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07.11.1986 - 

Forschungschef zog Zwischenbilanz der Esprit-Beteiligung:

AEG setzt verstärkt auf Europa-Engagement

FRANKFURT (vwd) - Die AEG bleibt aktiver - Partner Im. europäischen Forschungsverbund. Dieses Fazit zog Volker Lehmann, Chef der Forschungsabteilung des Konzerns, mit Blick auf die Beteiligung der AEG am Esprit-Programm der Europäischen Gemeinschaft. Besonderes Gewicht will die Daimler-Benz-Tochter auf die Kommunikationstechnik legen.

In seiner Zwischenbilanz der noch laufenden Phase von -Esprit, bei der die AEG an 23 einzelnen Projekten teilnimmt, berichtete Lehmann, sein Unternehmen habe 1985 mit 850 Millionen Mark etwa acht Prozent seines Umsatzes von rund elf Milliarden in Forschung und Entwicklung gesteckt; diese Summe verteilt sich auf die Ressorts Mikro-, Opto- und Leistungselektronik sowie Antriebstechnik. Bei der Entwicklung eines Expertensystems, das in der "Fabrik der Zukunft" auf dem Gebiet der Fertigungssteuerung eingesetzt werden soll, arbeitet die AEG mit zwölf Partnern aus Industrie und Wirtschaft zusammen, zu denen Softwarehäuser, Großforschungseinrichtungen und Universitäten zählen.

Bei der Planung für die "Fabrik der Zukunft" will der Konzern ein Basissystem erstellen, das in seiner Architektur "zukunftssicher" ist und den Datenverbund mit dem administrativen Bereich sicherstellt. Einen Schritt in diese Richtung geht der Technologiekonzern bereits bei in Auftrag beziehungsweise in Planung befindlichen Anlagen zur Automatisierung einer Druckerei, einer Lackierer sowie eines Klärwerks.

Kern und Rückgrat des von AEG konzipierten Basissystems sind die Kommunikationssysteme für den Datenverbund, wo AEG drei Systeme mit unterschiedlichen Leistungen und Ausprägungen vorsieht. Für die informationstechnische Integration der vorwiegend administrativ ausgerichteten Arbeitszentren ist ein Kommunikationssystem vorgesehen, das schwerpunktmäßig auf großen Datendurchsatz und die Kopplung von Geräten unterschiedlicher Hersteller orientiert ist. Hierfür sind Bussysteme und Kommunikationsfestlegungen auf der Basis von MAP (Manufacturing Automatic Protocol) und von TOP (Technical Office Protocol) vorgesehen. Für den prozeßnahen technologischen Bereich wird ein Kommunikationssystem auf der Basis seriell arbeitender Busse eingesetzt. Nach den Vorstellungen von AEG wird dies EPA-MAP (Enhanced Performance , Architecture-MAP) sein, dessen internationale Normung vor einigen Monaten begonnen wurde.

Zur Zeit wird hier noch eine AEG-spezifische Lösung eingesetzt, die so gestaltet ist, daß wesentliche Schnittstellen beim Übergang erhalten bleiben. Auf der untersten Ebene wird das Kommunikationssystem durch den Feldbus ergänzt, der den Datenverkehr zwischen zentralen Datenverarbeitungseinheiten und den zum Teil weit verstreuten prozeßnahen Einheiten wie Sensoren und Aktoren sicherstellt. Ein weiteres wesentliches Merkmal der AEG-Basisarchitektur ist die Clusterbildung, mit der sämtliche für die Führung eines Teilprozesses notwendigen Geräte und Recheneinheiten über den Realzeitbus wie EPA-MAP zu einem weitgehend autarken System zusammengefaßt werden. Einzelne Cluster können über den übergeordneten Map-Bus oder Gateways unmittelbar miteinander gekoppelt werden.

Die AEG hat sich auf offene Standards eingestellt. Mit der Einführung von MAP und TOP auf der oberen Ebene wird ein erster Schritt in diese Richtung getan. Im Bereich des Realzeitbusses ist die Einführung von EPA-MAP vorgesehen, sobald die internationalen Normen abgeschlossen sind.