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18.06.2004

Alan Turing zum 50. Todestag gewürdigt

MÜNCHEN (CW) - Zum 50. Todestag von Alan Turing, Pionier der Informatik, wurde am 7. Juni in der Adlington Road im britischen Wilmslow eine Gedenkplakette enthüllt. Turing (*1912) hatte sich am 7. Juni 1954 durch Verzehr eines mit Zyanid vergifteten Apfels umgebracht.

Turings Idee, eine Maschine Daten und Anweisungen binär in Form von Nullen und Einsen einlesen zu lassen, stellt einen der Wendepunkte in der Geschichte des Computers dar.

Als junger Wissenschaftler wirkte Turing während des zweiten Weltkriegs außerdem entscheidend an der Entschlüsselung der deutschen Chiffriermaschine "Enigma" mit.

In den 50er Jahren wurde Turing allerdings auf tragische Weise Opfer der herrschenden Moralvorstellungen. Er war nämlich homosexuell und sollte deswegen im Jahr 1952 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden, nachdem seine Beziehung zu einem jungen Mann aus Manchester öffentlich geworden war. Stattdessen willigte Turing ein, sich ein Jahr lang mit Östrogenspritzen "behandeln" zu lassen. Wegen seiner Veranlagung wurde ihm außerdem eine Weiterbeschäftigung bei der Kryptobehörde GCHQ verwehrt.

Zwei Jahre nach seiner Verurteilung entschloss sich Turing, seinem Leben ein Ende zu setzen. (tc/ka)