Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

17.12.1982 - 

18-Millionen-Auftrag:

AEG beflügelt Nachrichtensatelliten

FRANKFURT (pi) - AEG-Telefunken ist nach eigenen Angaben mit einem 18-Millionen-Mark-Auftrag für die Solargeneratorflügel mit 43000 Solarzellen und speziellen Verstärkerröhren am leistungsstärksten Nachrichtensatelliten der Welt, dem L-Sat, beteiligt. Der Satellit, bei dem "L" für "Large" steht, wurde von der europäischen Weltraumbehörde ESA in Auftrag gegeben.

Ab 1986 im Versuchsbetrieb bietet der Supersatellit drei Anwendungsmöglichkeiten: Über zwei Kanäle können Fernsehprogramme für direkten Heimempfang ausgestrahlt werden, ein zweiter nachrichtentechnischer Teil ist für die Übertragung von Telex und Datatex sowie Videokonferenzen ausgelegt. Außerdem wird erstmals die digitale Datenübertragung im hohen Frequenzbereich von 20/30-Gigahertz erprobt. Der L-Sat wird parallel zur deutsch-französischen Gemeinschaftsentwicklung der direktsendenden Fernsehsatelliten TV-Sat und TDF zum größten Teil von Großbritannien und Italien finanziert und genutzt. Weiterhin sind Holland, Dänemark, Spanien, Belgien, Österreich und Kanada beteiligt.

Bis zum Jahr 2000 sehen Tele-Experten mindestens 150 solcher leistungsstarken Kommunikationssatelliten die Erde umkreisen. Die Chancen der Europäer, einen großen Marktanteil zu erringen, werden positiv beurteilt.

Insgesamt ist AEG-Telefunken seit Beginn des deutschen "Raumfahrtzeitalters" 1966 mit dem Forschungssatelliten Azur an über 60 nationalen und internationalen Satelliten beteiligt.

43000 integrierte Zellen werden auf eine 60 Quadratmeter große flexible Kaptonfolie aufgeklebt, die in einen Faltmechanismus eingespannt wird. Nach dem Erreichen der geostationären Position im Weltraum in 36000 Kilometern Höhe werden die zwei Solargeneratorflügel ausgefahren, dann spannt sich der Satellit über 26 Meter in der Breite. Der Solargenerator soll am Ende der zehnjährigen Mission noch 2,9 Kilowatt Leistung abgeben. Er ist so konstruiert, daß ohne besondere Änderungen für folgende Satelliten die Leistungsstärke auf 7,8 Kilowatt gesteigert werden kann.

Die Wanderfeldröhren für den 20-GHz-Transponder liefert ebenfalls AEG-Telefunken. Die neuen Spezialröhren mit 25 Watt bis 32 Watt Ausgangsleistung weisen einen Wirkungsgrad von 40 Prozent auf. Sie basieren auf den technologischen Konzepten, die vom Konzern für die Röhren der 12-GHz-Nachrichtensatelliten entwickelt worden sind.