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11.12.1981 - 

Mit Mannesmann und Bosch Zusammenarbeit in der Kommunikationstechnik geplant:

AEG-Konzept auf Vordermann gebracht

FRANKFURT (ha) - Nach langem Tauziehen gilt der erste Schritt zur Sanierung der maroden AEG-Telefunken AG als perfekt. Zusammen mit der Mannesmann AG und der Robert Bosch GmbH plant der nach Siemens zweitgrößte deutsche Elektrokonzern jetzt die Gründung einer System-Planungsgesellschaft im Bereich Telekommunikation. Außerdem soll die bisher 100prozentige AEG-Tochter, die verlustreiche Olympia Werke AG in Wilhelmshaven, aufgeteilt werden. Den größten Reibach macht indessen die Bosch GmbH, die über eine Zwischenholding-Gesellschaft zunächst 75,5 Prozent der erfolgreichsten AEG-Tochter Telefonbau und Normalzeit übernimmt.

Aus der Kooperation mit Bosch und Mannesmann ergibt sich für den Frankfurter Elektrokonzern eine massive Umstrukturierung im eigenen Hause. Der Bereich Weitverkehr und Kabeltechnik, der insbesondere im AEG-Werk Backnang konzentriert ist, soll aus der AEG-Telefunken AG herausgelöst und in der AEG-Telefunken Nachrichtentechnik GmbH verselbständigt werden. AEG behält dabei mehrheitliche Anteile von 51 Prozent des 150 Millionen Mark betragenden Stammkapitals. Bosch und Mannesmann übernehmen je zwanzig Prozent der neugegründeten GmbH, die Allianz Versicherungsgruppe neun.

Dem Vernehmen nach haben AEG und Bosch inzwischen gemeinsam die Telenorma Beteiligungsgesellschaft gegründet, in die AEG-Telefunken ihren derzeitigen Anteil an Telefonbau und Normalzeit (TN) einbringe. An der Telenorma, die zum 1. Januar 1983 nach dem Zuerwerb von mindestens zehn Prozent über die TN-Mehrheit verfügen werde, halten Bosch 75,5 und die AEG 24,5 Prozent der Anteile.

Überraschung hat AEG-Kennern zufolge die Einigung über die AEG Tochter Olympia hervorgerufen. Infolge einer Kapitalsanierung und einer Änderung der Besitzverhältnisse werde zunächst das Grundkapital des Wilhelmshavener Unternehmens von 130 Millionen Mark auf die Hälfte herabgesetzt. Die anschließend geplante Kapitalerhöhung von 65 Millionen Mark übernehme im wesentlichen eine von der Dresdner Bank, der Deutschen Bank und der Westdeutschen Landesbank getragene Zwischenholding, die 49 Prozent des Olympia-Kapitals halten solle. An dieser Holding wird AEG-Angaben zufolge die dem Bosch-Konzern nahestehende Siba Elektrik GmbH eine stille Beteiligung von 40 Prozent erwerben.

Die bereits unterzeichneten Kooperations- und Beteiligungsprojekte auf dem Gebiet der Telekommunikation, die teilweise noch Gegenstand von Gesprächen mit dem Bundeskartellamt sind, sieht die AEG durch das Hinzukommen der beiden finanzstarken Partner Mannesmann und Bosch als einen weiteren Schritt in Richtung Zukunft. Die beteiligten Unternehmen seien in allen wesentlichen Bereichen der Kommunikations- und Informationstechnik tätig - vom Endgerät bis zum Satelliten. Mit der Kooperation sei jetzt die Voraussetzung geschaffen, künftig auch integrierte Gesamtsysteme international anbieten zu können.