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19.05.1989 - 

Neue Chancen für arbeitslose Mediziner:

Ärzte machen Computerkarriere

MÜNCHEN (CW) - Mit neunmonatigen Intensivkursen in Medizinischer Datenverarbeitung will die Bundesanstalt für Arbeit (BfA) in Nürnberg arbeitslosen Ärzten neue Berufsperspektiven eröffnen. Die von der BfA finanzierten Kurse finden in Wiesbaden statt. Ob Beihilfen für den Lebensunterhalt gezahlt werden, ist von der finanziellen Situation des einzelnen Teilnehmers abhängig.

Für die meisten der etwa 13 000 arbeitssuchenden jungen Ärzte ist der Umdenkungsprozeß hin zur EDV problematisch. Doch die wachsende Anzahl arbeitsloser Mediziner und der noch offene Arbeitsmarkt für medizinische DV-Fachleute beschleunigen die Neuorientierung.

Eines der Einsatzgebiete der DV-Ärzte liegt im Krankenhaus, denn gerade hier zwingt die Kostenexplosion zu erheblichen Sparmaßnahmen. Diese werden sich nicht auf bisherige Gesetze beschränken. Neue Möglichkeiten eröffnen sich, wenn man bedenkt, daß erst ein Prozent der technisch-wissenschaftlichen DV-Möglichkeiten verwirklicht sind. Weitere Arbeitsfelder der DV-Mediziner liegen zum Beispiel in Krankenhausinformationssystemen, Klinischer Dokumentation, medizinischer Statistik oder medizinischer Entscheidungsunterstützung.

Die Landesärztekammer Hessen geht auf diese Entwicklung ein, indem sie die vom Computer-Bildungs-Institut (CBI) durchgeführten Seminare "Medizinische Datenverarbeitung" auf die Weiterbildung zum Erwerb der Zusatzbezeichnung "Medizinische Informatik" anerkannt (COMPUTERWOCHE Nr. 11, 10. März 1989).

Mitteilungen des CBI zufolge erhöhen sich die Chancen auf eine Arbeitsstelle mit dem Besuch der Seminare erheblich. Nach sieben Schulungen liegen folgende Erfahrungswerte vor:

- In der Regel verfügen zwei Drittel der Ärzte bereits während der Ausbildungszeit über Jobzusagen.

- Etwa ein bis zwei Monate nach Kursende haben 90 Prozent aller Teilnehmer Arbeitsplatzangebote.

- Junge Ärztinnen, die zirka 50 Prozent der Kursstärke repräsentieren, haben bis zum letzten Schultag regelmäßig die besseren Job-Erfolgsquoten. Im 2. Mediziner-Kurs betrug sie zum Beispiel 100 Prozent, im fünften Kurs verfügten zehn von elf Ärztinnen über Jobzusagen.

- Gute 50 Prozent aller Teilnehmer kommen ohne direkten EDV-Einsatz im alten Beruf unter, die restlichen Einsatzgebiete reichen von medizinischen Softwarehaus über Forschung und Entwicklung in der Pharma-Industrie bis hin zur EDV-Leitung einer Landesärztekammer.

Informationen: CBI GmbH, Bahnhofstraße 8, 6200 Wiesbaden-Erbenheim, Telefon: 0 61 21/70 08 47