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12.10.1984 - 

Für Renault-Autohändler gibt es inzwischen auch passende Software:

Aktuelle Fakturierung bringt schnelles Geld

MÜNCHEN (CW) - Eine Pionierleistung für Renault-Kraftfahrzeugbetriebe erbrachte der Autohändler Wolfgang Spengler aus Riedstadt-Erfelden. In Zusammenarbeit mit dem Mannheimer Softwarehaus Datis entwickelte er ein maßgeschneidertes Anwendungspaket für sämtliche Renault-Repräsentanten. Als Hauptvorteile des Systems, das hardwareseitig auf einem Mehrplatzsystem von NCR basiert, sieht Spengler die ausgetüftelte und realitätsnahe Ersatzteileverwaltung, die tagesaktuelle Fakturierung und das automatische Bestellwesen an.

Vor fünf Jahren suchte der Renault-Repräsentant Wolfgang Spengler nach passender Software für Kraftfahrzeugbetriebe im allgemeinen und für Renault-Händler im besonderen. Erfahrungen mit der EDV hatte Spengler schon seit Jahren, jedoch war sein System nicht mehr auf dem aktuellsten Stand und bot für den Bereich Ersatzteilwesen keine Lösung. Vielmehr wurden die Bestände für die rund 5000 verschiedenen Teile in einer Handkartei geführt, was eine aufwendige und fehleranfällige Disposition zur Folge hatte. Außerdem waren bei dieser Art und Weise von Bestandsführung die Kennzahlen für die Umschlagshäufigkeit sowie das Erkennen von Ladenhütern ungenau und nicht besonders aktuell.

Opel-Paket umgemodelt

Was Spengler bei einer "Umschau" auf dem Softwaremarkt von dem insgesamt recht mageren Angebot einigermaßen zusagte, war ein Programmpaket für Opel-Händler. Spengler zerschlug den "gordischen Knoten", indem er für dieses Paket eine Lizenz erwarb, die ihm eine Änderung der Applikation gestattete.

Unterstützt von dem Softwarehaus Datis in Mannheim paßte er die Programme nicht nur an die eigenen organisatorischen Erfordernisse sondern generell an die Belange der Renault-Händler an. Dazu Wolfgang Spengler: "Von der Softwarevorlage sind nur etwa 30 Prozent unverändert geblieben."

Die jetzige Lösung deckt die Bereiche Auftragserfassung, Fakturierung, Tagesabschluß beziehungsweise Finanzbuchhaltung, Teileverwaltung, Gewährleistung, Bestellwesen und Vertriebsunterstützung ab. Außerdem wird zwecks Ersatzteilbeschaffung und Abrechnung der Datenaustausch zur deutschen Renault-Zentrale in Brühl berücksichtigt.

Den Hauptvorteil des Systems sieht Spengler in der tagesaktuellen Fakturierung: "Wenn das Fahrzeug fertig ist, dann liegt auch schon die Rechnung vor!" Auf diese Art und Weise habe der Anteil an Barzahlungen erheblich zugenommen, was im Endeffekt auch Einsparungen mit sich bringe. Seine Kosten senkt der Autohändler aber auch durch einen geringen Personalaufwand: In seinem Betrieb bedienen zur Zeit nur zwei Mann die EDV-Anlage. Ohne Computereinsatz bräuchte Spengler eigenen Angaben zufolge jedoch mindestens vier Leute für den EDV-Bereich.

Möglich wird die schnelle Abwicklung der Aufträge durch die sogenannte Eilfakturierung, bei der man die Arbeitsgänge von der Auftragserfassung bis zur Rechnungschreibung in einem Arbeitsgang zusammenfaßt. Der Computer ist aber auch so programmiert, daß er "Buch führt" über die verwendeten Ersatzteile mitsamt ihren Preisen und selbständig Bestellvorschläge macht, die dann an die Renault-Zentrale weitergeleitet werden. In diesem Zusammenhang betont Wolfgang Spengler daß die Teileverwaltung bei seinem Programmpaket besonders ausgetüftelt und realitätsnah sei, weil sie viele Einzelaspekte berücksichtige. So sei im Teilestamm unter anderem die Teileart (dahinter verbergen sich unterschiedliche Lieferanten), die Lagernummer, eine eventuelle alte Teilennummer, der Lagerort, die Rabattgruppe, ein Klassifizierungscode, das Austauschteile-Kennzeichen und zwei Verkaufspreise (Originalpreis Renault und frei wahlbarer Einzelpreis) untergebracht. Außerdem bestehe die Möglichkeit mit Hilfe eines Neuteilecodes eine bessere Übersicht über den Umschlag neu hinzugekommener Teile zu gewinnen. Ferner könne man den im Rahmen seines Systems zur Verfügung stehenden Dispositionscode bei Saisonartikeln im Falle größerer Verpackungseinheiten oder bei neu hinzugekommenen Artikeln sperren.

Standardpaket mit Spielraum

Das Renault-Standardpaket, das auch die Belange von Großhändlern "im Auge hat", wurde bisher in Deutschland bei drei Repräsentanten des französischen Automobilherstellers installiert.

Wie der einzelne Betrieb seine rechnergestützten Abläufe organisiert, ist ihm weitgehend selbst überlassen. Er muß kein starr vorgegebenes Organisationsschema übernehmen. So kann er selbst entscheiden, ob er zunächst nur die Auftragserfassung am Computer oder eine Dialogauftragserfassung machen will. Soweit ablauftechnisch sinnvoll, werden die Daten in allen Programmen im Dialog verarbeitet. Der Anwender ist im Aufbau der Stammdateien auch weitgehend frei. Standardmäßig wird ihm ein Schema angeboten das er so belassen, ändern, ergänzen aber auch ausdünnen kann. Stammdateien sind anlegbar für Kunden, Fahrzeuge, Teile, Arbeitswerte, Preise, Rabatte und Systemsteuerparameter.

Heinz Alenka, der bei Datis für die Softwareentwicklung zuständig ist, nennt noch einige weitere, aus seiner Sicht besonders wichtige Spezifika des Renault-Paketes. So würden beispielsweise die zu berechnenden Stundensätze (Arbeitswerte) nach verschiedenen Fahrzeugmodellen geordnet werden und man habe eine zweistellige Rabattgruppe eingeführt um die rund hundert verschiedenen Rabatte bei Renault zu berücksichtigen.

Da die Renault-Zentrale für ihre Händler keine einheitlichen DV-Richtlinien herausgab und nicht zuletzt deshalb lange Zeit ein geeignetes Standardpaket fehlte, bewertet Alenka übrigens die Eigenleistung von Wolfgang Spengler besonders hoch.

Das Unternehmen

Renault-Händlerbetrieb mit Verkauf von neuen und gebrauchten PKWs, Ersatzteildienst und Werkstatt

Anzahl der täglichen Werkstattdurchgänge: 15

Anzahl der Mitarbeiter: neun, davon zwei im Bereich EDV tätig

Kosten für die EDV-Anlage:

25 000 Mark jährlich

Fläche des Betriebs:

4000 Quadratmeter

Die Konfiguration

Hardware

NCR Rechner I/9020

3 Bildschirme

2 Drucker vom Typ 6442 und 349

1 freistehendes Diskettenlaufwerk

Software

Standardsoftwarepaket für Renault-Autohändler mit den Modulen

- Fakturierung

- Tagesabschluß

- Buchhaltung

- Teile-Verwaltung

- Teile-Inventur

- Vertriebsunterstützung mit integriertem Textbaustein

- Bestellwesen

Betriebssystem Inmos 3

Programmiersprache: Cobol