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12.02.1999 - 

Aktionäre klagen wegen entgangener Kursgewinne

Aktionäre klagen wegen entgangener Kursgewinne Insidergeschäfte bei Peoplesoft?

MÜNCHEN (bs) - Die Mitarbeiter des US-amerikanischen Gerichtes im Distrikt Nord-Kalifornien dürften derzeit in Klageschriften gegen den Software-Anbieter Peoplesoft Inc. versinken. Seit rund einer Woche gehen dort täglich mehrere Gruppenklagen von Aktionären ein, die sich falsch informiert und geprellt fühlen.

Konkret werfen die Anwälte Peoplesoft vor, im Zeitraum von Anfang Februar 1997 bis Ende Januar 1999 falsche Aussagen über die Entwicklung des Unternehmens gemacht zu haben. Ein Umsatzwachstum zwischen 45 und 65 Prozent jährlich, auch für das laufende Geschäftsjahr 1999, hätten Firmenvertreter gegenüber Anlegern als realistisches Ziel bezeichnet, heißt es in dem Papier, das beispielsweise von der Anwaltskanzlei Kaplan, Kilsheimer & Fox LLP eingereicht wurde.

Angesichts der vermeintlich rosigen Aussichten hofften Anleger auf satte Kursanstiege. Doch seit Sommer letzten Jahres hat sich der Wachstumstrend umgedreht, was übrigens auch für andere Anbieter von Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Software wie SAP und Baan gilt. Der Wert der Peoplesoft-Aktie ist seit dem Höchststand im Mai 1999 von über 55 Dollar auf Abwärtskurs und pendelt seit November um die 20 Dollar. Anbieter hätten dadurch viel Geld verloren, da sie in Erwartung noch besserer Geschäftszahlen auch bei dem hohen Kurs in das Unternehmen investiert hätten.

Die Anwälte vermuten in Peoplesofts Informationspolitik eine Kursmanipulation durch das Management. Indiz dafür sei, daß ein Teil der Führungsriege noch vor dem Aktiensturz rund 8,2 Millionen Anteile im Wert von 232 Millionen Dollar verkauft habe.

Aus Sicht von Analysten, die nicht namentlich genannt werden wollen, sind die Vorwürfe jedoch haltlos. Zum einen habe Peoplesoft die Umsatzsteigerungen zwischen 45 und 65 Prozent de facto erwirtschaftet. Zum anderen seien Prognosen für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert worden, und das habe nachweislich keinen Einfluß auf die Börse gehabt. Auch der Vorwurf der Insider-Geschäfte sei "unsinnig". Laut US-Börsenrecht müsse das Management den Verkauf größerer Anteile vorher öffentlich bekanntmachen, und diese Informationen seien allen Aktionären zugänglich. Die Führungsmannschaft bei Peoplesoft habe diesen Gesetzen entsprechend gehandelt.

Aus dem Peoplesoft-Hauptquartier in Pleasanton, Kalifornien, ist keine Stellungnahme zu erhalten: "Zu laufenden Verfahren geben wir keinen Kommentar ab.