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17.01.1992 - 

Ergebnisse einer bundesweiten ISDN-Aktion

AGBK-Forum: 16,7 Prozent nutzen einen ISDN-Anschluß

*Volker Brümmer ist PR-Manager bei der 1&1 EDV Marketing GmbH aus Montabaur. Die Arbeitsgemeinschaft Büro-Kommunikation stillt eine Tochtergesellschaft dieser Firma dar und hat ihren Sitz ebenfalls in Montabaur.

Ende Juli 1991 starteten die Bundespost Telekom und einige Anbieter von ISDN-PC-Adapterkarten und entsprechenden Softwareprodukten eine bundesweite ISDN-Aktion. Mit der Auswertung und Bearbeitung der eingehenden Anfragen und Interessentenwünsche, auf die Volker Brümmer* im folgenden Artikel Bezug nimmt, wurde die Arbeitsgemeinschaft Büro-Kommunikation, eine Tochtergesellschaft der 1&1 EDV Marketing GmbH aus Montabaur, beauftragt.

Bis zum Jahresende nahm die AGBK über 6500 Anfragen entgegen. Die meisten davon, das heißt 67 Prozent, kamen aus dem Dienstleistungsbereich. Mit deutlichem Abstand folgen das verarbeitende Gewerbe mit 17 Prozent und der Handel mit zehn Prozent. Diese Zahlen wurden weiter analysiert und zur Anzahl der Arbeitsstätten in den einzelnen Branchen in Bezug gesetzt. Demnach kamen aus dem Dienstleistungsbereich mit 35,2 Prozent die meisten Anfragen. Das verarbeitende Gewerbe rangiert mit 21,6 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von den Sparten Wasser- und Energieversorgung mit 15,8 Prozent, Handel (6,6 Prozent), Kreditinstitute sowie Versicherungen (6,4 Prozent) und Organisationen ohne Erwerbszweck (6,3 Prozent).

Telefonische Interviews mit den Interessenten ergaben, daß 16,7 Prozent bereits einen ISDN-Anschluß haben und davon etwa 25 Prozent vor einer ISDN-PC-Karten-Kaufentscheidung stehen.

Einen PC setzen 96,5 Prozent der Befragten ein. Über 75 Prozent arbeiten mit MS-DOS, elf Prozent mit Unix beziehungsweise Xenix und sechs Prozent mit OS/2. Bei den übrigen Anwendern kommen Betriebssysteme von Novell und Apple sowie Windows zum Einsatz.

Rund 80 Prozent der Interessierten wollten sich einen Überblick über ISDN in Verbindung mit einem PC verschaffen, vor einer konkreten Kaufentscheidung steht ein Fünftel. Die häufigsten Fragen waren allgemeiner Art, beispielsweise zur Wirtschaftlichkeit, Schnelligkeit und den Einsatzmöglichkeiten. Die Fragen nach der regionalen Verfügbarkeit von ISDN konnten von der AGBK mit Unterstützung einer Datenbank, in der Informationen und Termine über die ISDN-Verfügbarkeit gespeichert sind, beantwortet werden.

Bei Interessenten, die demnächst auf ISDN umgestellt werden, beziehungsweise denen, die bereits mit ISDN arbeiten standen Fragen zur Netzwerkfähigkeit, zum Filetransfer und zur Kommunikation direkt aus dem Rechner im Vordergrund.

Die Beantwortung dieser Fragen ergab sich aus der Marktsituation. Der Einsatz von PC-Netzen nimmt von Jahr zu Jahr zu. Gleichzeitig besteht immer mehr die Notwendigkeit, daß einzelne PCs mit Teilnehmern aus PC-Netzen miteinander kommunizieren können.

Mit ISDN ist die Kommunikation zwischen einem externen ISDN-PC und einem an ISDN angeschlossenen LAN uneingeschränkt möglich. Der externe ISDN-PC wird dabei zum vollwertigen Netzteilnehmer. Mit ISDN ist es wirtschaftlich möglich, auch verschiedene LANs bundesweit oder international zu verbinden und somit zu einem WAN auszudehnen. Im WAN können dann die Teilnehmer aller Netze so miteinander kommunizieren, als wären sie Teilnehmer eines einzigen Netzwerkes.

Der steigende Einsatz von ISDN-Telekommunikationsanlagen bietet ganz neue Möglichkeiten. So läßt sich das Netz der TK-Anlage als LAN nutzen. Durch den Zugang zum öffentlichen ISDN kann mit externen Rechnern kommuniziert werden oder mehrere LANs zu einem WAN zusammengeschlossen werden.

Für den Datenaustausch bietet der ISDN-PC optimale Vorausetzungen. Mit dem PC lassen sich Daten versenden und empfangen; außerdem ist die Fernwartung von PCs möglich. Beim Datenaustausch mit Großrechnern wird auf der Mainframe-Seite ein Terminaladapter oder eine ISDN-Karte vorgeschaltet.

AGBK gibt Anwendern nützliche ISDN-Tips

Außer dem kostenlosen Telefonservice, der unter der Nummer 01 30/80 05 08 zu ereichen ist, vermittelt die Arbeitsgemeinschaft Büro-Kommunikation aus Montabaur Beratungstermine mit den TK-Experten der Telekom. Fragen zu detaillierten Produktinformationen über ISDN-PC-Lösungen gibt die AGBK, deren ISDN-Aktion im übrigen noch bis Mitte 1992 laufen wird, direkt an die betreffenden Hersteller weiter. Umfassende Informationen zu ISDN liefert auch die Loseblatt-Sammlung "ISDN-Berater", die in einer ersten, zwischenzeitlich vergriffenen Auflage mit 7500 Exemplaren erschienen ist. Die zweite Auflage ist in Vorbereitung und ab Januar 1992 bei der AGBK gegen eine Schutzgebühr von fünf Mark zu beziehen. (siehe dazu auch CW Nr. 51 vom 20. Dezember 1991, Seite 17).

Der PC als ISDN-Endgerät

In Verbindung mit ISDN (Integrated Services Digital Network) wird der PC zum wahren Kommunikationsterminal. Er eignet sich dabei als Endgerät für alle Telekommunikationsarten, vom Telefon bis zu Btx, vorausgesetzt er wird mit einer ISDN-PC-Adapterkarte aufgerüstet und ans digitale Netz der Telekom angeschlossen.

Mit einem ISDN-PC läßt sich höchst komfortabel telefonieren. Aus einer Datenbank oder einem elektronischen Adreßbuch werden Rufnummern selektiert und automatisch angewählt. Schon während des Gesprächs können direkt am Bildschirm Notizen gemacht werden.

Im Telefax-Betrieb eröffnet ISDN neue Dimensionen. Es garantiert eine fehlerfreie Übermittlung, eine wesentlich höhere Auflösung in Laserdruckqualität und deutlich geringere Übertragungszeiten. So beträgt der Zeitaufwand für die Übertragung von 16 Textseiten gerade noch fünf Sekunden, und eingehende Telefaxe können direkt am PC gelesen und weiterverarbeitet werden.

Beim Einsatz von Teletex läßt sich die gesamte Geschäftspost im ISDN von PC zu PC übertragen und sofort mit dem gewohnten Programm weiterbearbeiten.

Der Startschuß für ISDN fiel im März 1989. Seitdem verzeichnet ISDN großes Interesse und Zuwächse. Seit Anfang 1991 können etwa 70 bis 80 Prozent aller Geschäftskunden der Telekom in den alten Bundesländern an das diensteintegrierende Netz angeschlossen werden. In den fünf neuen Bundesländern werden ab 1992 ISDN-Anschlüsse, beginnend in den Wirtschaftszentren, angeboten. Ziel ist es, bis 1995 eine flächendeckende ISDN-Versorgung zu erreichen.

International kann bereits heute mit Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, der Schweiz, den USA, Japan und Hongkong im ISDN kommuniziert werden. Spätestens ab 1993 sollen dann auch die in Europa bereits bestehenden nationalen ISDN-Netze über Euro-ISDN für den grenzüberschreitenden Verkehr verbunden werden.