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20.05.1988 - 

Elektronikkonzern setzt auf Expansion in den USA:

AEG kauft Goulds Automatisierungssparte

FRANKFURT/ROLLING MEADOWS (bk) - Die AEG ist in ihrem Bemühen, international stärker in Erscheinung zu treten, einen Schritt weitergekommen. Der Elektronikkonzern kam jetzt mit der amerikanischen Gould Inc. überein, deren Industrial Automation System Group zu übernehmen.

Die Grundsatzvereinbarung, die beide Unternehmen unlängst unterzeichneten, sieht die Eingliederung der Gould-Divison, die unter dem Namen Modicon firmiert, bereits in den kommenden drei Monaten vor. Allerdings bedarf die Transaktion noch der Zustimmung des AEG-Aufsichtsrates sowie des deutschen und des amerikanischen Kartellamts. Unbestätigt ist die Höhe des Kaufpreises; von Gould verlautete, daß man etwa 290 Millionen Dollar in bar erwarte.

Die Entscheidung des amerikanischen DV-Anbieters, den Bereich Industrieautomatisierung abzustoßen, kommt nicht von ungefähr. Im vergangenen Jahr hatte die Division große Schwierigkeiten. In der Managementebene herrschte eine hohe Fluktuation, man verlor Marktanteile, arbeitete nicht profitabel. Darüber hinaus ist Gould, selbst auch nicht gerade sorgenfrei in finanzieller Hinsicht, seit einiger Zeit bemüht, sich zu restrukturieren, um Schulden abzubauen. Dies soll nun mit dem Geld aus Deutschland geschehen. Für die Daimler-Benz-Tochter AEG ist die Übernahme der Gould-Division ein lohnendes Geschäft. Mit Modicon, einem Spezialisten für Automatisierungssysteme in der Automobilbranche, können die Frankfurter nicht nur ihren Geschäftsbereich Fabrikautomatisierung ausbauen. Vielmehr sieht AEG durch den Zukauf auch ihre Präsenz in den USA gestärkt.

Denn auf einen Schlag verfügt der Elektronikkonzern nunmehr in den Vereinigten Staaten über vier Werke, nämlich in Andover/Massachusetts, Pittsburgh/Pennsylvania, Racine/Wisconsin und El Paso/Texas. Hinzu kommen aber auch internationale technische Vertriebsgesellschaften. Insgesamt beschäftigt die Gould-Division weltweit derzeit 1500 Mitarbeiter.

Die AEG will nun die Vorteile des schwachen Dollar nutzen, nachdem sie im vergangenen Jahr unter seinen Nachteilen zu leiden gehabt hatte: Die Frankfurter mußten aufgrund der starken Mark einen Exportrückgang von fünf Prozent wegstecken.

Dagegen zahlten sich die neugeknüpften Verbindungen mit ausländischen Gesellschaften - unter anderem mit dem Westinghouse-Konzern, der auch mit AEG-Konkurrent Siemens kooperiert - bereits im ersten Quartal 1988 aus: Die Geschäfte stiegen um zehn Prozent.