen Dokument verwaltet. Adobe greift dabei auf etablierte Techniken wie WebDAV (Web Distributed Authoring and Versioning) sowie ODBC (Open Database Connectivity) und Office Server Extensions - Letztere nur unter Windows - zurück.

Im Formularbereich gibt es ebenfalls interessante Neuigkeiten. Acrobat 5 erlaubt die Erstellung so genannter Live-Formulare. Dahinter verbirgt sich die Möglichkeit, das Aussehen eines Formulars abhängig von den bisherigen Angaben zu verändern. Einfache Rechenfunktionen können PDF-Formulare selbständig erledigen. Gleichzeitig ist für bestimmte Feldformate - etwa Datum oder Ausweisnummer - eine automatische Plausibilitätsprüfung möglich.

Produktionsabteilungen werden sich besonders über die erweiterten Ausgabeoptionen freuen. Übergroße Dokumente lassen sich automatisch auf vom Drucker unterstützte Seiten herunterrechnen. Gerade und ungerade Seiten lassen sich auf Wunsch getrennt ausgeben, auch das Drehen oder Zentrieren ist möglich. ICC-Farben können als Gerätefarben gedruckt werden. Ebenfalls enthalten sind Rasterung, Umdruckfunktionen, Unterfarbenbeseitigung sowie Tiefenerzeugung und Vorgabe der Transparenzqualität. Ganz neu ist auch die Möglichkeit, Auswirkungen des Überdruckens bereits am Bildschirm zu kontrollieren.

Speziell an Systemadministratoren hat der Hersteller beim Installationsprogramm gedacht. Dieses lässt sich so anpassen, dass Softwaredistribution und Updates automatisch über das Firmennetz laufen. Dabei kann wahlweise über das Web stets die aktuellste Version oder auch ein vom Verwalter getestetes und für gut befundenes Zwischen-Release angeboten werden.

Adobe Acrobat 5 läuft auf PCs unter Windows ab 95 OSR2 und Power Macintoshs mit mindestens Mac OS 8.6. Der Hersteller empfiehlt 32 MB Arbeitsspeicher, speziell bei umfangreicheren Dateien darf?s aber ruhig etwas mehr sein. Die Vollversion des Programmpakets kostet rund 700 Mark, das Update von der Vorversion ist für zirka 240 Mark zu haben.