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02.03.1990 - 

Wilhelmshavener Softwarehaus verordnet sich "Schlankheitskur"

ADV/Orga: Mit Produkten des neuen Partners aus der Talsohle

WILHELMSHAVEN (CW) - Trotz der schlechten Ertragslage des angeschlagenen Softwarehauses verlief die Hauptversammlung der ADV/Orga ruhig. Die Aktionäre teilten augenscheinlich die Auffassung von Vorstand und Aufsichtsrat, daß sich für die Wilhelmshavener mit dem neuen Mehrheitsaktionär, der Sema Group, wieder Perspektiven ergeben.

Der frischgebackene Vorstandsvorsitzende Georg Spiewok, der gleichzeitig auch Geschäftsführer der deutschen Tochter der Sema-Group in Köln ist, faßte die Lage zusammen: "Wir werden nach Lage der Dinge das laufende Geschäftsjahr mit einem Verlust abschließen und deshalb auch nicht in der Lage sein, eine Dividende zu zahlen. Auch ist es zum heutigen Zeitpunkt verfrüht, eine Aussage darüber zu machen, wann wieder mit der Zahlung einer Dividende zu rechnen, ist." Spiewok betonte, daß insbesondere in den Tätigkeitsbereichen Beratung sowie Projekt- und Produktgeschäft eine Verbesserung der Ertragslage unbedingt notwendig sei. Lediglich dem Bereich "Verteidigungssysteme" attestierte er "auch für die Zukunft eine positive Entwicklung".

Weitere Schritte zur Kostensenkung hält der neue Chef in Wilhelmshaven auch weiterhin für erforderlich. Bis Januar 1990 hat das Unternehmen zwar bereits seine Mitarbeiterzahl um 30 Prozent auf 512 reduziert, en "weiterer Personalabbau" wird aber Spiewock zufolge unvermeidlich sein.

Die Sema Group - nach eigenen Aussagen zweitgrößtes Softwarehaus in Europa - wird die ADV/Orga mit Know-how und mit Produkten unterstützen. Besonders im "wachsenden Markt für Mittelstands- und Niederlassungsrechner sieht Spiewok Chancen. So verfüge Sema über ein Standardsoftware-System für das Rechnungswesen namens "Easy", das auf unterschiedlichen Rechnern der Mittelklasse (AS/400, DEC- oder Wang-Rechnern) lauffähig sei.

Als Ergänzung zur sogenannten I-Linie wird ADV demnächst das Produkt in Deutschland vermarkten.

Allerdings mußte der ADV-Chef die "Rückstellung" eines mit dem Partner IBM gestarteten Projekts zur Entwicklung betriebswirtschaftlicher Anwendungen für die AS/400 bekanntgeben. Kostengründe seien dafür verantwortlich gewesen. Das mit IBM Deutschland geschlossene Abkommen über den Vertrieb von ADV-Produkten durch die Stuttgarter bleibe davon aber unberührt.

Eigene neue Produkte sind auch im laufenden Jahr nicht aus Wilhelmshaven zu erwarten. Man werde - hieß es - die bestehenden Produkte "marktgerecht weiterentwickeln".