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Information als Produktionsfaktor


17.08.1990 - 

Agieren statt reagieren dank Information Management

Die Bedeutung der Information als Produktiv- und Wettbewerbsfaktor nimmt zu. Um konkurrenzfähig zu bleiben, sind richtige und vor allem schnelle Entscheidungen erforderlich. Es gilt, die Reaktionsfähigkeit gegenüber der sich rasch ändernden Wettbewerbssituation zu optimieren Agieren statt reagieren heißt die Devise.

Um ein Unternehmen erfolgreich führen zu können, benötigt das Management strategische Informationen - sowohl über den Markt als auch über die eigene Organisation. Diese müssen schnell, aktuell und gezielt abgefragt beziehungsweise zur Verfügung gestellt werden. Nicht mehr nur Daten, sondern komplexe Informationen sind lebensnotwendig, wenn ein Unternehmen heute erfolgreich bestehen will.

Informationslogistik als vierter Produktionsfaktor

Bei der Herstellung jeder Art von Produkten entfallen wissenschaftlichen Analysen zufolge mehr als 50 Prozent der Kosten auf die Bereitstellung der notwendigen Informationen. Informationslogistik wird somit zum mächtigsten Einflußfaktor für die Wertschöpfung der Unternehmen in den kommenden Jahren. Nur beim Agieren kommen die Ideen, nicht bei reinen Betrachten .

Wie wichtig strategische Information ist, zeigt ihre Einordnung als vierter Produktionsfaktor neben Arbeit, Betriebsmittel und Werkstoff. Ganz zu schweigen von ihrer Bedeutung als zentrales Management-Instrument. Ohne DV-gestützte Informationen nimmt die Kalkulierbarkeit der unternehmerischen Entscheidungen eindeutig ab, da diese unter wachsendem Zeitdruck erfolgen müssen Außerdem sind die Arbeitsgänge, für die sie getroffen werden, heute weit komplexer als füher.

Der Informationsberg wächst jährlich um etwa 45 Prozent. Schon heute wird es immer schwieriger, aus der zur Verfügung stehenden Datenfülle schnell, aktuell und in genau der richtigen Form die für Entscheidungen wichtigsten Informationen zu selektieren. Zwar kann heute geplant werden, welche Informationen bereitzustellen sind, ihre Aufbereitung gelingt allerdings nur in den seltensten Fällen.

Doch nur wer die strategische Information erkennt und marktstrategisch nutzt, erzielt durch die Qualität der schnellen Entscheidung überdurchschnittliche Wettbewerbsvorteile. Um das zu gewährleisten, müssen die Aufgaben funktional eindeutig sowie ihre Verknüpfung über den Informationsfluß neu festgelegt werden.

Der gesamte Informationsfluß verlangt nach einer ähnlich konsequenten Struktur wie er in der Produktion längst üblich ist. Die Büroarbeit wird so rationalen Produktionsmethoden zugänglich gemacht, die bisher erforderlichen Zwischenlagerungs- und

Transportzeiten streben gegen Null. Der einzige Unternehmensbereich, der wirkungsvolle kostenreduzierende Maßnahmen verträgt, ist die Verwaltung. Den stärksten Einfluß auf die Kosten hat dabei die Effizienz des innerbetrieblichen Informationsflusses.

Der DV-Leiter gehört in die Geschäftsleitung

Keinesfalls darf an den finanziellen Mitteln für integrierte Informationssysteme oder Datenbankanwendungen gespart werden. Immerhin entscheiden diese heutigen Kosten über die Wettbewerbsfähigkeit von morgen. Allein mit gesundem Menschenverstand ist eine solche Umorganisation auf keinem Fall zu bewältigen. Bereits die Eigendynamik ganz simpler Systeme läßt sich nicht mehr mit konventionellen Methoden steuern

Informations-Management sollte als eine computergestützte Dienstleistung aufgefaßt werden, die rechtzeitig und vollständig alle nötigen Informationen für den Arbeits- und Entcheidungsprozeß bereitstellt. Deshalb ist der Informations-Manager in den Entscheidungs- und Arbeitsprozeß der Geschäftsleitung einzubeziehen. Seine Aufgabe besteht darin, das Unternehmen vor Fehlentwicklungen sowie übertriebenem "Computer-Unterstützungsdrang" zu schützen. Die Konsequenz: Der Informations-Manager gehört wegen der strategischen Bedeutung seiner Funktion eindeutig in die erste Ebene der Unternehmensführung.

Ohne ein gutes Datenbank-Management-System dürfte die Einbindung der Software-Entwicklung in die Informationsstrategie des Unternehmens allerdings nicht zu realisieren sein. Besteht ein solches Fundament, so gilt es, die richtigen Werkzeuge für die Anwendungsentwicklung zu finden. Applikationen zwischen diversen Systemumgebungen müssen portierbar sein, ohne daß Änderungen erforderlich werden.

Relationale Systeme - auch in verteilten Umgebungen lassen eine mächtige und abstrakte Bearbeitung der Daten mittels nicht-prozeduraler Anweisungen zu und bieten ein hohes Maß an Datenunabhängigkeit. Sie können flexibel auf Anderungswünschen reagieren und erlauben eine interaktive Administration.

Die bislang vorhandenen operativen Datenbestände sind historisch gewachsen und enthalten oft "Unsauberkeiten" - mehrfach belegte Felder, positionsorientierte Bedeutung, verschlüsselte Inhalte, Redundanzen, die einer problemlosen Benutzung im Wege stehen können. Eine saubere Datenanalyse und modellierung mit Methoden der Informations-Strukturanalyse und Normalisierung sorgt hier für Abhilfe.

Auch die Aktualität der operativen Daten ist nicht immer auf dem gleichen Stand. Daher ist es meist notwendig, einen zeitgleichen, wenig verdichteten Datenbestand als Informationsdatenbank aufzubauen. Für Simulationen und Planungen muß es möglich sein, auch Daten verändern zu können.

Relationale Datenbanken ermöglichen im Verbund mit Zentral-, Betriebs- und Prozeßrechnern sowie vernetzten PCs ein wirkliches Management-Informations-System (MIS). Der Einsatz von relationalen Datenbanken und Computer-Netzwerken verbietet die Anhäufung und Verwaltung von gleichen Informationen an mehreren Plätzen innerhalb des Unternehmens - kontrollierte Datenverarbeitung und verwendung vermeidet Datenredundanz.

Lokale Netzwerke als Kommunikationsbasis

Netzwerke gewinnen immer stärker an Bedeutung, und Daten müssen einem wachsenden Nutzerkreis zugänglich gemacht werden. Mit Blick auf die bis Ende 1992 geplante Vollendung des Binnenmarktes in der EG erhält der Austausch von Informationen und Daten länderüberschreitend einen zunehmenden höheren Stellenwert.

Der Grund: Immer mehr Mitarbeiter innerhalb eines Unternehmens oder einer Organisation setzen immer mehr Computer für immer mehr Anwendungen ein, so daß die Zahl der zu transportierenden Daten und Informationen wächst. Wenn diese Daten nicht allen Beteiligten gleichzeitig schnell und vollständig zur Verfügung stehen, können Produktivität und Effektivität der Organisation darunter leiden.

Ein rascher Datentransfer wird allerdings häufig durch die Entfernung zwischen den Anwendern, die Unverträglichkeit der verschiedenen Computersysteme und deren Kapazitätsgrenzen be oder gar verhindert. Ein gut organisiertes Netzwerk-Management ist zur Überwindung dieser Schwierigkeiten daher ein absolutes Muß.

Dabei gilt es, Insellösungen zu vermeiden, ein unternehmensweites, flexibles und herstellerunabhängiges Konzept zu realisieren und die Anwendersoftware so auszulegen, daß sie für alle Hardwaretypen portabel ist.

Rationelle Informationsverarbeitung ist für viele Unternehmen zu einem wesentlichen Wettbewerbsfaktor geworden. Die Qualität der Informationen bestimmt die Qualität der Entscheidungen. Unmittelbare Verfügbarkeit einer Information ermöglicht eine

frühzeitige und schnelle Reaktion.

Man sollte soviel Standardsoftware wie nur möglich einsetzen und die eigenen Leute nur die erforderlichen Modifikationen erarbeiten lassen. Es hat keinen Sinn, das Rad noch einmal zu erfinden. Schnittstellen-Probleme durch Teil- und Insellösungen können die Flexibilität einschränken.

Informationsverarbeitung und Organisation müssen eine Einheit bilden. Diese Einheit ist nur über wirklich integrierte Anwendungssoftware erreichbar, die von vornherein Grenzen und Schnittstellen zwischen den Funktionsbereichen ausschließt.

Es ist daher parallel zur Einführung eines Produktions-Steuerungssystems (PPS) ein integriertes Anwendungssoftware-System einzuführen, das die gesamte Bandbreite betriebswirtschaftlicher Funktionen abdeckt. Auch dieses System sollte konsequent der Idee eines einheitlichen Mengen- und Werteflusses folgen und beide bei jedem Vorgang direkt (in Echtzeit) verbuchen.

Alle mit dem System verbundenen Benutzer arbeiten mit gleich aktuellen Informationen es wird eine einheitliche Datenbank mit unterschiedlichen Benutzersichten zugrundegelegt. Für viele Anwender bedeutet das, daß alle seit über 20 Jahren für den kommerziellen Bereich erstellten Anwendungsprogramme in Cobol, Assembler oder RPG durch eine integrierte Gesamtlösung ersetzt werden müssen, die sich auszeichnet durch

- modularen Aufbau,

- höchste Zuverlässigkeit,

- beliebige Erweiterbarkeit,

- Migrationsfähigkeit,

- minimales Einführungsrisiko,

- wirtschaftliche Wartung und

- hohe Integration.

So kann auch in der Zukunft durch Anpassung an die jeweils neueste Computertechnologie, die stets ein verbessertes Preis- /Leistungs-Verhältnis brachte, der Anwender die kostengünstigste Hardwarevariante zu einem Vorteil nutzen. Damit ist eine hohe Effizienz der Systeme gewährleistet.

Im Rahmen des unternehmensweiten Informations-Management erweitert ein Marketing-Management-System die Möglichkeiten einer Ziel- und zukunftsorientierten Planung. Es bewirkt die siw Senkung der Produktionskosten durch bessere Kapazitätsauslastung sowie durch bedarfsgerechtere Produktion und Lieferfähigkeit. Außerdem soll damit die Lagerhaltung optimiert werden. Vor allem aber liefert es Daten für eine gezielte Auswertung des Marktgeschehens. Ein PPS System, ohne das heute kaum ein Industrieunternehmen mehr auskommt, verbessert diese Eckdaten noch zusätzlich.

Abschließend sei noch er wähnt, daß ein wirkungsvoller Informationsfluß immer auch das Projekt-Management umfassen sollte. Für ein Unternehmen

ist es von zentraler Bedeutung, rechtzeitig die Zeit- und Kostenentwicklung eines Projekts einschätzen zu können.