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02.04.1976 - 

Schweizer Erfahrungen beim Direct Mailing

Adreßabgleich mit Luzerner Phonetik

LUZERN - "Acht bis zehn Prozent Dubletten lassen sich auch in gepflegten Adreßbestände noch finden, wenn beim Abgleich nicht mit einem mathematischen Verfahren gearbeitet wird", erklärte Marcus Michelotti vom Data Center Luzern. Das Rechenzentrum hat, aufbauend auf einer "Luzerner Phonetik", im Rahmen seines "Schweizerischen Adreßverwaltungssystems" ein Verfahren zum Adreßabgleich entwickelt, das sich im Lauf der Letzten vier Jahre gut bewährt hat.

Der Adreßabgleich ist vor allem in zwei Fällen erforderlich: Beim Mischen verschiedener Adreßbestände und bei der Überprüfung von Adreßbeständen, die im Laufe der Jahre beispielsweise durch Kunden- und Interessentenanfragen zusammengekommen sind. Es verursacht ja unnötige Kosten bei der Direktwerbung, wenn ein Kunde einen Prospekt zweimal bekommt - vielleicht sogar gleichzeitig.

Maier oder Mair?

Soweit die Adressen nach Inhalt und Schreibweise genau identisch sind, ist das Auffinden von Dubletten mit Matchcode-Verfahren ohne weiteres möglich. Sobald aber aus einem Hans Maier durch Tipp- oder Lesefehler ein Hans Mair wurde, sind das für den Matchcode zwei verschiedene Adressen. Derselbe Mann kann in einem Adreßbestand aber auch noch als Mayer stecken. Solche Mängel lassen sich nur aufdecken, wenn die Klangform verglichen wird. Ausgehend von Erfahrungen, die mit dem amerikanischen Russell-Soundex-System sowie der "Kölner Phonetik" und der "Wiener Phonetik" gesammelt wurden, haben die Schweizer ihre "Luzerner Phonetik" entwickelt.

Übersetzung in Ziffern

Nach dem Luzerner Verfahren werden die Namen in Ziffernkombinationen übersetzt. Dabei wird nicht nur jeder einzelne Buchstabe berücksichtigt, sondern auch ein bis zwei vorangegangene und nachfolgende Zeilen. Die entsprechende Ziffer wird in einer zum Programmsystem gehörenden dreidimensionalen Tabelle gesucht. Die Ziffernkombinationen werden verglichen - identisch erscheinende Adressen können entweder zur manuellen Überprüfung ausgedruckt oder aber - bis auf eine - automatisch unterdrückt werden. Beispiel: Wenn in dem Adreßbestand Hans Maier, Hans Mair und Hans Meier (alle: Neuhausen, Müllerstraße 7) gefunden werden, bekommt nur Hans Maier, Neuhausen, Müllerstraße 7, einen Katalog - die anderen beiden Adressen werden ignoriert.

Es ist zwar theoretisch möglich, daß in einem Hochhaus sowohl ein Hans Meyer als auch ein Hans Mair wohnen - aber diese Fälle sind so selten, daß es bei Massenaussendungen wirtschaftlicher ist, von derartigen Adressen eine zu unterdrücken als eine Vielzahl von Dubletten in Kauf zu nehmen.

Als "mindestens gleichbedeutend mit der Phonetik" fallen nach Ansicht der Luzerner noch drei weitere Komponenten bei der Adreßverwaltung ins Gewicht:

- Adreß-Identifikatoren mit Prioritätsabstufung

- Optimaler Datenfluß, modulare Programmgruppen und minimale Datensatzlängen

- Individuelle-Statistiken zur Beurteilung von Datenbeständen.

Als Identifikatoren gelten beispielsweise Wohnland und -ort, Straße, Hausnummer, Name, Vorname und Geschlecht. Sie haben sehr unterschiedliche Bedeutung - das Land viel wichtiger als die Straße, die Hausnummer wichtiger als der Name, der Vorname am unwichtigsten. Nicht bewährt hat es sich, wenn der Einsatz einzelner Indikatoren abhängig vom Wert anderer gesteuert wird: beispielsweise innerhalb eines Straßenzuges gleiche Namen/Vornamen als Dubletten angesehen werden (also die Hausnummer nicht berücksichtigt wird), stieg bei Versuchen im Data-Center die Zahl der zu unrecht aussortierten Adressen von 2 auf 10 Prozent an.

Durch richtigen Programmaufbau muß vor allem verhindert werden, daß bei Selektions-Vorgängen nicht unzählige Schleifen durchlaufen und damit die Durchsatzzeiten unwirtschaftlich erhöht werden.

Mit den Statistiken ermitteln die Luzerner vor allem das "Profil" fremder Files, die mangelhaft oder schlecht beschrieben sind. Dieses Profil zeigt beispielsweise, wie sich das Material auf Adressen mit Nachnamen, Vor- und Nachnamen, mehreren Vornamen und Doppelnamen verteilt. Durch Berücksichtigung dieser für eine Adressenkollektion typischen Daten kann die Qualität von Abgleichen mit anderen Kollektionen nach Schweizer Erfahrungen um bis zu 15 Prozent bessert werden.

Das Data-Center Luzern führt Adreßabgleiche als Lohnarbeit durch, ist aber auch bereit, sein Software-Paket in Lizenz an interessierte Anwender zu vergeben.

Informationen: Data Center Luzern, Pilatusstr. 60, CH 6002 Luzern.