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27.11.1992 - 

Geschäftsjahr 1992 erfolgreich abgeschlossen

Akquisitionsstrategie hat der Legent Corp. nicht geschadet

DÜSSELDORF (hv) - Während die meisten Unternehmen der IT-Branche unisono über zurückgehende Margen klagen, streichen Anbieter,

die vom Automatisierungsgeschäft leben, nicht selten Gewinne ein. So auch der in Vienna, Virginia, ansässige System-Management-Spezialist Legent Corp., der die Übernahme der Goal Systems International Inc. offenbar gut verkraftet hat.

Darauf deutet zumindest die jüngste Bilanz hin: Für das Geschäftsjahr 1992, das im September zu Ende ging, kann der IBM-Mainframe -Spezialist gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzzuwachs von 22 Prozent verbuchen. So setzte das Unternehmen im letzten Jahr knapp 427 Millionen Dollar um. Bei diesen Berechnungen wurde für 1991 ebenso wie für das soeben beendete Geschäftsjahr die Umsatzzahlen von Goal Systems und den anderen übernommenen Softwarehäusern mit einbezogen. Das Nettoeinkommen lag 1992 bei rund 59 Millionen Dollar.

Allein 34 Millionen Dollar mußte der nach eigenen Angaben zweitgrößte Anbieter von System-Management-Produkten allerdings für die Eingliederung des VSE-System-Management-Spezialisten Goal ausgeben. Weitere acht Millionen Dollar kosteten Restrukturierungsmaßnahmen, die aufgrund anderer Übernahmen und Kooperationen nötig wurden. Wie Ian Cartwright, Vice-President Europe, mitteilt, investierte das Softwarehaus dieses Geld vornehmlich in die Zusammenlegung der Niederlassungen.

Goal Systems war der dickste Brocken in einer Reihe von Akquisitionen und Kooperationen, die Legent im Geschäftsjahr 1992 einging. So übernahm das Unternehmen zunächst die Hälfte der Anteile des Kopenhagener Softwarehauses CMA Software S.A. Was die verbleibenden 50 Prozent angeht, so hat das US-Softwarehaus auch hier seine Ansprüche angemeldet.

Die Connectivity-Produkte von CMA bleiben im Vertrieb der Eschborner Tochtergesellschaft Atlantic Software, die inzwischen zur deutschen Legent-Niederlassung in Frankfurt gehört. Mit dem US-Unternehmen Spectrum Concepts wurden außerdem Produkte für den Daten- und Filetransfer zwischen heterogenen Plattformen eingekauft. Die "Xcom"-Produkte bringt nunmehr die süddeutsche Niederlassung in Ismaning bei München an den Kunden.

Legent rechtfertigt die ständig wachsende Anzahl von Übernahmen mit den Kundenbedürfnissen: "Die Anwender wollen die Anzahl ihrer strategischen Anbieter reduzieren", will Vice-President Cartwright bemerkt haben. Einen Vergleich mit der Übernahmestrategie von CA sei nicht angebracht. Im Gegensatz zu CA verfolge Legent eine "Cross-Plattform-Strategie", in deren Rahmen eine aggressive Einkaufspolitik durchaus Sinn mache.

Daß das bisher auf IBM-Großrechner spezialisierte Softwarehaus nun auch ein Stück vom Unix-Kuchen will, zeigt ein soeben abgeschlossener Kooperationsvertrag mit der Sun Microsystems Computer Corp. (SMCC). Darin haben die Unternehmen vereinbart, Legents Tools für das System-Management auf Sun-Sparc-Rechner unter dem Unix-Derivat Solaris zu portieren. Das Softwarehaus plant ebenfalls Portierungen auf die Unix-Plattformen von Hewlett-Packard und IBM. (Siehe auch CW Nr. 47, Seite 11 )

"Schon heute", so bilanziert Europa-Chef Cartwright, "hat 20 Prozent unseres Geschäfts nichts mehr mit dem Mainframe zu tun." Extrem hohe Wachstumsraten weise vor allem der Markt für Netzwerkprodukte und den Filetransfer auf. Vor diesem Hintergrund ist auch das Marketing-Abkommen mit der Peerlogic Inc., San Franzisko, zu sehen.

Legent vermarktet mit dem Peerlogic-Produkt "Pipes" eine Kommunikationsumgebung für verteilte Systeme, die laut Hersteller sowohl Client-Server- als auch Peer-to-peer-Architekturen unterstützt. Dieses Produkt versetzt Legent in die Lage, protokollunabhängiges Messaging, verteiltes Ressourcen-Management und Naming-Dienste anzubieten.

Im Bereich der Software-Entwicklung hat sich das Softwarehaus durch den Erwerb der Vertriebsrechte für die Entwicklungsumgebung "Galaxy" von der Visix Software Inc., Reston, Virginia, verstärkt. Mit dem Produkt lassen sich verteilte grafische Anwendungen entwickeln, die laut Anbieter auf mehreren Plattformen unter den verschiedenen verfügbaren grafischen Benutzeroberflächen laufen.