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11.11.1988 - 

Mit offenen Systemen und Echtzeit-Unix:

AEG will aus dem Prozeß-Ghetto heraus

FRANKFURT (ch) - Aus dem Ghetto der Prozeßsteuerungen will die AEG-Tochter Modular Computer Systems Inc. (Modcomp) offenbar heraus und sich auch allgemeineren DV-Aufgaben widmen. Vehikel für diese Strategie sind eine neuentwickelte Hardwarebasis im Supermini-Bereich und ein für das kommende Jahr zu erwartendes echtzeitfähiges Unix.

In diesem Kontext dürfte die Vorstellung dreier neuer Rechnermodelle zu sehen sein, die die Muttergesellschaft AEG vergangene Woche in Frankfurt ausrichtete. Einen Tag zuvor hatten die neuen Maschinen auf der Detroiter US-Messe Autofact ihre Premiere.

"Dreidimensionale" Rechner nennt der Hersteller die neue Produktfamilie. Damit möchte er andeuten, daß er das Verhältnis zwischen den drei Faktoren Rechenleistung, Durchsatz und Interruptfähigkeit für besonders abgerundet hält. Aus dieser ausgewogenen Kombination von Leistungsmerkmalen ergebe sich auch die gegenüber üblichen Prozeßrechnern breitere Palette der Einsatzmöglichkeiten, erklärte ein Unternehmenssprecher bei der Vorstellung der Modellreihe. Zielmärkte für die Maschinen sieht die Modcomp außer im traditionellen Prozeßrechnerbereich auch in der Echtzeitsimulation sowie in der Kommunikation. Unter Standard-Betriebssystemen wie Unix lassen sich damit auch traditionelle DV-Aufgaben lösen, beispielsweise technische Dokumentation.

Generell hat sich Modcomp nun offenen Standards verschrieben. Deutlich wird dies an der Ausrüstung der Maschinen mit Steck-plätzen für den VME- und den AT-Bus und einer SCSI-Schnittstelle. Die Kommunikation mit anderen Rechnern erfolgt unter TCP/IP. Auch in der Software folgt Modcomp diesem Trend und bietet neben den beiden Echtzeit-Betriebssystemen MAX IV und MAX 32 auch eine (nicht echtzeitfähige) Unix-Version an. Für das kommende Jahr steht dann eine an AT&T angelehnte Version des Betriebssystems mit echtzeitfähigem Kernel ins Haus. Modcomp hat sich damit nichts Geringeres vorgenommen, als "einen Standard zu setzen", wie AEG-Vorstandsmitglied Peter Stehle anläßlich der Präsentation verkündete.

Die drei jetzt vorgestellten Varianten der 3-D-Modellreihe, die Typen 9230, 9235 und 9250, decken einen Leistungsbereich von 2.5 bis 5 MIPS ab und sollen sämtlich in der Lage sein, ohne drastische Einbuße an Rechenleistung bis zu 100 000 Interrupts je Sekunde zu verarbeiten. Um dies zu ermöglichen, hat Modcomp ein VLSI-CPU-Chip mit rund 220 000 Transistorfunktionen in Auftrag gegeben. Die ersten Maschinen sind laut Hersteller bereits ausgeliefert. Im kommenden Jahr will Modcomp die Rechnerlinie auf zwölf Modelle erweitern. Für die jetzt angebotenen Maschinen rangieren die Preise zwischen 50 000 und 150 000 Dollar.