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14.12.1984 - 

SEL mit 7,5 Prozent an dem WilheImshavener Softwarehaus beteiligt

ADV/Orga riskiert den Schritt an die Börse

FRANKFURT (ru) - Das Wilhelmshavener Softwarehaus ADV/Orga AG hat jetzt das Börsenparkett betreten: Zum Emissionspreis von 250 Mark je 50-Mark-Aktie wurden von der Commerzbank AG, Frankfurt, 44 000 stimmrechtlose Vorzugsaktien für nominal 2,2 Millionen Mark dem Publikum zur Zeichnung angeboten - ein faires Angebot. Die Papiere waren bereits am ersten Ausgabetag, dem 7. Dezember, mehrfach überzeichnet.

Die Aktien sollen voraussichtlich am 20. Dezember erstmals im geregelten Freiverkehr der Börsen Hannover, Bremen und Frankfurt notiert werden. Ausgestattet sind die Vorzüge mit einer sechsprozentigen nachzahlungspflichtigen Dividende sowie einer Mehrdividende von einem Prozent gegenüber den Stammaktien. Die Mehrdividende ist als Ausgleich für das fehlende Stimmrecht gedacht. Sowohl Stämme als auch die Vorzugsaktien sind mit halber Gewinnanteilsberechnung für das laufende Geschäftsjahr 1984/85 versehen.

Von den nominal 2,2 Millionen Mark stimmrechtslosen Vorzugsaktien stammen 2 Millionen Mark aus einer Kapitalerhöhung und knapp 200 000 Mark aus dem Besitz der Altaktionäre. Für die Belegschaft der ADV/Orga sind nominal 500 000 Mark reserviert, die allerdings einer zweijährigen Verkaufssperre unterliegen.

Der Vorsitzende des ADV/Orga-Vorstandes, Konsul Friedrich A. Meyer, soll 77,7 Prozent der Stammaktien halten. Er ist danach am Grundkapital von 13 Millionen Mark mit 45,8 Prozent beteiligt. Der neue Teilhaber des Software-Unternehmens, die Standard Elektrik Lorenz AG (SEL) in Stuttgart, wird 12,7 Prozent der nominal 977 100 Mark Stammaktien halten, was einer Beteiligung von 7,5 Prozent entspricht. Sie werden SEL von der Commerzbank zu einem fest vereinbarten Kaufpreis überlassen.

Für die Commerzbank ist ADV/Orga inzwischen die dritte neue Aktie. Auf der Liste der in diesem Jahr an deutschen Börsen eingeführten Papiere ist es der 18. Titel. Das Kurs-/ Gewinn-Verhältnis wurde für die Wilhelmshavener mit 21 errechnet. Diesen Wert zu ermitteln, ist bei Software-Unternehmen immer besonders kritisch. Der größte Kapitalposten ist hier das Know-how, über dessen Wert sich eigentlich nur spekulieren läßt. Unter Berücksichtigung des Wachstumspotentials von ADV/Orga haben Analysten das 2,1fache der derzeitigen durchschnittlichen Marktbewertung in Deutschland angesetzt. Bezogen auf die geschätzten Gewinne wird der Commerzbank-Index mit dem 10fachen bewertet.

Das Unternehmen am Jadebusen gehört zu den größten Softwarehäusern in der Bundesrepublik. Im vergangenen Geschäftsjahr setzte es 55,3 (43,4) Millionen Mark um. Der Jahresüberschuß vor Steuern betrug 5,2 (2,5) Millionen Mark. Zu den Kunden des Unternehmens, das eng mit dem amerikanischen Softwarehaus Cullinet zusammenarbeitet, gehören Groß- und Mittelbetriebe aus der gewerblichen Wirtschaft sowie öffentliche Unternehmen.

Im Geschäftsjahr 1983/84 erzielte ADV/Orga bei der Anwendungssoftware ein 43prozentiges Umsatzplus (auf 19,3 Millionen Mark). Dieser Erfolg ist nicht zuletzt in den drei Softwarepaketen "Ifas", "Ipas" und "lkos" zu suchen. Der Bereich Untemehmensberatung verzeichnete, bei einem Umsatz von 21,2 Millionen Mark ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

ADV/Orga will auch künftig bei der Anwendersoftware die erfolgreiche Politik mit IBM-kompatiblen Produkten fortsetzen. Unterstützt vom BMFT arbeiten die norddeutschen Softwarestrategen mit drei Universitäten und Softwareunternehmen an einem zukunftsorientierten Forschungs- und Entwicklungsprogramm: Unix - Softwareentwicklungsmethoden und Tools.