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12.05.2000 - 

Weltweites Server-Netz hält Content vor

Akamai zündet den Internet-Turbo

MÜNCHEN (CW) - Akamai Technologies will dem "World Wide Wait" ein Ende machen. Der amerikanische Dienstleister hat ein Verfahren entwickelt, das den schnelleren Downlaod von Web-Inhalten garantiert.

"Wir haben über das Internet ein eigenes Netz gebaut", versucht Wolfgang Stähle, Geschäftsführer der Akamai Technologies GmbH in München, das Prinzip seines Unternehmens anschaulich zu machen. Natürlich besitzt das Akamai-Network nicht die Dimension des World Wide Web, räumt Stähle ein, aber mit rund 2750 Servern in zurzeit 150 Backbone-Netzen in 45 Staaten der Welt verfolgt das Unternehmen dennoch einen globalen Ansatz.

Auf besagten Servern, dem Netzwerk sowie patentgeschützten Algorithmen beruht denn auch das Geschäftsprinzip der Amerikaner. "Wir wollen den Content so nah wie möglich zum Anwender bringen", erklärt der Manager die Philosophie der Firma, die seit kurzem auch in Europa mit Geschäftsstellen in München, Paris und London präsent ist. Der Dienstleister adressiert dabei Großunternehmen wie zum Beispiel Banken, Versicherungen, Medienunternehmen, Portal- oder E-Commerce-Anbieter, die einerseits die Belastung ihrer Websites reduzieren möchten, um für ihre Kunden einen schnellen Download sicherzustellen, andererseits aber auf anspruchsvoll gestaltete Web-Inhalte zur Animation der Surfer nicht verzichten wollen. Derzeit zählt das Unternehmen weltweit rund 400 Großkunden.

Die kürzeren Reaktionszeiten garantiert Akamai seinen Kunden durch mehrere Maßnahmen. Erstens die weltweit gestreuten Server, auf denen bis zu 80 Prozent des Contents der Kunden zwischengespeichert werden. Zweitens eine Anbindung der Server mit 100-Mbit/s-Leitungen an die für Akamai geschalteten Backbone-Verbindungen der Carrier. Drittens schließlich sorgen in die fehlertolerante Software "Freeflow" integrierte Optimierungsalgorithmen für einen verbesserten Informationsfluss im Vergleich zum "herkömmlichen" Internet.

Die Algorithmen wurden von den Firmengründern Tom Leighton und Danny Lewin am Forschungsinstitut MIT entwickelt. Sie sind Bestandteil der auf den Akamai-Servern implementierten Software Freeflow. Diese steuert die Web-Zugriffe durch intelligentes, dynamisches Routing unter Berücksichtigung aktueller Eckwerte wie der Netzlast des kompletten Internet, Server-Auslastung sowie Einwahlort der Nutzer.

Browser umgeht den Original-ServerDie Installation der Freeflow-Server in 150 Backbones erlaubt die optimierte Übertragung des Content netzwerkübergreifend und unabhängig davon, über welchen Provider ein Nutzer oder Unternehmen an das Internet angebunden ist. Jedem Objekt, das über das Akamai-Netz übertragen werden soll, wird eine dynamische URL zugewiesen, die allerdings in einen Akamai Resource Locator (ARL) umgewandelt wird. Dadurch fordert und erhält der Browser den gewünschten Web-Inhalt nicht mehr vom Original-Server, sondern von einem optimal lokalisierten Akamai-Server.

Ändert sich der Inhalt eines Objektes, wird diesem eine neue, eindeutige ARL zugeordnet. Der Akamai-Server erkennt dies, ruft den für ihn neuen Inhalt von der Homesite des Kunden ab und speichert ihn in seinem Cache. Da 70 bis 90 Prozent des Internet-Datenverkehrs aus dem Download von Multimedia-Objekten wie beispielsweise Bildern oder Videos bestehen, wird damit die Belastung des Home-Servers erheblich reduziert. Kunden besuchen dadurch öfter die Seiten und verweilen länger im Web-Angebot des Anbieters. Dies, so das Argument von Akamai, führt zu häufigeren Klicks auf Werbebanner und höheren E-Commerce-Einahmen.