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13.06.2007

Airbus mit A350-Aufträgen noch weit hinter Boeings 787 - WSJ

PARIS (Dow Jones)--Airbus ist es knapp eine Woche vor der diesjährigen Paris Air Show nicht gelungen, die entscheidenden Kunden für ihr geplantes Langstreckenflugzeug A350 zu gewinnen. Nach Informationen des "Wall Street Journal" (WSJ) vom Mittwoch hat der Flugzeughersteller in den vergangenen Wochen hohe Rabatte angeboten, um kurz vor der wichtigsten Luftfahrtmesse weltweit noch weitere Aufträge abschließen zu können.

PARIS (Dow Jones)--Airbus ist es knapp eine Woche vor der diesjährigen Paris Air Show nicht gelungen, die entscheidenden Kunden für ihr geplantes Langstreckenflugzeug A350 zu gewinnen. Nach Informationen des "Wall Street Journal" (WSJ) vom Mittwoch hat der Flugzeughersteller in den vergangenen Wochen hohe Rabatte angeboten, um kurz vor der wichtigsten Luftfahrtmesse weltweit noch weitere Aufträge abschließen zu können.

Bislang hat Airbus 13 Festbestellungen für die A350, während der Konkurrentin Boeing Co für die 787 Dreamliner fast 600 Aufträge vorliegen. Damit zeichnet sich eine Dominanz der Amerikaner in dem Segment ab. John Leahy, Airbus-COO für das Kundengeschäft, räumte im Gespräch mit der Zeitung ein, es laufe mit der Vermarktung zäher als einige möglicherweise erwartet hätten.

In Paris auf der Flugzeugmesse dürften zwar ein paar neue Aufträge bekannt gegeben werden, schreibt die Zeitung, aber der erhoffte große Wurf werde wahrscheinlich nicht darunter sein. Airbus sei es bislang nicht gelungen, bei potenziellen Kunden Vertrauen für das mittelgroße Langstreckenflugzeug zu gewinnen, das nach erheblichen Kundenbeschwerden zu Komfort, Treibstoffverbrauch und Wartung im vergangenen Sommer noch einmal völlig neu geplant wurde.

So klagt Steven Udvar-Hazy, Chairman des großen Flugzeugleasing-Konzerns International Lease Finance Corp (ILFC), etliche Monate nachdem die alte A350 "beerdigt" sei, habe Airbus noch nicht die Details zu dem Nachfolger vorgelegt, die sein Unternehmen zu einem sofortigen Auftrag verführt hätten. Stattdessen werde ILFC nach Angaben informierter Personen wohl einen Großauftrag für wenigstens 50 Maschinen Boeing 787 zum Listenpreis von 10 Mrd USD in Paris unterzeichnen. Udvar-Hazy bestätigte der Zeitung fortgeschrittene Verhandlungen.

Damit käme Boeing auf weit mehr als 600 Festbestellungen für die 787, die ab Mai 2008 ausgeliefert werden soll. Airbus, in der Entwicklung des mittelgroßen Langstreckenflugzeugs etwa fünf Jahre zurück, habe zusätzlich zu 13 festen Aufträgen insgesamt 148 Optionen vereinbart. 91 davon waren bereits Festaufträge, weitere 22 Optionen für das im vergangenen Sommer aufgegebene Vorgängermodell, schreibt die Zeitung.

Als ein Problem bei der neuen A350 beschreibt ILFC-Chairman Udvar-Hazy, dass es bislang offenbar keinen Rahmenvertrag mit der General Electric Co für ein zweites Triebwerk gibt. Bislang ist die Rolls-Royce plc alleiniger Lieferant. Kunden wie ILFC drängen aber auf Auswahl, weil das zum einen den Preis für die Motoren in Bewegung bringt, und weil zum anderen die Kunden selbst Bindungen zu dem einen oder anderen Hersteller haben.

Ein Sprecher von GE sagte der Zeitung, Vertreter des US-Konzerns träfen mit Airbus-Managern in Paris zwar zusammen, ein Vertrag dürfte aber erst später im Sommer zustande kommen. Airbus-Manager Leahy spielte diese Frage im Interview allerdings herunter. Die Frage der Auswahl beim Triebwerk sei zwar wichtig, aber kaum ausschlaggebend, sagte er dem WSJ.

Noch ist der lukrative Markt, der mit der A350 und der 787 bedient werden soll, nicht komplett aufgeteilt. So heißt es von Emirates Airline, dem Carrier aus Dubai, der für die Vergabe von Großaufträgen auf Messen bekannt ist, man habe sich noch nicht zwischen beiden entschieden. Nach Angaben von Personen, die mit dem Thema vertraut sind, bietet Airbus nicht nur einen ordentlichen Rabatt auf den A350-Listenpreis von 230 Mio USD, sondern bei A350-Bestellungen auch Preisnachlässe für andere Airbusse, die noch im Auftragsbuch des Konzerns stehen.

Dermot Manion, CEO der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus, die jüngst sechs A350 bestellte, sagt freimütig: "Natürlich habe wir den maximalen Vorteil für uns gesucht".

Zu den Fluggesellschaften, die Airbus-COO Leahy für die A350 zu begeistern sucht, gehört auch die US Airways Group Inc. Einen Abschluss für 20 bis 30 Maschinen zur Luftfahrtschau in Paris strebe er an, sagten Informanten der Zeitung. Der Manager habe dem US-Konzern dafür sogar hohe Strafzahlungen für den Fall angeboten, dass Airbus mit der A350 den Auslieferungszeitplan nicht einhalten kann, wie beim Superjumbo A380 geschehen. Im Verlauf dieses Mittwochs komme der Board von US Airways zusammen. Es sei jedoch unklar, ob ein Auftrag vergeben werde.

Air-France-Präsident Pierre-Henri Gourgeon bringt das grundsätzliche Problem von Airbus mit der A350 so auf den Punkt: "Sie müssen ihre Kunden noch davon überzeugen, dass sie eine Maschine bauen können, die es mit der von Boeing aufnehmen kann". Air France-KLM SA, die Konzernmutter, trifft ihre Entscheidung zwischen A350 und Dreamliner im nächsten Jahr.

Websseite: http://www.wsj.com/

DJG/DJN/rio/cbr

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